Haben Sie sich auch, wie so viele andere Menschen, für dieses Jahr einen guten Vorsatz gefasst? Normalerweise reichen diese von „Ich möchte 10 kg abnehmen“ über „Ich möchte mehr Sport treiben“ bis hin zu „Ich möchte eine Sprache lernen“. Genau auf den Vorsatz Sprachenlernen konzentrieren wir uns heute, vor allem, weil wir finden, dass der Vorsatz, eine Sprache zu lernen, ein sehr lohnender Vorsatz ist.

Die Situation

Sie haben also den Vorsatz gefasst: Ich möchte eine Sprache (weiter-)lernen. Es ist Ihnen ernst und Sie freuen sich schon, bald eine neuen Sprache sprechen zu können!? Denn eine neue Sprache bedeutet, eine neue Welt zu entdecken, mit vielen tollen neuen Eindrücken, Menschen und Erfahrungen.

Der Plan

Dazu brauchen Sie jetzt einen Schlachtplan, damit Sie sozusagen auf Kurs bleiben und Ihr Ziel im Auge behalten. Daher lautet unser erster Tipp:

Schreiben Sie Ihren Vorsatz auf.

Beachten Sie dabei aber unbedingt die Vorgaben an ein „gutes Ziel“. Beantworten Sie sich beim Aufschreiben die folgenden Fragen:

  • Was möchten Sie genau erreichen?
  • Bis wann möchten Sie dieses Ziel erreichen?
  • Was tun Sie konkret dafür?
  • Wie teilen Sie sich die Arbeitsschritte ein?
  • Ist es eventuell sinnvoll, Zwischenschritte einzufügen?
  • Ist Ihr Ziel (und der dazugehörige Arbeitsaufwand) realistisch?
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Die weiteren Tipps zum Vorsatz Sprachenlernen

Nur Aufschreiben alleine ist aber unserer Meinung nach nicht ausreichend. Deshalb haben wir für Sie noch weitere Tipps parat:

Schreiben Sie sich einen Lernplan

Darin legen Sie fest, wann Sie lernen und welche Lernaktivitäten Sie dafür nutzen. Es gibt grundsätzlich vier verschiedene Kombinationsmöglichkeiten: Online oder Offline, mit täglicher oder wöchentlicher Planung. Womit Sie am besten zurechtkommen, sollten Sie ausprobieren.

Eine Online-Organisation könnten Sie beispielsweise mit Programmen wie Evernote, Trello, Wunderlist oder To-Doist durchführen. Offline schreiben Sie Ihre Lerneinheiten in einen Kalender oder in ein Heft. Die Online-Variante hat den Vorteil, dass Sie wiederkehrende Aufgaben nicht jedes Mal neu erfassen müssen, sondern lediglich abhaken und die darauffolgende Woche den Haken wieder entfernen.

Eine tägliche Planung sieht eine genaue Auflistung Ihrer täglichen Aufgaben vor, zum Beispiel 15. Januar: Text Seite 16 lesen, Grammatikübung Seite 35, Freies Schreiben 10 Sätze zum Thema XY. Die wöchentliche Planung ist etwas flexibler, listet das Wochenpensum gesammelt auf, setzt aber auch voraus, dass Sie konsequent abarbeiten, sonst sitzen Sie womöglich jede Woche den ganzen Sonntag, um wieder auf dem Laufenden zu sein. Hier sehen Einträge beispielhaft so aus: Grammatikübungen Seiten 56 bis 58, 3 Podcasts hören, 5 Zeitungsartikel lesen, 3x 10 Sätze schreiben zu den Themen X, Y und Z.

Machen Sie das Lernen zu Ihrer obersten Priorität

Sie werden feststellen, dass Ihnen das Lernen, wenn es Ihnen wichtig genug ist, leichter von der Hand gehen wird. Sie „vergessen“ die Einheiten nicht, es kommt weniger dazwischen, weil Sie dem Lernen einen hohen Grad an Wichtigkeit zugestehen und deswegen auch die Zeit dafür finden.

Lernen Sie zu festgesetzten Zeiten

Speziell am Anfang Ihres Lernens, also wenn sich die Gewohnheit des Lernens noch installiert, sollten Sie einem festen Lernrhythmus folgen. Lernen Sie also täglich zu festgesetzten Zeiten. Das bedeutet nicht, dass Sie jeden Tag um 13.00 Uhr oder um 20.30 Uhr lernen müssen. Sie können das Lernen auch an bestimmte Triggerpunkte koppeln. Ein Beispiel ist, dass Sie erst frühstücken, wenn Sie den neuesten Artikel Ihrer Lieblingstageszeitung (selbstverständlich in Ihrer Lernsprache) gelesen haben. Sie lesen sich einen Abschnitt selbst laut vor, solange sich Ihre Kaffeemaschine aufheizt. Sie hören während Ihrer Mittagspause oder beim Spazierengehen Hörbücher oder Sie lesen einige Seiten in Ihrem fremdsprachigen Roman, wenn Sie zu Bett gehen. Auch diese Handlungen sind Lernzeiten, auch wenn sie nicht am Schreibtisch stattfinden.

