Nur wer sein Ziel kennt, kann auch einen Weg planen, es zu erreichen. Für mich persönlich ist es klar, ich möchte im Spanischen ein Niveau von B2 erreichen. Doch wie genau schaut der Weg aus? Ein entsprechender Lernplan kann da helfen und eignet sich als perfekter Wegweiser und Kompass. Schauen wir uns dieses wichtige Werkzeug „Lernplan“ also genauer an.

Was ist ein Lernplan?

Ein Lernplan ist ein Kalender, in dem Sie eintragen, wann Sie was lernen möchten. Er ist somit eine Art übergeordneter Schlachtplan, der Ihnen beim Lernen den Weg vorgibt. Er kann Ihnen aber auch Halt und Motivation geben, ganz wie Sie es wünschen und benötigen.

Der Lernplan ist besonders hilfreich, wenn Ihnen auffällt, dass Lerneinheiten öfters mal – aus welchen Gründen auch immer – ausfallen oder Sie einfach „vergessen“ haben, Ihre Lerneinheit durchzuführen. Dazu werden in einem Lernplan im Voraus feste Termine gesetzt, die dann wie berufliche oder private Termine einfach abgearbeitet werden.

Grundsätzlich gibt es auch nicht den einen richtigen Plan. Ein Lernplan ist sehr individuell und sollte sich stets an Ihren Zielen und vor allem Ihrem Alltag ausrichten. Was uns zur wichtigsten Frage bringt, wie erstelle ich einen Lernplan?

Voraussetzungen zur Erstellung eines guten Lernplans!

So individuell ein Lernplan auch sein kann, bevor Sie sich an die Erstellung machen, sollten Sie ein paar „Hausaufgaben“ machen. Natürlich brauchen Sie ein Ziel, das Sie erreichen möchten. Es sollte Ihnen sehr klar sein, …

  • warum Sie die Sprache lernen,
  • welches Ihr Zielsprachniveau ist und
  • welche Fertigkeiten (Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben) Sie trainieren möchten.

Diese Ziele sollten Sie dann runterbrechen. Man nennt diesen Ansatz „Top-Down“. Sie haben ein großes Ziel, brechen dies nun in Monatsziele runter. Letztere dann in Wochenziele. Und zum Schluss haben Sie entsprechende Tagesziele vorliegen.

Da Sie in Ihrem Lernplan auch ganz konkret werden sollten, ist es wichtig, Ihren Lerntyp zu kennen. Wer unsere Artikel und unser Coaching verfolgt, der weiß, dass wir alle unterschiedlich lernen. Dem sollten wir auch bei der Wahl der geeigneten Sprachprodukte Rechnung tragen. Planen Sie also, Rosetta Stone  zu nutzen, wenn Sie ein visueller Lerner sind. Oder beispielsweise ASSiMiL mit unserer transREAL-Methode (mehr dazu in unserem Coaching), wenn Sie in Sachen Lerntyp eher literarisch veranlagt sind.

talkREAL-Tipp! Wenn Sie Ihren Lerntyp noch nicht kennen, dann empfehlen wir Ihnen, dies hier zu testen!

Was mache ich gerne?

Die obigen Überlegungen sind teilweise etwas abstrakter. Sie sollten aber auch ganz praktisch werden. Was machen Sie von Herzen gerne?

Denn wenn wir etwas tun, was uns Freude bringt, dann lernen wir besser und schneller. Dies liegt an entsprechenden Stoffen, die unser Gehirn ausschüttet, sobald wir uns mit Dingen befassen, für die wir brennen.

Schreiben Sie genau diese Dinge, für die Sie eine gewisse Leidenschaft haben, auf. Und überlegen Sie, wie Sie diese mit dem Sprachenlernen kombinieren können. Wir nennen dies eine Aktivitätenliste. Hier sind ein einige Beispiele, die Christine Konstantinidis zusammentrug:

  • Podcasts hören
  • Hörbücher hören
  • mit Tandempartnern, Freunden oder Arbeitskollegen sprechen
  • ausländischen Freunden Mails schreiben
  • Bücher lesen
  • Zeitschriften lesen
  • Zeitungen lesen
  • Blogs lesen
  • Apps nutzen
  • Computerprogramme nutzen
  • Texte schreiben
  • Dialoge schreiben
  • zum Sprachenstammtisch gehen
  • Grammatikübungen bearbeiten
  • Shadowing-Übungen machen
  • Filme anschauen
  • Fernsehserien anschauen
  • Radio hören
  • Vokabeln lernen
  • Grammatikanalyse machen
  • transREAL erstellen
  • in Facebook-Sprachgruppen kommentieren
  • Mind-Maps schreiben
  • Kurzgeschichten schreiben
  • Texte übersetzen
  • Sprachspiele spielen

talkREAL-Tipp! Zu vielen dieser Aktivitäten finden Sie in unserem Coaching ganz konkrete Praxisbeispiele. Verstehen Sie, wie Sie diese Aktivitäten zum Sprachenlernen nutzen können. Abwechslung und Spaß garantiert. Hier klicken, für mehr Information ->

Fassen wir kurz zusammen – Sie wissen …

  • mit welchen Produkten Sie lernen wollen,
  • welche Fertigkeiten Sie üben wollen und
  • welche Aktivitäten Sie ausführen wollen.

