Die transREAL – Methode bietet eine Möglichkeit, eine Fremdsprache zu lernen, ohne Grammatik pauken zu müssen. Dabei handelt es sich um eine genau definierte Wort-für-Wort Übersetzung, die das Lernen einer Fremdsprache zur spannenden Entdeckungsreise werden lässt. Was es genau damit auf sich hat und wie du es am besten anwendest, erfährst du in diesem Artikel.

Die Idee der direkten Wort-für-Wort Übersetzung

Der Gedanke der 1:1 Übersetzung besinnt sich auf die Vorgehensweise des Erlernens unserer Muttersprache. Unser Gehirn leitet die Regeln einer Fremdsprache unterbewusst und vollautomatisch ab. Diese Vorgehensweise nennt sich Abstraktion und ist tief in unserem Innersten verwurzelt.

Mit einer direkten Wort-für-Wort Übersetzung einer Fremdsprache ins Deutsche unterstützen wir diesen Prozess und helfen unserem Gehirn, schneller die Strukturen der neuen Sprache zu verstehen. Dabei nutzen wir die Möglichkeit, neues Wissen an bereits bestehende und abgespeicherte Informationen anzuknüpfen. Denn eine Sprache beherrschst du ja bereits perfekt – deine Muttersprache.

transREAL = Wort-für-Wort Übersetzung

An dieser Stelle möchte ich nun die neue Bezeichnung „transREAL“ einführen. Die Verwandtschaft zu talkREAL ist unverkennbar und zeigt auf, für wie wichtig ich die Wort-für-Wort Übersetzung beim Lernen einer Fremdsprache halte. Gleichzeitig soll der eigenständige Begriff klarmachen, um was es geht, denn die Formulierung Wort-für-Wort Übersetzung ist doch ein wenig sperrig.

So funktioniert die transREAL – Methode

Beginnen möchte ich mit einer Frage: „Hast du jemals in einem Text ein Wort markiert, das du nicht kanntest, indem du eine Erklärung darunter oder darüber geschrieben hast?“ Ich wette, die Antwort ist ja! Und somit meinen herzlichen Glückwunsch, du kannst bereits dekodieren.

Dekodieren? Schon wieder eine neue Bezeichnung für dieselbe Sache. Dekodieren ist dabei ein Begriff, den Vera F. Birkenbihl (kurz VfB) maßgeblich geprägt hat. Dabei hat sie die Wort-für-Wort Übersetzung nicht erfunden, aber für das Sprachenlernen systematisiert.

tR-Tipp! Wer sich eingehender mit der Birkenbihl-Methode des Dekodierens auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch „Sprachenlernen leichtgemacht“ empfohlen.

In Teilen greife ich die Empfehlungen des Buches in den nachfolgenden Beispielen auf. Diese wiederum sind auf die Sprachen Englisch (also eine Englisch-Deutsch Übersetzung) und Spanisch (Spanisch-Deutsch Übersetzung) bezogen, da dies für die meisten Leser am wichtigsten ist. Die beschriebenen Regeln lassen sich aber auch auf alle anderen Sprachen anwenden.

Die 7 Regeln der Wort-für Wort Übersetzung

01 Schreibe das Wort immer unter das zu übersetzende Fremdwort.
Beispiel:

Übersetzung Englisch Deutsch

02 Verwende die Artikel-Form der Fremdsprache.
Beispiel:

Übersetzung Englisch Deutsch

03 Übernehme bei Sprachen, die nur einen Artikel kennen, diesen in der Fremdsprache.
Beispiel:

Übersetzung Englisch Deutsch

04 Nutze alle Sprachkenntnisse, die du hast.

Warum solltest du dich immer streng an die Übersetzung Englisch – Deutsch halten? Nutze andere Sprachkenntnisse, wenn sie dir beim Dekodieren helfen. So hätte ich beispielsweise im zweiten Beispiel unter das „Sind“ in einer anderen Farbe „Have“ geschrieben, so kann ich direkt die Assoziation zur zusammengesetzten Form im Englischen herstellen.

VfB empfiehlt in diesem Zusammenhang, die englischen Formen für das deutsche „sie“ zu nutzen, da dieses im Deutschen zu viele verschiedene Bedeutungen hat. Die Verwendung der englischen Wörter „she, they, you“ ist in diesem Zusammenhang eindeutiger.

