Wer bei Google nach „Englisch-Hilfen“ sucht, findet genau eine nützliche Webseite. Die Grammatik auf dieser Seite ist gut erklärt – keine Frage – aber Lust zu Lernen bekomme ich dabei nicht. Irgendwie erinnert mich diese Website an meinen Schulunterricht. Das geht aber doch auch besser, oder? Wenn man also nichts findet, dann stelle ich eben selbst die besten Englisch-Hilfen für Sie zusammen.

Persönliche Erfahrungen mit dem Englisch-Unterricht

Sie können es sich vielleicht nicht vorstellen, aber in der Schule war ich wirklich schlecht in Englisch. So schlecht, dass die einzigen Noten, die im Englischunterricht kannte, Vieren und Fünfen waren. Dabei weiß ich noch, wie zuversichtlich ich in der 5 Klasse nach meiner ersten Englischklausur in meinem Leben war: Aber das sollte meine erste und letzte Eins sein.

Vielleicht denkt sich der ein oder andere jetzt: „Ja, da hätte sie einfach mehr lernen sollen.“ Das ist bestimmt einer der Faktoren. Aber mit einer schlechten Note nach der anderen, geht einem einfach die Luft aus. Aber heute, nachdem ich mein Englischstudium abgeschlossen habe, – was ich mir ganz nebenbei niemals hätte erträumen lassen – sehe ich die ganze Sache schon anders.

Vielleicht waren Sie gut in Englisch und der Unterricht ist ihnen sehr leicht gefallen. Oder vielleicht ging es Ihnen genauso wie mir?

Was ich heute weiß ist, dass es mehr gibt, als nur Vokabeln lernen zu müssen, um eine neue Sprache zu erlernen. Deswegen möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Englischkenntnisse auf eine andere Art und Weise verbessern können.

Englisch-Hilfe #1: Umgeben Sie sich mit der englischen Sprache

Sie wollen Englisch lernen? Dann integrieren Sie diese Sprache in ihren Alltag. Es ist wichtig, dass Sie viel auf Englisch hören oder lesen. Sie brauchen also Input. Interessieren Sie sich für ein bestimmtes Thema oder wollen sich über etwas informieren? Dann suchen Sie englische Quellen. Oder stellen Sie die Sprache Ihres Smartphones auf Englisch um. Integrieren Sie die Sprache direkt und unübersehbar in Ihren Alltag.

Englisch-Hilfe #1.1: Hören Sie zu

Hören Sie Radio. Sie müssen jetzt natürlich kein altes Radio aus den 90ern herauskramen. Radioempfang bekommen Sie beispielweise auch über Ihr Notebook oder das Handy. Und auch ein Podcast oder Hörbuch. Wichtig ist, dass Sie die englischsprachige Radiosendung im Hintergrund laufen lassen, um sich an den Klang der Sprache zu gewöhnen.

Geben Sie doch einfach mal „english radio“ bei Google ein und Sie bekommen hunderte von Vorschlägen, von BBC-Radio über Radiopodcasts für Englisch-Lerner.

Natürlich können Sie auch aktiv Radio oder einen Podcast hören, wenn Sie ein Thema besonders interessiert. Das Gleiche funktioniert übrigens auch mit Musik. Ich erinnere mich noch ganz gut daran, wie ich damals in der Schule schon fast eine neue Sprache entwickelt habe, rein durch das Hören englischer Lieder.

Heutzutage können Sie sich die Liedtexte über Google anschauen und wenn Sie das Lied das nächste Mal hören, wissen Sie nicht nur, worum es geht, Sie können sich die Worte auch merken und in Ihren aktiven Wortschatz aufnehmen.

Die wichtigsten Links:

Englisch-Hilfe #1.2: Nutzen Sie audiovisuelle Medien

Ich schaue mir jede Woche Filme, Serien oder YouTube-Videos an. Aber nicht mehr auf Deutsch, sondern nur noch auf Englisch. Zu Beginn ist mir das nicht leichtgefallen und ich war sehr dankbar für die Untertitel-Funktion auf meinen DVDs oder auf Netflix und Amazon Prime.

Wichtig ist, dass Sie aus Ihrer Komfortzone ausbrechen. Am Anfang wird es vielleicht gewöhnungsbedürftig für Sie sein, einen Film oder eine Serie auf Englisch zu schauen. Aber Sie werden schnell merken, wie Ihre Sprachkenntnisse sich verbessern: Ihr Wortschatz erweitert sich, Sie lernen neue Phrasen oder Kollokationen kennen und es wird Ihnen selbst bei der Aussprache helfen.