Zeit, diese Informationen in den eigentlichen Lernplan zu übertragen.

Beispiele für einen Lernplan!

Nehmen Sie nun Ihre Aktivitätenliste und verteilen Sie diese Aufgaben auf die kommenden Tage. Es empfiehlt sich, immer eine ganze Woche im Voraus zu planen. Im Folgenden ein Beispiel, wie dies für das Spanische aussehen kann (fortgeschrittenes Niveau A2/B1). Entsprechende Lernplan-Vorlagen und vertiefende Beispiele finden Sie übrigens in unserem Coaching-Kurs hier.

Montag: Einen Dialog einige Male anhören und vielleicht noch mit der Shadowing-Methode einüben. Zusätzlich 30 Minuten mit dem Sprachlernprogramm Babbel üben.

Dienstag: Einige spanische Sätze selbst schreiben und mit Ihrem Sprachlehrer 60 Minuten sprechen.

Mittwoch: Während des Kochens ein spanisches Hörbuch oder Podcasts anhören und einen kurzen spanischen Text aus dem ASSiMiL-Lehrbuch mit der transREAL-Methode übersetzen.

Donnerstag: Im Internet ein bisschen auf spanischen Webseiten stöbern und 40 Minuten mit der Lernsoftware Babbel trainieren.

Freitag: Eine Mail an eine spanische Freundin schreiben, Ihre transREAL-Übersetzungen aktiv lesen und durch passives Hören einüben.

Samstag: Wie ist es mit einem freien Tag? Ja, auch den sollten Sie einplanen. Aus der Erfahrung heraus, eignet sich der Samstag besonders gut dafür.

Sonntag: Am Abend einen Film in Spanisch anschauen und vorab einige Seiten in einem spanischen Buch lesen. Wenn Zeit übrig ist, gerne auch noch einige Lektionen mit der Sprachsoftware abarbeiten.

Wenn Sie auf eine traditionelle Variante eine Sprache lernen, dann kann es sinnvoll sein, täglich Ihre Vokabeleinheit einzuplanen. Wer sich unserer transREAL-Methode verschrieben hat, der sollte auf jeden Fall mehr Zeit für die entsprechenden 1:1 Übersetzungen einplanen und natürlich auch das aktive Lesen und passive Hören im Lernplan berücksichtigen.

Was kann ich machen, wenn mir ein Lernplan zu aufwendig ist?

Wenn das Planen anfangs zu schwierig erscheint, dann hilft oft die folgende Regel. EINFACH ANFANGEN! So habe ich es bei meinem Spanischlernen gemacht. Die Zeit war äußerst knapp und anstatt lange zu planen, habe ich direkt mit dem Lernen begonnen.

Sprachen lernen. Lass dich jetzt coachen.

Dennoch sollten Sie die Planung nicht ganz vergessen. Sehr gute Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie während des Lernens ein sogenanntes Lernjournal schreiben. Notieren Sie einfach alles, was Sie wann gelernt haben. Diese Notizen sind dann später eine tolle Grundlage, einen Lernplan zu schreiben. Denn so haben Sie auch schon ein Gefühl, was Sie realistisch abarbeiten können und übernehmen sich nicht.

Fazit – Der Lernplan als wichtige Hilfe beim Sprachenlernen

Wer einen Lernplan hat und diesen abarbeitet, der hat einfach mehr Erfolg beim Sprachenlernen. So einfach ist unser heutiges Fazit. Und das zeigen auch die Zahlen und unsere Erfahrung aus unseren Lern-Coachings. Wenn man einen Lernplan hat, dann „bleibt man eher dran“. Planen Sie gerne auch viele Lernaktivitäten mit anderen Personen ein. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diese nicht wahrnehmen, noch geringer.

Was Sie jetzt tun sollten? Ganz klar, beginnen Sie ein Lernjournal zu schreiben, um Ihr Lernen zu dokumentieren. Oder noch besser, schreiben Sie gleich Ihren persönlichen Lernplan. Wenn Sie dazu Feedback haben wollen, dann sind Sie herzlich eingeladen, ein Bild Ihres Lernplans auf unserer Facebookseite zu posten. Wir freuen uns darauf!

Bildnachweis: © unsplash.com/@erothermel

About Christian Roth

Christian ist Gründer von talkREAL.org und YouDuApp.com. Er liebt es, mittels Technologie das Lernen zu vereinfachen. Auf talkREAL gibt Christian darüber hinaus Tipps, wie man seinen eigenen Lerntyp beim Lernen optimal berücksichtigt.

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