Haben Sie schon einmal daran gedacht, zum Sprachenlernen einen Universitätskurs zu belegen? Egal, ob Sie Englisch, Spanisch, Japanisch oder eine andere Sprache lernen möchten, Kurse an Hochschulen gibt es viele. Doch ist das sinnvoll? Und wie kann jeder daran teilnehmen und das auch noch komplett kostenlos? In diesem Artikel erfahren Sie, dass sogenannte MOOCs zum Sprachenlernen einen Blick wert sind!

Eines vorab, keine falsche Scheu, eine Sprache zu studieren hört sich erst einmal ein bisschen angsteinflößend an. Da geht es mir sicherlich wie vielen anderen auch. Doch es gibt da seit einigen Jahren eine tolle neue Entwicklung namens MOOC, die wir uns nun ein wenig genauer anschauen.

MOOC – Was ist das?

MOOC steht für „Massive Open Online Course“. Gesprochen wird es übrigens „Muuhk“. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als Kurse, die über das Internet angeboten werden und an denen jeder teilnehmen kann. Teilnehmerzahlen von weit über hunderttausend sind keine Seltenheit. Das folgende Video beschreibt die dahinterliegende Idee nochmals etwas genauer:

MOOCs gibt es dabei natürlich zu allen erdenklichen Themen, von Computerwissenschaften über geisteswissenschaftliche Themen bis hin zu Sprachen. Ich nehme aktuell an dem sogenannten u.lab MOOC von Prof. Otto Scharmer teil. Ein wirklich empfehlenswerter Kurs, der zwar nichts mit Sprachen zu tun hat, mich aber persönlich enorm weitergebracht hat. Und wann kann man sonst schon mal am berühmten M.I.T. studieren?!

Da dieser MOOC auch auf den Austausch der Teilnehmer setzte und sogenannte Coaching Circle vorsah, habe ich nebenbei viele tolle Menschen in der ganzen Welt kennengelernt. Von den USA über Neuseeland oder Italien und die Niederlande. Ohne sie gefragt zu haben, bin ich mir sicher, dass jeder von meinen neuen Freunden auch für Sprachtandems zur Verfügung stehen würde. Wie Sie sehen, so ein MOOC hat neben der reinen Wissensvermittlung viele weitere Vorteile.

Die größten MOOC-Anbieter im Überblick

Die Kurse werden über bestimmte Plattformen angeboten, mein u.lab MOOC beispielsweise über EdX. In aller Regel sind die Kurse kostenfrei, nur wer ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme möchte, muss im Falle von EdX 50 USD zahlen. Es gibt allerdings auch eher kommerziell orientierte Anbieter. Hier finden Sie eine übersichtliche (englischsprachige) Liste von über 80 MOOC Plattformen.

Im Folgenden möchte ich drei Plattformen exemplarisch etwas genauer vorstellen.

EdX

Ja, ich gebe es zu, EdX ist meine Lieblingsplattform unter den vielen Anbietern. Sie ist eine kooperative offene E-Learning-Plattform des Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) und der Harvard University. Das Angebot ist sehr groß und es finden sich für jeden Geschmack tolle Kurse.

Coursera

Coursera ist weltweit gesehen einer der populärsten Anbieter von MOOCs. The most popular provider of massive open online courses globally. Ende 2015 verzeichnete die Plattform über 15 Millionen angemeldete Nutzer.

Udemy

Auf Udemy sind viele Kurse kostenpflichtig. Dafür findet man hier auch das größte Angebot zum Sprachenlernen. Allerdings gilt hier wie so oft: Meist ist die Kurssprache Englisch und man kann diese Kenntnisse vertiefen oder eben Spanisch, Koreanisch oder eine andere Sprache lernen.

MOOCs zum Sprachenlernen

Zugegeben, das Angebot zum Sprachenlernen ist noch etwas übersichtlich, insbesondere im technischen und IT-Umfeld gibt es wesentlich mehr MOOCs. Wir beim talkREAL Institute sind mit unseren Sprachlerncoachings und unseren Tipps ja schon bekannt, dass wir gerne neue Wege des Lernens ausprobieren und frühzeitig auf Trends hinweisen. Bevor wir uns der Frage, wie Sie nun den besten Kurs für sich finden, zuwenden, möchte ich Ihnen hier noch drei interessante MOOCs vorstellen:

1.    IELTS Vorbereitungskurs

Wer sein Englisch verbessern möchte und sich gleichzeitig auf das „International English Language Testing System“ (kurz „IELTS“) vorbereiten möchte, der findet aktuell auf EdX einen tollen Kurs, welcher Ende November startet.

2.    Chinesisch für Anfänger

Auf Coursera kann man ab Ende November Chinesisch lernen. Wobei es zu diesem Kurs auch noch weitere Aufbaukurse gibt. Hier finden Sie mehr Informationen.

3.    Die richtige Betonung auf Japanisch

Bleiben wir bei den asiatischen Sprachen. Wenn Sie bereits Vorkenntnisse in Japanisch haben und an Ihrer Aussprache feilen wollen, dann könnte dieser Kommunikationskurs für Sie interessant sein.

Sie sehen an diesen drei kleinen Beispielen die Vielfalt der verschiedenen Angebote. Und es werden immer mehr.

Sprachen lernen. Lass dich jetzt coachen.

Finden Sie den Kurs, der für Sie am besten geeignet ist

Ich persönlich abonniere gerne die Newsletter der großen Plattformen, denn so erhält man immer Tipps zu anstehenden Kursen. Eine tolle Möglichkeit, um gezielt zu suchen, ist MOOC-List.com. Dort können Sie einfach nach Ihrer Wunschsprache suchen und es werden alle verfügbaren Kurse aufgelistet. Tipp: Suchen Sie am besten nach dem englischen Namen der Sprache – Korean statt Koreanisch, Japanese statt Japanisch und so weiter. So finden Sie meist mehr Kurse als mit den deutschen Begriffen. Allerdings setzt dies auch gewisse Englischkenntnisse voraus, denn der Kurs ist dann meist auch in Englisch. Leider hinken die Deutschen in Sachen MOOCs wieder einmal ein bisschen hinterher. Oder wie die Insolvenz der größten Plattform iversity zeigt, ist und bleibt Deutschland ein schwieriges Pflaster für innovative Bildungsanbieter.

tR-Lesetipp! Für alle, die sich für die Veränderungen im Bereich Bildung interessieren: Die Zukunft des (Sprachen-) Lernens!

Doch diese Frage wollen wir nicht weiter vertiefen. Viel spannender ist doch die Frage, welcher MOOC zum Sprachenlernen ist Ihr nächster? Ich persönlich liebäugle mit einem der zahlreichen Spanisch-MOOCs.

Bildnachweis: © Pexels.com/u/repuding/

About Christian Roth

Christian ist Gründer von talkREAL.org und YouDuApp.com. Er liebt es, mittels Technologie das Lernen zu vereinfachen. Auf talkREAL gibt Christian darüber hinaus Tipps, wie man seinen eigenen Lerntyp beim Lernen optimal berücksichtigt.

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