Die besten Erfolge erzielt man, wenn man Filme schaut, die man bereits auf Deutsch gesehen hat. So weiß man in etwa, worum es bei den Gesprächen geht, auch wenn man die verwendeten Worte eigentlich nicht kennt.

Englisch-Hilfe #2: Sprechen Sie selbst

In einer Sprache zu sprechen, die man gerade lernt, kann für manch einen eine große Hürde sein. Aber es ist möglich, diesen Berg zu erklimmen. Fehler zu machen gehört zum Prozess des Sprachlernens. Aber haben Sie keine Hemmungen davor.

Suchen Sie sich einen Gesprächspartner. Das kann ein Muttersprachler sein, aber auch jemand, der Englisch auf einem sehr hohen Niveau spricht und Ihnen helfen kann, sich zu verbessern. Wenn Sie so jemanden in Ihrem Umfeld haben, dann fragen Sie einfach, ob er oder sie gelegentlich mit Ihnen auf Englisch spricht. So eine Chance sollte man sich nicht entgehen lassen.

Wenn bei Ihnen um die Ecke kein Brite oder Neuseeländer wohnt, ist das auch nicht weiter schlimm. Schauen Sie doch mal bei der nächstgelegenen Universität vorbei. An meiner Uni gab es sogar ein schwarzes Brett mit Anfragen für Tandempartner.

Auch über das Internet finden Sie einen geeigneten Gesprächspartner. Es gibt Portale und auch Apps, in denen Sie sich mit einem Tandempartner vernetzten können.

Einige dieser Portale sind:

Und auch wenn gerade kein Gesprächspartner in der Nähe oder erreichbar ist, können Sie immer versuchen, Selbstgespräche zu führen. Das mag dem ein oder anderen vielleicht seltsam vorkommen, aber so fangen Sie an, auf Englisch zu denken und schließlich auch zu sprechen.

Englisch-Hilfe #3: Bücher, Zeitschriften, Zeitungen etc.

Hier verlangt natürlich keiner, dass Sie gleich zu Beginn Pride und Prejudice von Jane Austin in einem Stück lesen. Fangen Sie klein an und Arbeiten sich weiter vor. Lesen Sie etwas auf Englisch, worin Sie sich bereits auskennen oder wofür Sie sich interessieren.

Es gibt Bücher für Englischlerner, die in Schwierigkeitsgrade eingestuft sind. In diesen Büchern wird die Sprache vereinfacht und schwere Begriffe werden erläutert. The Oxford Bookworms Library oder Macmillan Readers bieten viele Klassiker in dieser Form für Sprachlerner an.

Für Anfänger eignen sich Beispielweise auch Zeitschriften wie Spotlight, Read On oder World and Press. Wenn Sie sich bereits unter den Fortgeschrittenen Englischlernen sehen, könne Sie sich auch an große Zeitungen wie die New York Times trauen.

talkREAL-Tipp! Schauen Sie doch einmal bei einem Kiosk oder in einer Buchhandlung an einem Hauptbahnhof vorbei – dort finden sich immer englische Zeitungen oder Magazine.

Englisch-Hilfe #4: Online-Wörterbücher

Es gibt vermutlich nichts einfacheres, als ein Wort in einem Online-Wörterbuch nachzuschlagen. Diese gibt es bereits zu Hauf im Internet oder als Apps. Ich selber habe 2 auf meinem Smartphone.

Einige Beispiele von allgemeinsprachlichen Online-Wörterbüchern für die Sprachkombination Deutsch-Englisch sind:

Aber Aufgepasst: Online-Wörterbücher können ein Segen oder ein Fluch sein. In der Uni haben meine Professoren immer darüber geschimpft, wenn wir keine „richtigen“ Wörterbücher, sondern Online-Wörterbücher benutzt haben. Woran das liegt? Daran, dass die Trefferzahl für Übersetzungsmöglichkeiten so hoch ist.

An sich sind Online-Wörterbücher eine ganz tolle Sache. Aber bei all den Übersetzungsvorschlägen müssen auch die richtigen Übersetzungsmöglichkeiten herausgefiltert werden. Wenn Sie im Englischen einmal nach „to put“, „to set“ oder „issue“ suchen, werden Sie verstehen, was ich meine.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann schlagen Sie den gesuchten Begriff doch noch einmal in einem gebundenen Wörterbuch nach. Allerdings haben sowohl das gebundene Wörterbuch als auch das Online-Wörterbuch ihre Vor- und Nachteile.

