Sich einfach überall auf der Welt unterhalten können. Machen es elektronische Übersetzer bald möglich? Deutsch rein, Fremdsprache raus! Das Ganze dann in Text und noch besser, gesprochener Sprache. Und wenn möglich, sollte die Übersetzung natürlich sehr schnell, am besten simultan erfolgen. Was nach einem Traum klingt, wird mehr und mehr Wirklichkeit. Elektronische Übersetzer schicken sich an, die Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Sprachen zu ermöglichen.

Doch wie gut sind die aktuellen Lösungen und welche gibt es überhaupt? Wie werden sie das Sprachenlernen verändern? Wir werfen einen genauen Blick auf die neuen digitalen Helfer, die so manchen Urlaub wesentlich vereinfachen könnten.

Letzte Woche stand für Technologie Fans ganz im Lichte Googles. Der Internetgigant präsentierte seine neue Hardware. Und neben den mobilen Telefonen wurden die sogenannten Google Pixel Buds vorgestellt. Ein Kopfhörer, der eine ganz besondere Funktion mitbringt, die für alle, die mit fremden Sprachen in Kontakt sind, sehr interessant sein dürfte. Mit einem Druck auf den Ohrstecker kann man den Google Übersetzer starten, der dann auch das Gesagte in die Sprache des Gegenübers übersetzt! So kann man kommunizieren, auch wenn man keine gemeinsame Sprache spricht. Da werden wir beim talkREAL Institute natürlich hellhörig.

  • Wie genau funktioniert das?
  • Gibt es ähnliche Produkte?
  • Müssen wir dann in Zukunft keine Sprachen mehr lernen?

Google Pixel Buds – Kopfhörer mit eingebautem Dolmetscher

Die ersten Tests sind wirklich verblüffend. Man spricht seine Muttersprache und diese wird direkt übersetzt und per Text auf dem Telefon ausgegeben. Dazu werden sie auch noch in der Fremdsprache vorgelesen. Antwortet mein Gesprächspartner in seiner Sprache, erhalte ich die Übersetzung in meiner Muttersprache direkt auf meinen Kopfhörer.

Das folgende (englischsprachige) Video zeigt, wie es funktioniert. Dabei spricht der Moderator Englisch und die Dame Schwedisch.

Ein weiteres interessantes Video eines Journalisten zeigt das Ganze nochmal für die Sprachen Englisch und Japanisch. Obgleich er mit sich selbst spricht, sehen wir die Funktionsweise sehr gut.

Doch was, wenn wir unser Telefon nicht aus der Hand geben wollen, denn schließlich ist das bei der Google-Lösung noch der Fall. Schauen wir uns zwei Alternativen an, die mit jeweils unterschiedlichen Ansätzen arbeiten. Wer einen größeren Marktüberblick möchte, dem sei dieser wundervolle Artikel auf Mobilegeeks empfohlen.

Travis – Ein Gerät, überall sprechen

Travis ist ein wenig anders, da es sich um ein eigenständiges Gerät handelt, das man beispielsweise auf den Tisch legen kann und schon kann das Gespräch beginnen. Wie es funktioniert, zeigt das folgende Video:

Interessant finde ich hier, dass in den verschiedenen „Travis talks“-Videos schon etwas anspruchsvollere Texte gesprochen werden. Also weit mehr als das klassische „Hallo, wie geht’s?“, was man häufig sieht. Natürlich sind auch das gestellte Szenen und erst ein wirklicher Praxistest kann zeigen, wie gut die Geräte wirklich funktionieren.

Der Vorteil ist, dass man sein Telefon nicht aus der Hand geben muss und man wirklich nur ein Gerät braucht, nicht mehrere Ohrstöpsel. Etwas hinderlich erscheint da noch, dass man um die jeweilige Aufzeichnung und somit Übersetzung zu starten und zu beenden, den entsprechenden Knopf am Gerät drücken muss. Dass erkennt Google wesentlich besser.

Immerhin kann Travis laut Hersteller zwischen 80 Sprachen übersetzen. Und hier kommt das Highlight, 20 Sprachen funktionieren offline und somit ganz ohne Internetverbindung. Das dürfte gerade im Ausland ein großer Vorteil sein!