Der tR-Lesetipp: Zum Thema Routinen beim Sprachenlernen haben wir schon einen Artikel auf unserem Blog.

Lernen Sie mit Material, das Ihnen gefällt

Haben Sie immer noch das Wörterbuch von 1956 zu Hause? Macht es Ihnen wirklich Spaß, damit zu arbeiten? Wenn nicht, entsorgen Sie es und kaufen Sie sich eine neuere Ausgabe – und zwar eine, die Sie sich selbst ausgesucht haben. Das gilt auch für Bücher und andere Materialien. Gehen Sie in die Buchhandlung und blättern Sie die Bücher durch. Probieren Sie die Computerprogramme und Apps erst aus, bevor Sie sich für die Bezahlversion entscheiden. Nur weil Ihnen jemand das Material als „besonders gut“ angepriesen hat, muss das nicht die optimale Lösung für Sie sein. Jeder Mensch tickt ein bisschen anders, und Sie sollen die für Sie persönlich am besten geeigneten Materialien in Form von Büchern, Programmen, Online-Kursen und Apps nutzen. Schließlich sind Sie selbst der wichtigste Faktor beim Lernen. Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Suche, des für Sie geeigneten Materials. Sprechen Sie uns einfach an.

Lernen Sie mit funktionierendem Material

Der Tipp ist im Grunde genommen selbsterklärend, aber es ist erstaunlich, wie viele Lerner mit minderwertigem Material arbeiten. Wenn Sie also lernen, benutzen Sie gut schreibende Stifte, ein schönes Heft, einen funktionierenden Computer oder ein dem Verwendungszweck angemessenes Smartphone. Sie glauben gar nicht, wie schlechtes Material Ihnen das Lernen vermiesen kann! Achten Sie also auf gutes Grundmaterial.

Lernen Sie an angenehmen Orten

Der „Lernort“ ist für die meisten Lerner gleichbedeutend mit dem Schreibtisch. Nutzen Sie auch andere Orte, beispielsweise ein Café, das Kino, einen Park, das Fitnessstudio, die Joggingrunde. Es gibt so viele Tätigkeiten, mit denen Sie Ihr Lernen kombinieren können. Sie können im Café wunderbar englische oder spanische Bücher lesen, beim Sport lassen sich italienische und französische Hörbücher anhören. In der Mittagspause auf der Parkbank können Sie Ihre Vokabeln auf Ihrem Smartphone durchgehen, im Kino schauen Sie zur Abwechslung einmal einen Film in der Originalsprache. So wird Ihnen das Lernen noch mehr Spaß machen.

Fangen Sie einfach an

Viele Lerner beschließen, eine Sprache zu lernen, und warten auf das perfekte Material, den perfekten Zeitpunkt, den perfekten Kurs oder die perfekte Lernumgebung. Andere Lerner planen wochen- und monatelang, weil sie alles perfekt machen wollen – und vergessen dabei das Lernen. Besser ist es, einfach anzufangen. Nutzen Sie das Material, was Ihnen zur Verfügung steht. Lernen Sie in der Umgebung, die Sie nun einmal haben. Passen Sie das Lernen Ihrem Leben an – perfekt passen wird es sowieso nie! Fangen Sie also einfach an und passen Sie an, sobald Sie bessere Alternativen zur Verfügung haben.

Erzählen Sie Ihren Mitmenschen von Ihrem Plan

So wird die Hemmschwelle zum Abbrechen höher und Sie bleiben eher dabei, schon allein, weil Sie einen guten Eindruck auf Ihre Mitmenschen machen wollen. Außerdem finden Sie so vielleicht sogar Mitstreiter – Ihr Nachbar wollte „auch schon immer“ Italienisch lernen? Dann lernen Sie diese wunderschöne Sprache doch zusammen!

Dann bleibt uns nur noch, Ihnen viel Spaß beim Lernen (mit oder ohne Ihren Nachbarn) zu wünschen.

 

Bildnachweis: © Pixabay.com Snufkin

About Christine Konstantinidis

Autorin, Sprachlehrerin und Coach. Christine unterstützt Menschen seit Jahren beim Sprachenlernen. Passion ist Passion! Genau diese Leidenschaft plus kreative Lerntechniken bringt Christine in die Lernberatung und in die Blogartikel ein!

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