05 Verwende verschiedene Übersetzungs-Typen.

Mit Übersetzungs-Typen ist in diesem Zusammenhang die Art und der Grad der deutschen Umschreibung gemeint. So kann man im dritten Beispiel anstatt „neu“ auch „neue Gebäude“ schreiben. Letzteres macht das spätere Lesen ein wenig einfacher.

tR-Tipp! Spiele mit der Art der Übersetzung und finde heraus, was dir am besten liegt. Dies ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann sogar von Text zu Text variieren.

06 Übernehme Worte in der Fremdsprache, für die es keine direkte Übersetzung gibt

In manchen Sprachen gibt es Zeichen oder Worte, für die es im Deutschen keine direkte Übersetzung gibt. Ein Beispiel sind im Japanischen die Worte „wa“ oder „ka“. Übernehme diese einfach wörtlich in deutscher Schrift und wie man sie im Deutschen ausspricht.

07 Ergänze fehlende Worte (optional)

Im Umkehrschluss zu Nummer 06 lassen manche Sprachen bestimmte Worte weg, die man im Deutschen nicht so einfach unter den Tisch fallen lassen kann. Im zweiten Beispiel sehen wir, dass in der spanischen Sprache häufig die Personalpronomen wegfallen. Die Person wird dabei aus der Verbform ersichtlich.In der Wort-für-Wort Übersetzung kann dies entsprechend ergänzt werden. Das obige Beispiel würde dann wie folgt aussehen:

Dekodieren nach Birkenbihl Beispiel 04

Ich persönlich nutze diese Ergänzung nur bei Sprachen, die mir, wie das Arabische, weniger vertraut sind. Beim Spanisch lernen lasse ich dies meist weg. Aber auch hier gilt der tR-Tipp „Einfach ausprobieren“.

Wenn du das Wort allerdings ergänzt, dann versuche deutlich zu machen, dass dieser Teil so in der Fremdsprache nicht vorkommt. Im Beispiel habe ich dies durch die Klammer und den Bindestrich versucht, deutlich zu machen.

Welche Erkenntnisse können wir aus den drei Beispielen erlangen?

An dieser Stelle empfehle ich dir, nimm dir doch ein paar Sekunden und überlege, was du alles aus diesen drei kleinen Sätzen lernen kannst! Du wirst verwundert sein, welche Unterschiede im Satzaufbau herauszulesen sind. Im Englischen fallen die Endungen weg (das „neu“ Gebäude). Darüber hinaus kannst du erkennen, dass im Spanischen das „Wir“ einfach weggelassen und in der Verbform aufgenommen wird. Und so weiter…

Diese kleine Übung ist insbesondere für alle Zweifler gedacht, die, wie ich auch, vom deutschen Schulsystem geprägt sind. Es ist nicht immer einfach, loszulassen und sich auf die neue Methode einzulassen. Dennoch ist obiges Bewusstmachen der strukturellen Unterschiede gar nicht notwendig. Dein Gehirn wird diese mit der Zeit selbst erkennen und du wirst automatisch die richtige Satzstruktur parat haben.

Sprachen lernen. Lass dich jetzt coachen.

Dekodieren – Lass dich darauf ein.

Es ist wichtig zu verstehen, dass das Deutsche genauso sinnig und unsinnig ist wie jede andere Sprache auch. Macht die Frage „Wie geht es dir?“ denn Sinn? So wirklich passt das Wort „gehen“ dort doch gar nicht rein, oder? Wir sind es einfach gewohnt und können es richtig anwenden. Und das solltest du auch mit der Fremdsprache machen – Gewöhne dich einfach an deren Klang und Beschaffenheit!

Denn was ist die Alternative? Die häufig in der Schule anzutreffende Vorgehensweise wäre wohl, die einzelnen Vokabeln stur auswendig zu lernen. Gleiches gilt für die Grammatik. Zusammenhanglose Regeln, die du nur schwerlich an bekanntes Wissen anknüpfen kannst.

transREAL versus sinngemäße Übersetzungen

Greifen wir noch einmal das Beispiel „We are very pleased to have you here“ von oben auf. „Wir freuen uns sehr, dich hier begrüßen zu dürfen“ ist die sinngemäße Übersetzung aus einem Langenscheidt Sprachkurs.

Und stelle dir nun folgende Situation vor. Du begrüßt am Flughafen eingetroffene Gäste. Wie gehst du vor? Du hast den obigen deutschen Satz im Kopf und versuchst, die einzelnen Worte zu übersetzen und diese dann in die richtige Form und an die korrekte Stelle des Satzes zu bugsieren?!

