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Die Sprachlern-App Drops flog lange unbemerkt außerhalb meines Radars. Umso mehr freute ich mich auf den anstehenden Drops Test. So habe ich die App auf mein Smartphone heruntergeladen, erst einmal die freien Inhalte angesehen und mich anschließend im Rahmen einer Aktion für den Jahreszeitraum angemeldet. Hier folgt mein Fazit in Form des Drops Testberichts nach mehrwöchigem Lernen mit der Drops App.

Bisher gefällt mir die App gut, sie bringt die Basis-Features mit, die einem helfen, sein Vokabular aufzubauen. Drops hat ein sehr ansprechendes Design mit sehr schönen Farben, schon allein deswegen lernte ich von Anfang an gerne damit.

Was habe ich gelernt?

Ich habe mich für meinen Drops Test für die Sprache Portugiesisch angemeldet, denn das ist eine Sprache, in der ich nur Grundkenntnisse habe. Ich wollte die App nämlich testen wie der normale Sprachlerner. Zudem habe ich mich in Französisch versucht, außerdem in Schwedisch und in Russisch.

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Kurzfazit: Die App Drops im Test

Kurz zusammengefasst: Drops ist eine sehr ansprechende und bunte App mit hübschen kleinen Zeichnungen, die beim Lernen helfen. Leider auch nicht mehr.

Drops war die Google-App des Jahres 2018 – und ich war neugierig, ob diese den Titel auch wirklich verdient. Ich näherte mich also der App wie ein normaler Sprachlerner, indem ich einfach intuitiv mit dem Lernen begonnen habe.

Und aus Sicht eines Lernenden, der sich nicht viel mit der Frage auseinandersetzt, wie wirklich effektives Sprachenlernen aussieht, mag Drops auch angenehm sein. Alles schön designt und man lernt neue Wörter.

Fazit Drops Test

Leider ist es beim Sprachenlernen mit einzelnen Wörtern nicht getan und so fällt mir gerade im didaktischen Bereich auf, dass komplette Sätze und Phrasen fehlen. Und auch in anderen Bereichen bietet Drops leider weniger als andere Anbieter, wie beispielsweise Mondly (zum Testbericht).

Noch etwas habe ich gleich am Anfang herausgefunden: Kostenfreies Lernen ist immer nur fünf Minuten pro Tag möglich. Wenn du also dein Lernen intensivieren willst, musst du auf jeden Fall (nach dem 7-tägigen Testzeitraum) die kostenpflichtige Version kaufen.

Das ist ein kurzer Zeitraum mit wenig Inhalt. Aber immerhin kann man sich kostenlos einen Eindruck verschaffen. Angebote mit Geld-Zurück-Garantie, wie z.B. Babbel es bietet (zum Testbericht), sind mir persönlich lieber.

Und Achtung beim Kauf der Premiumversion. In der App über den Playstore zahlt man pro Jahr 69,99 Euro. Auf der Internetseite sind andere, viel günstigere Preise zu finden. Generell ist die Preisgestaltung sehr undurchsichtig. Und ja, es gibt noch ein paar weitere Mankos, die wir weiter unten im ausführlichen Drops-Test beschreiben.

talkREAL-Kurzfazit: Drops ist eine nützliche App, die einem hilft, neue Wörter zu lernen. Schönes Design ist aber leider nicht alles und so fällt es uns schwer, Drops zu empfehlen, da andere Anbieter mehr bieten, für teilweise weniger Geld.

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Soviel zum Kurzfazit. Natürlich ist es damit nicht getan. Ich habe die App über Wochen auf Herz und Nieren getestet und berichte dir nun im Detail, was ich herausgefunden habe, wie mir die App gefällt und vor allem: Warum sie mir gefällt und was eventuell die Schattenseiten sind.


Inhaltsverzeichnis


Was wurde getestet?