Englisch-Hilfe #5: Vokabeltrainer und Grammatiksammlungen

Wenn Sie gerade 5 Minuten Luft haben, können Sie sich doch z.B. die Smartphone App von Babbel anschauen und 2-3 neue Worte lernen. Das Schöne an dieser App ist, dass die Vokabel nicht nur gezeigt, sondern auch gesprochen und mit einem Bild unterlegt wird. Aber das ist natürlich nicht der einzige Vokabeltrainer.

talkREAL-Tipp! Vokabeln können am besten in Kombination mit Erinnerungen oder Empfindungen gelernt werden. Gibt es ein Lied, das Sie aktuell gerne hören? Oder vielleicht ein Lied, an das Sie besondere Erinnerungen knüpfen? Schlagen Sie doch mal die Worte nach, die Sie nicht kennen. Es wird Ihnen leichter fallen, diese Worte zu behalten.

Um einen besseren Überblick über die englische Grammatik zu bekommen, möchte ich Ihnen drei Webseiten vorstellen, die über eine ausführliche Grammatiksammlung verfügen. Hier drei Beispiele für Sie:

Bitte denken Sie daran, sich beim Englisch lernen nicht nur auf Grammatikübungen zu stützen. Diese Übungen sollen erklärend wirken, aber wenn Sie das Gelernte nicht aktiv beim Sprechen anwenden, vergessen Sie es schnell wieder. Außerdem sind die Beispiele aus diesen Übungen keine natürlichen Gespräche. Deshalb auch hier noch einmal der Rat: Suchen Sie sich einen Gesprächspartner und sprechen Sie so viel Englisch, wie es Ihnen nur möglich ist. Mehr dazu, wie Sie den richtigen Sprachpartner finden, gibt es im vierten Schritt unseres beliebten Coaching-Kurses.

Englisch-Hilfe #6: Online-Sprachkurse

Als letzte Englisch-Hilfe möchte ich Ihnen Online-Sprachkurse ans Herz legen. Selbstverständlich sind solche Kurse nicht kostenlos, aber Sie sind auf Ihrem Weg des Sprachenlernens wirklich hilfreich.

Sprachen lernen. Lass dich jetzt coachen. 

Der zwar kostspieligste, aber unserer Meinung nach beste Online-Sprachkurs ist der von Rosetta Stone (Testbericht).

Und auch Babbel bietet solche Online-Kurse an (Testbericht). Da Englisch immer noch die Lernsprache Nummer 01 ist, bieten natürlich viele Onlinekurse spannende Lösungen an. Ich lade Sie ein in unserem Test-Überblick zu stöbern und den für Sie am besten geeigneten Sprachkurs zu finden.

Englisch-Hilfen, und los geht’s!

Heute ist Ihre Chance, mit einer der Englisch-Hilfen neuen Schwung in Ihren Lernalltag zu bringen. Sie müssen nicht gleich alle Tipps umsetzten. Fangen Sie mit einem an und arbeiten sich langsam vor. Unser Team ist schon sehr gespannt, von Ihren Ergebnissen zu hören.

Ich bin mir sicher, dass sie große Fortschritte machen werden. Wenn Sie Englisch einmal in Ihren Alltag integriert haben, dann bekommen Sie diese Sprache einfach nicht mehr weg. So ist es in meinem Fall. Und das ist auch gut so.

Bildnachweis: © Depositphotos.com/Wavebreakmedia

About Julia Ritz

Freie Texterin und Sprachbegeisterte. Julia ist eine ehemalige Sprachstudentin, die es liebt, völlig in eine Sprache einzutauchen.

2 Comments

  • DanBroMan sagt:

    Super Artikel!
    Ich kenne das selbst als ehemaliger Schüler, man lernt zwar eine Sprache, aber sie scheint einem total fremd.
    Finde die Tipps sehr lebensnah!
    Als ich anfing Englisch zu studieren wurde ich gezwungen zu sprechen und plötzlich wurde mein Englisch besser und ich kam der Sprache näher.
    Danke für deinen Artikel!
    LG
    DanBroMan

    P.S. ich persönlich mag es mehr gedutzt zu werden (dann versetz ich mich automatisch mehr in den Text und fühle mich wie in einem Gespräch) 😬

    • Julia Ritz sagt:

      Danke für deinen Kommentar! 🙂
      Du hast schon Recht, unser Schulsystem passt da auch einfach nicht auf jeden Lerntyp (obwohl das sinnvollerweise bedacht werden sollte). Ich persönlich musste auch erst ins kalte Wasser geworfen werden, deshalb verstehe ich genau, was du meinst.

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