Die päpstliche Botschaft in 140 Zeichen? Ab heute gibt es genau dies auf Twitter. Der Papst versendet in 8 verschiedenen Sprachen seine Kurznachrichten auf dem beliebten Social Media Dienst. Wir haben uns diese angeschaut und empfehlen die Tweets des Pontifex Maximus zum Lernen einer neuen Fremdsprache. Warum, erfahrt ihr in diesem Blog-Artikel.

Am ersten Tag hat der Papst sieben Tweets in acht Fremdsprachen versendet. Wir sind der Meinung, dass die folgenden drei Gründe dafür sprechen, sich diese Botschaften ein wenig genauer anzuschauen:

  1. Die Tweets erfolgen in allen Sprachen mehr oder weniger gleichzeitig
  2. Man kann von einer hohen Qualität der Übersetzungen ausgehen
  3. Dies ist perfekt, um die Methodik des Dekodierens anzuwenden

Die Methodik des Dekodierens

Dekodieren bedeutet nichts anderes als reine Wort-zu-Wort Übersetzung. Erinnert ihr euch an unseren kürzlich erschienen Artikel zu Spanisch für Dummies? Dort zitierten wir das Beispiel „Sandra ha tomado una cerveza“, was wörtlich übersetzt „Sandra hat getrunken ein Bier“ bedeutet. Genau dies ist die Idee hinter dem Dekodieren. Man erkennt sofort die Unterschiede in dem strukturellen Aufbau der beiden Fremdsprachen, ohne sich mit Grammatikregeln auseinandersetzen zu müssen.

tR-Tipp! Wer sich näher für das Dekodieren interessiert, dem sei das Buch „Sprachenlernen leichtgemacht!“ wärmstens empfohlen.

Die päpstliche Botschaft dekodiert

Ein Beispiel eines Tweets in Deutsch, Englisch und Spanisch soll verdeutlichen, warum sich die Twitter-Botschaften von Papst Benedikt XVI so gut für die Methodik des Dekodierens und somit zum Lernen einer Fremdsprache eignen.

  • Deutsch: Wie können wir das Jahr des Glaubens in unserem Alltag besser leben?
  • Englisch: How can we celebrate the Year of Faith better in our daily lives?
  • Spanisch: ¿Cómo podemos vivir mejor el Año de la Fe en nuestro día a día?
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Vergleicht man diese drei Nachrichten miteinander, stechen direkt einige Besonderheiten der jeweiligen Sprache ins Auge.

  • Deutsch/ Englisch: Der Beginn (die ersten drei Worte) sind von der Stellung im Fragesatz identisch. Doch das „celebrate“ steht im Deutschen am Ende vom Satz.
  • Deutsch/ Spanisch: Es gibt im Spanischen andere Satzzeichen und das „wir“ scheint zu entfallen (und steckt im podemos (von poder)). Die Äquivalente des Deutschen „können“ und „leben“ scheinen im Spanischen untrennbar zu sein („podemos vivir“).

Findet ihr nicht, dass dies schon einige Erkenntnisse aus drei kleinen Tweets sind? Und das Gute daran, die jeweilige Übersetzung/ Dekodierung wird euch praktisch umsonst und frei Haus geliefert. Ist man mit einer Sprache noch gar nicht vertraut, so muss man zu Beginn sicherlich das eine oder andere Wort online nachschlagen.  Auf diese Art und Weise könnt ihr euch ganz nebenbei und mit wenig Zeitaufwand mit einer neuen Sprache vertraut machen.

Die talkREAL-Pontifex-Liste auf Twitter

Screenshot talkREAL Twitter ProfileUm es euch möglichst einfach zu machen, haben wir eine Liste auf Twitter erstellt, die ihr einfach abonnieren könnt. Klickt dazu auf unser Twitter-Profil und dann im linken Bereich auf „Listen“. Öffnet die Liste „Pontifex – Tweets“ und ihr habt die Möglichkeit, diese zu abonnieren.

It’s your turn…

Natürlich interessiert es uns, was ihr von der Methode des Dekodierens haltet? Wir planen dazu auch noch einen allgemeinen, ausführlichen Blog. Aber könnt ihr euch vorstellen, die päpstlichen Tweets oder ähnliche Ressourcen zu nutzen, um eure Sprachkenntnisse aufzubessern?

Sprecht uns auch an, wenn ihr eine persönliche Beratung braucht. Wir sind gerne für euch da!

 

Bildnachweis: © Christine Konstantinidis

Christian Roth

About Christian Roth

Christian ist Gründer von talkREAL.org. Er liebt es, tief in die Neuro- und Lernforschung einzutauchen und auf Basis deren Erkenntnisse neue SprachlernHACKS zu entwickeln. Auf talkREAL gibt Christian darüber hinaus Tipps, wie man seinen eigenen Lerntyp beim Lernen optimal berücksichtigt.

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