Ich nutze die App Drops seit mehreren Wochen und lerne vor allem Portugiesisch damit. Ich habe aber auch Französisch getestet, eine Sprache, die ich schon gut kann. In Portugiesisch bin ich fortgeschrittener Anfänger, etwa auf dem Niveau A2. Zudem probiere ich Schwedisch, worin ich noch keine Kenntnisse habe, und Russisch, ebenfalls als Komplettanfänger. Russisch habe ich gewählt, weil die Sprache ein anderes Alphabet benutzt. So habe ich eine gute Bandbreite für die App gefunden – und für das Projekt „Drops im Test“.

Ich habe die Android App genutzt (iOS wird auch unterstützt). Ich habe ein relativ neues Handy, das Huawei P30 – und darauf läuft die App sehr schnell und problemlos. Nicht ein einziges Mal hat sie sich aufgehängt oder lange Ladezeiten gebraucht. Das ist, finde ich, schon ein großer Vorteil, denn nichts ist nerviger, als auf das nächste Wort zu warten oder immer wieder von vorne beginnen zu müssen.

Am Computer ist das Lernen nicht möglich, man braucht also zwangsläufig ein Tablet oder ein Smartphone. Das ist aber nicht schlimm, denn die App setzt ja auf „Wischbewegungen“, welche am Computer meist sowieso nicht möglich sind.

Einblick in das visuelle Wörterbuch von Drops

Wie schon gesagt, läuft die App auf meinem Smartphone sehr flüssig und absolut störungsfrei. Technisch scheint die App auf dem neuesten Stand zu sein, die Audioqualität ist sehr gut, die Sprecher haben eine gute Aussprache und angenehme Stimmen. Das ist meiner Meinung nach ziemlich wichtig, denn niemand möchte gerne Sprechern mit unsympathischen Stimmen minuten- oder gar stundenlang zuhören.

Auch mein Mann hat die App getestet, in Spanisch. Er hat sich aber auf die freie Version beschränkt, die eine tägliche Lernzeit von fünf Minuten erlaubt. Er findet die App gut, aber ein bisschen bunt. Seine Einschätzung war ebenfalls, dass ganze Sätze und eine Spracherkennung zum Vergleich der Aussprache fehlen. Gerade wer Rosetta Stone (zum Testbericht) kennt und schätzt, weiß, wie hilfreich eine gute Spracherkennung sein kann.

Umfang und Features: Drops bietet viele Sprachen und ein ansprechendes Design

Das Lernen selbst ist nur auf dem Smartphone oder Tablet möglich. Allerdings bietet die Internetseite ein nettes Zusatzfeature: das visuelle Wörterbuch. Dieses kann auf dem Smartphone nicht abgerufen werden.

Auf dem Smartphone kann der allgemeine Sprachkurs, in Themenbereiche gegliedert, bearbeitet werden. Dieser Kurs ist eingeteilt in die Themen:

  • Essen und Trinken
  • Redewendungen für Reisende
  • Grundlagen
  • Natur und Tiere
  • Mensch und Gesundheit
  • Reisen und Fahrzeuge
  • Heim und Garten
  • Stadt und Geschäfte
  • Beruf und Technik
  • Mode und Bekleidung
  • Spaß und Erholung
  • Wissenschaft und Wissen
  • Sport und Fitness
  • Gesellschaft und Politik

Pro Rubrik gibt es zwischen 6 und 17 Einzelkurse.

Außerdem befindet sich in der App das persönliche Profil, die Sammlung der bereits gelernten Wörter und das sogenannte Dojo. Das Dojo übt Wörter mit optimalem Lernergebnis, allerdings wird es erst nach 50 gelernten Wörtern freigeschaltet.

Informationen, ob die Kurse im Laufe der Zeit noch erweitert werden, habe ich nicht gefunden.

In der freien Version hat man zwar Zugriff auf alle Sprachen, aber immer nur fünf Minuten pro Tag und auch nur auf die jeweils erste Lektion der Kategorie. Wenn man alle Einzellektionen bearbeiten möchte, muss man die Premiumversion kaufen.

Welche Sprachen gibt es bei Drops im Test?