Pilot – Der elektronische Übersetzer als Knopf im Ohr

Zurück zu den Kopfhörern oder besser gesagt Ohrstöpseln. Ein ähnliches Konzept wie Google, verfolgt auch der elektronische Übersetzer „Pilot“. Doch sehen Sie selbst, wie genau es funktioniert:

Wie man im Video schön sieht, funktioniert die App, indem jeder Gesprächspartner einen Ohrstöpsel verwendet. Waverly Labs, der Anbieter hinter dem elektronischen Übersetzer und zugehöriger App, bietet aber auch die Möglichkeit, wie bei Google, das Smartphone zu nutzen. Denn die Pilot Kopfhörer fungieren eben nicht nur als Simultandolmetscher, sondern dienen auch dazu, Musik zu hören, etc. Da will man seinen Ohrstöpsel nicht unbedingt mit jedem teilen.

Hat das Sprachenlernen dank elektronischer Übersetzer ausgedient?

Bleibt die Frage, ob wir zukünftig überhaupt noch eine Sprache lernen müssen? Gehen wir mal davon aus, dass diese Geräte immer besser werden und die Übersetzungen wirklich stimmen. Dann hat man hier definitiv Werkzeuge an der Hand, mit denen man ein Gespräch führen kann.

Auf der anderen Seite ist das Video von Wavery Labs für mich auch gleichzeitig das beste Beispiel, warum ich immer das Lernen einer Sprache einem elektronischen Übersetzer vorziehen würde. Denn die Momente, in denen ich meinem Schatz etwas ins Ohr flüstere, sind doch die wahrlich schönsten Momente, wenn Sie verstehen was ich meine. Und da will ich nicht erst einen Ohrstöpsel einsetzen…

So toll diese technischen Lösungen sind, bis sie ein Niveau erreicht haben, dass Sie Gruppendiskussionen oder auch wirklich anspruchsvolle Inhalte richtig übersetzen können, werden noch Jahre vergehen. Von Feinheiten wie Sarkasmus oder Ironie ganz zu schweigen. Für mich ist eine künstliche Intelligenz, die in all meinen Kommunikationen zwischengeschaltet ist, einfach nicht vorstellbar. Vielleicht bin ich da zu altmodisch oder einfach auch zu Deutsch, im Sinne von Datenschutz und Privatsphäre ist mir sehr wichtig.

Das Potential der elektronischen Übersetzer

Das Schöne an dieser Entwicklung ist, dass sie natürlich nicht nur für die elektronischen Übersetzer genutzt wird. Nein, all die Spracherkennung, automatisierte Übersetzung und Text to Speech Technologie wird enorm weiterentwickelt, was uns auch viele neue Lösungen zum Sprachenlernen bringen wird!

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Meines Erachtens können die oben vorgestellten Übersetzer heute bereits unser Lernen unterstützen, geben sie doch immer eine Vorlage, die man nachsprechen kann. So kann man sich beispielsweise nach dem Weg erkundigen und zunächst von Google die Übersetzung vorlesen lassen. Später kann man diese in ähnlichen Situationen nachsprechen und so Stück für Stück die eigenen Sprachkenntnisse verbessern.

Fazit: Elektronische Übersetzer, die Zukunft des Sprachenlernens?!

Diese neue Technik weiß zu faszinieren. Mich zumindest. Und ich kann es kaum erwarten, eines der Geräte einmal selbst zu probieren. Allerdings sind die elektronischen Übersetzer für mich dennoch kein Ersatz für das Sprachenlernen, zu individuell und wunderbar sind die Momente, die einem eine neue Sprache eröffnen kann.

Dennoch sehe ich einige Anwendungspotentiale, gerade für Menschen, die viel auf Reisen sind und nicht immer jede Sprache komplett lernen können und wollen. Bleibt die Frage, wie sehen Sie das? In welchen Szenarien finden Sie elektronische Übersetzer sinnvoll? Ist es etwas, was Sie nutzen würden? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Bildnachweis: © waverlylabs.com

About Christian Roth

Christian ist Gründer von talkREAL.org und YouDuApp.com. Er liebt es, mittels Technologie das Lernen zu vereinfachen. Auf talkREAL gibt Christian darüber hinaus Tipps, wie man seinen eigenen Lerntyp beim Lernen optimal berücksichtigt.

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