Drops bietet die folgenden Sprachen an:

Arabisch, Chinesisch (Kantonesisch), Chinesisch (Mandarin), Deutsch, Dänisch, Englisch (Amerikanisch), Englisch (Britisch), Esperanto, Französisch, Hawaiianisch, Hebräisch, Hindi, Indonesisch, Isländisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Maori, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch (Brasilianisch), Portugiesisch (Europäisch), Russisch, Samoanisch, Schwedisch, Spanisch (Kastilisch), Spanisch (Lateinamerikanisch), Tagalog, Thai, Türkisch, Ungarisch, Vietnamesisch

Wie man sieht ist dies ein sehr breites Feld an verschiedenen Sprachen. Gerade wer eher „exotische“ Sprachen lernen möchte, wird hier fündig. Obgleich auch dies kein Alleinstellungsmerkmal ist. Aber dazu später mehr.

Didaktisches Konzept: Ausgereift, aber doch veraltet

Wie gut ist die verwendete Lernmethode? Und wie gut sind die Inhalte präsentiert? Kann man damit wirklich eine Sprache lernen? Das sind die Fragen, die ich im Bereich Didaktik untersuche. Dabei zeigt sich, die App hat positive und negative Seiten im Konzept.

Drops bietet besonders für visuelle Lerntypen einen echten Mehrwert

Drops hat zu jedem Wort oder Satz ein aussagekräftiges Bild. (Ganze Sätze gibt es leider nur in der einen Rubrik namens “Redewendungen für Reisende”.) Diese Bilder sind Piktogramme und keine Fotos. Bei jedem Wort wechselt die Farbe des Hintergrundes – das empfinde ich als sehr angenehm, vor allem, weil es schöne und harmonische Farben sind.

Die Übungen in den Lektionen sind abwechslungsreich gestaltet. Mal muss man das Bild mit dem Wort verbinden, mal entscheiden, ob die Abbildung das Wort zeigt oder nicht. Mal muss man Wörter schreiben (durch Antippen der Wortelemente), mal in einem Wortgitter die Buchstaben suchen, ähnlich wie bei einem Wortsuchrätsel. Das macht das Lernen sehr abwechslungsreich, allerdings kommt man durch die vielen Wiederholungen (die für Anfänger gut sind, für Fortgeschrittene aber eventuell ein bisschen langatmig) recht langsam vorwärts. Dafür aber sitzen die Wörter dann auch – ich habe das bei Schwedisch gemerkt.

Beispiel für eine Drops Übung in der App

Es gibt auch eine Gesamtaufstellung der Vokabeln, aufrufbar je Lektion. Das macht es möglich, vor dem Lernen zu entscheiden, ob sich die Lektion lohnt oder nicht. Das ist vor allem für fortgeschrittene Lerner ein positiver Punkt.

Eine Lektion lässt sich in etwa 15 bis 20 Minuten durcharbeiten – das geht nur beim Premium-Account, denn in der freien Version sind die Lerneinheiten auf fünf Minuten begrenzt. Ich finde, 15 Minuten sind genau die richtige Länge. Aber hier gehen Meinungen auseinander. Christian bevorzugt 3-5 Minuten-Einheiten, wie sie beispielsweise Mondly bietet.

Es gibt allerdings keine Wiederholungslektionen an sich. Meiner Meinung nach ist das aber auch nicht notwendig, denn innerhalb des Lernprozesses finden etliche Wiederholungen statt, diese bedienen sich des SPS – Spaced Repetition Systems, also Wiederholungen mit zunehmenden Zeitabständen –, welches höchst anerkannt ist und auch in vielen anderen Vokabel-Apps verwendet wird. Immer vorausgesetzt, man zieht die Lerneinheiten auch durch.

Insgesamt sind die Inhalte praxisnah und alltagstauglich.

Das besondere Feature: Drops verfügt seit einem der letzten Updates über die sogenannten Travel Talks. Hier lernst du nicht nur einzelne Vokabeln, sondern auch Ausdrücke und ganze Sätze, immer bezogen auf bestimmte Situationen. Und hier kann man auch die Sprechgeschwindigkeit herabsetzen, was großartig ist, um die genaue Aussprache zu hören.

Die didaktischen Mängel

Leider werden fast nur Einzelwörter gelernt. Das erfüllt auch den Zweck, wenn man eine Vokabel-App sucht (Tipp: Top 10 Vokabeltrainer lesen). Allerdings macht es das schwierig, die Sprache in den Alltag zu transferieren. Wortkombinationen kommen so gut wie nie vor. Es gibt lediglich einen Themenbereich, der ganze Sätze lehrt. Diesen Themenbereich findest du in den Travel Talks. Das ist zu wenig, um eine Sprache richtig zu lernen!

Die Themenübersicht in der Drops App im Test

In Schwedisch habe ich auch entdeckt, dass im Deutschen die Wörter mit Artikel abgefragt werden, im Schwedischen aber nicht. Also ergibt sich die Kombination „Das Brot – bröd“, was nicht ganz korrekt ist.

Und solche Unzulänglichkeiten können gerade bei Sprachen, die viele Anpassungen an das Geschlecht beinhalten, zum Aus für Drops führen.

Keine weiteren Lernkonzepte und keine Spracherkennung

Die App verfügt über keinerlei weitere Lernmöglichkeiten. Es gibt auf der Internetseite ein visuelles Wörterbuch, welches die Wörter als Wort und als Bild zeigt, immer in Englisch und in der Zielsprache.

Über eine Spracherkennung verfügt die App nicht. Das bedeutet, dass man die Vokabeln immer per Tipp- oder Wischbewegung eingeben muss.

Die Lektionen können nicht durch eigene Inhalte ergänzt werden. Das ist einerseits schlecht für fortgeschrittene Lerner, andererseits ist das aber auch logisch, weil die App ja von den Bildern lebt – und die sind bei eigenen Eingaben nicht zu erzeugen. Hier stößt die App auf jeden Fall an ihre Grenzen.

Gamification – Streaks sammeln

Eine Vernetzung mit anderen Lernen ist nicht möglich, denn ich kann keine Lernpartner sehen oder ihnen folgen. Das schmälert ein bisschen den Gesamteindruck, denn oft lernt man noch schnell eine Lektion, wenn man sieht, dass der Lernpartner das auch getan hat. Wer einmal Mondly ausprobiert hat, weiß, wovon ich spreche. Mondly perfektioniert das System mit Punkten und Lernpartnern und hat sich zurech unseren Testsieg als Motivationskünstler verdient.

Gamification in der Drops App durch Stähnen

Die Übungen in der Drops App sind an sich durch die Wort-Bild-Verknüpfungen schon sehr spielerisch aufgebaut, als Motivationshilfe kann aber nur der Streak erwähnt werden. Wenn man eine Lerneinheit abgeschlossen hat, wird angezeigt, wie viele Tage hindurch man schon ohne Pause gelernt hat. Das motiviert manche Lerner, ist aber in Sachen Gamification etwas dünn. Auch das macht die Konkurrenz besser.

Drops im Test: Fazit zur Didaktik

Die eingesetzten Features sind sinnvoll, allerdings vergibt sich die App einige Möglichkeiten, beispielsweise die fehlende Vernetzung mit anderen Lernern und die nicht vorhandene Möglichkeit der Spracherkennung. Im Großen und Ganzen erfüllt die App aber ihren Zweck, neue einzelne Wörter zu lernen. Aber reicht das, um eine Sprache zu sprechen? Wer talkREAL schon länger folgt, weiß, dass wir das verneinen. In Sachen Didaktik kann uns Drops nicht überzeugen, das Lernkonzept ist zu limitiert. Allerdings ist dies entscheidend für den Lernerfolg.

Benutzerfreundlichkeit: „Sehr gut“

Hier kann Drops glänzen. Schönes Design, übersichtlicher Aufbau und überschaubare Inhalte sorgen für eine einfache Bedienung.

Sowohl die App als auch die Internetseite sind sehr intuitiv aufgebaut. Man muss keine langen Anleitungen lesen, um sich zurechtzufinden. Problematisch ist meiner Meinung nach – aber das ist nur ein klitzekleiner Minuspunkt –, dass man Funktionen suchen könnte, die man von anderen Apps her kennt, die es aber bei Drops nicht gibt.

Die Tutorials sind sehr gut gestaltet. Wenn eine neue Übungsform auftaucht, wird diese vom Programm gezeigt und anschließend wiederholt man die Eingabe noch selbst. Echtes Learning-by-Doing eben.

Lediglich andere Sprachen muss man etwas suchen. So gestaltete sich die Umschaltung von einer Lernsprache auf die andere als etwas schwierig, weil die Funktion sehr versteckt ist. Das ließe sich sicherlich benutzerfreundlicher lösen.

Man kann in der Premiumversion auch die Sitzungslänge (voreingestellt sind 15 Minuten) verändern und das manchmal etwas nervige Plopp-Geräusch und die Vibration des Handys ausschalten. Diese Funktion habe ich aber erst nach zwei Tagen gefunden.

So lernt man Japanisch im Drops Test

Das Fazit für die Bedienung der Drops-App ist also: sehr intuitiv und einfach, abgesehen von der Umstellung auf die zweite Lernsprache und dem Finden der Einstellungsänderungen.

Problem, nicht lateinisches Alphabet

In Russisch – in dieser Sprache habe ich überhaupt keine Vorkenntnisse – hat mich ein bisschen irritiert, dass ich die russischen Wörter zweimal sehe, also in kyrillischer Schreibweise und dann noch einmal angepasst an das „normale“ Alphabet. Ich fände es sinnvoller, keine Hilfen zu haben, denn wenn ich nach Russland fahre, habe ich diese Hilfen auch nicht. Allerdings können diese Hilfen abgeschaltet werden. Im Bereich „Profil“ finden sich all die veränderbaren Einstellungen. Ich habe sie also ausgeschaltet.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Undurchsichtig, aber je nach Angebot ausreichend bis gut

Die Preise sind auf der Internetseite sehr übersichtlich aufgelistet und leicht zu finden, in der App nicht. Man findet sie dort auch, aber nur in Raten. Jedes Mal, wenn man nachschaut, erhält man eine andere Preisinformation (Jahrespreis, Lifetime-Account …).

Ich würde es begrüßen, eine Gesamtübersicht auch in der App zu haben. Zusätzlich sind die Preise bei meinem ersten Aufruf unterschiedlich hoch gewesen, je nachdem, ob in der App oder auf der Internetseite, so dass man erst einmal vergleichen sollte.

Preis-Transparenz geht anders und so wie sich Drops hier präsentiert, hinterlässt es ein Geschmäckle. Ebenfalls vermissen wir eine Geld-Zurück-Garantie seitens Drops.

Die aktuellen Preise (Juli 2019) sind wie folgt gestaffelt:

In der App: Dort findet man die Preisinformationen „von 2,99 bis 189,99 Euro“. Einmal habe ich in der App den Preis „Lifetime-Zugang 159,99 Euro“ gefunden. Auch Angebote habe ich erhalten, beispielsweise über 30% Preisreduzierung auf ein Jahresabo.

Auf der Internetseite (zu finden unter „Go Premium“): Die aktuellen Preise reichen von 9,99 Euro pro Monat bis hin zu 179,99 Euro als Lifetime-Zugang. Wenn man ein Jahresabo abschließt und über die Webplattform bezahlt, spart man 50% des Abopreises und zahlt dann pro Monat nur noch 2,92 Euro.

Drops macht nur Sinn mit Premiumzugang

Die Preisgestaltung könnte also durchaus etwas transparenter sein. Kein Nutzer hat Zeit und Lust, erst einmal 20 Minuten nach dem passenden Angebot zu suchen. Auch sind Elemente der Preisinformation der Webseite in englischer Sprache, was für Sprachlerner eventuell ein Problem darstellen könnte.

Zielgruppe: Für wen eignet sich Drops?

Eines vorneweg. So gut das Konzept des Vokabellernens auch sein mag – das Sprechen lernt man über diese App nicht. Daher fungiert die Drops App als reiner Vokabeltrainer, und das leisten auch andere Apps. Ob besser oder schlechter, kommt auf den Lerntyp an. Drops ist auf jeden Fall gut für visuelle Lerntypen, die zu jedem Wort ein Bild brauchen.

Allerdings möchte ich betonen, dass es sich ausschließlich um Zeichnungen handelt. Häufig eignen sich Bilder, die die Realität abbilden, wesentlich besser für den Lernprozess und man lernt effektiver, da mit richtigen Bildern auch andere Emotionen angesprochen werden.

Ich denke auch, dass Drops, wie die meisten Sprach-Apps, nur eine Ergänzung zum Sprachenlernen sein kann. Um eine Sprache richtig zu lernen, muss man schreiben, lesen, sprechen und hören. Das kann (und will) Drops nicht leisten. Wenn man aber die App nutzt und andere Aktivitäten ergänzt, dann lassen sich gute Fortschritte erzielen.

Alternativen: Meine Drops-Erfahrungen im Vergleich mit Mitbewerbern

Drops ist eine kleine, aber feine Anwendung, hat aber nicht das Potential von Babbel und schon gar nicht der Lernsuite von Rosetta Stone. Der Drops Test hat auch ergeben, dass sie der App Mondly auf jeden Fall unterlegen ist. Allerdings: Nicht alle Sprachlerner brauchen mächtige Tools. Manchmal genügen die Grundfunktionen zum Vokabellernen, und diese sind bei Drops gut umgesetzt.

Dennoch, gerade Mondly (zum Testbericht) bietet wesentlich mehr und vor allem dank Einmalzahlung ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis auf den lebenslangen Zugang! (Hier mehr Informationen.) Da fällt es schwer, Drops zu empfehlen.

Fazit Drops im Test: Drops bietet sehr gute Grundfunktionen, aber…

Die aktuelle Bewertung von Drops im Google Playstore beträgt 4,7 von 5 Sternen. Zudem hat die App schon über eine Million Downloads. Die Auswahl der Sprachen ist (ebenso wie bei Mondly auch) grandios – und selbst Lerner höchst seltener Sprachen wie Tagalog, Hawaiianisch oder Isländisch finden genügend Übungsmaterial.

Nach meinem mehrwöchigen Test kann ich die Bewertung im App Store allerdings nur bedingt nachvollziehen. Aus Sicht des Lernenden, ja, hat man das Gefühl leicht neue Wörter zu lernen.

Aus Sicht einer Sprachlehrerin komme ich allerdings zu einem anderen Urteil. Denn Design ist eben nicht alles und mit Drops wird man nur schwerlich eine Sprache sprechen oder korrekt schreiben können. Dafür fehlen einfach die entsprechenden Übungen, die über das stupide Lernen von Vokabeln hinausgehen.

So gesehen ist Drops kein wirklicher Sprachkurs, sondern mehr ein Vokabeltrainer. Dieser sieht schön aus und macht auch Spaß. Da es aber bessere Programme mit wesentlich mehr Funktionen für teilweise weniger Geld gibt, können wir Drops nicht empfehlen. Wenn wir die Wahl haben, dann greifen wir lieber zu Mondly.

Ein-Satz-Fazit: Es fällt schwer, Drops zu empfehlen – nicht weil die App schlecht ist, sondern weil andere Sprachlern-Apps besser sind.

Drops

7.3

Didaktik:

6.5/10

Benutzerfreundlichkeit:

8.5/10

Preis-Leistung:

7.0/10

Vorteile

  • Motivation durch das Erreichen von Streaks
  • Eine riesengroße Auswahl an Sprachen
  • Eine Bild-Wort-Verknüpfung zu jedem einzelnen Eintrag
  • Die Möglichkeit, die Sprechgeschwindigkeit zu verlangsamen

Nachteile

  • Nur Basisfunktionen zum Vokabellernen
  • Nicht ausreichend Lerninhalte für (weit) fortgeschrittene Lerner
  • Keine Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Lernern
  • Undurchsichtige Preispolitik
Christine Konstantinidis

About Christine Konstantinidis

Autorin, Sprachlehrerin und Coach. Christine unterstützt Menschen seit Jahren beim Sprachenlernen. Passion ist Passion! Genau diese Leidenschaft plus kreative Lerntechniken bringt Christine in die Lernberatung und in die Blogartikel ein!

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