Ehrlich gesagt, ich finde, dies ist eine umständliche und unnatürliche Vorgehensweise. Auch wenn dies eine durchaus gängige Lehr- und Lernpraxis darstellt. Wenn du mit dieser Vorgehensweise in der Vergangenheit erfolgreich warst, okay. Andernfalls solltest du die transREAL Methode ausprobieren!

Wort-für-Wort Übersetzung: Stelle dich auf Kritik ein

Für viele ist die Wort-für-Wort Übersetzung eine ungewohnte Lernmethode und so mag der eine oder andere diese auch ablehnen. Ich kann sogar den Lehrer verstehen, der es als sinnlos abtut, gibt es doch keine 100% richtige Dekodierung. Wie soll denn die liebe Lehrkraft so die beliebten Noten verteilen?! (Einen gewissen Sarkasmus mag man mir an dieser Stelle nachsehen.)

Des Weiteren wird häufig bemängelt, dass die Übersetzung nach der transREAL – Methode einfach kein gutes Deutsch ist. Ein richtiger, aber unerheblicher Einwand. Denn du willst doch Englisch lernen oder Spanisch oder Italienisch…

transREAL – Die Wunderwaffe zum Lernen einer Fremdsprache?!

Ich wünschte, ich könnte dies einfach bejahen und transREAL wäre die Methode, mit der ein Jeder ganz leicht eine neue Fremdsprache lernt. Und in der Tat ist die Wort-für-Wort Übersetzung für Viele wirklich hilfreich. Doch die Erfahrung zeigt, dass diese Vorgehensweise nicht für Jeden optimal ist.

Eine Auswertung bisheriger Testergebnisse hat gezeigt, dass insbesondere die auditiven und literarischen LernTYPen gut mit transREAL zurechtkommen. In Sachen LernSTIL sind es eher die Solisten und die Praktiker, die Gefallen daran finden. Wer sich dort eingruppiert, dem steht mit transREAL ein starkes Werkzeug zur Verfügung.

tR-Tipp! Für den visuellen und kinästhetischen Lerner befindet sich eine abgewandelte Lernmethode, die sich für den jeweiligen LernTYP besser eignet, in der Entwicklung. Abonniere doch den talkREAL – Newsletter und erhalte diese Informationen automatisch per E-Mail.

Nutze deine eigenen Inhalte!

Der größte Vorteil der transREAL – Methode ist meines Erachtens, dass du sie mit einer Vielzahl von Inhalten und Formaten umsetzen kannst. Und das bedeutet vor allem eins, du kannst mit Inhalten lernen, die dich wirklich interessieren!

Diesen Fakt kann man gar nicht genug betonen! Sobald wir uns für etwas interessieren, lernen wir in der Regel wie von selbst! Also warum nicht den Lieblingsfilm oder -song übersetzen?! Twitter bietet ebenfalls interessante Möglichkeiten, in eine neue Fremdsprache einzutauchen. Oder kaufe dir die Zeitschriften, die dich interessieren, in deiner Ziel-Fremdsprache und wende die transREAL – Methode darauf an.

Deiner Fantasie sind in diesem Zusammenhang eigentlich keine Grenzen gesetzt. Allerdings solltest du natürlich ein wenig aufpassen, denn du willst nicht Yodas Satzaufbau lernen oder auch der ein oder andere Rap-Text mag dich nicht wirklich gut auf deine nächste englische Kommunikation vorbereiten.

Die Lernschritte nach der Übersetzung – Wie geht es weiter?

Nachdem du mit der transREAL – Methode deinen Text übersetzt hast, hört das Lernen aber noch lange nicht auf! Du hast zwar den Hauptteil der Arbeit hinter dir, aber nun folgt eine Mischung aus aktivem und passivem Lernen. Für dieses ist es übrigens sinnvoll, wenn der von dir gewählte Text auch in einem Audio-Format vorliegt. Alles weitere dazu und wie du dabei genau vorgehen solltest, um die neuen Worte und Struktur zu verinnerlichen, erkläre ich in einem Folge-Beitrag. Stay Tuned!

It’s your turn…

Mich würde deine Erfahrung mit der transREAL – Methode interessieren. Nutze doch den Kommentar-Bereich und beschreibe deine individuelle Vorgehensweise. Auf diesem Weg können wir eine Sammlung von Best Practices erstellen und transREAL zusammen weiterentwickeln.

Bildnachweis: © yuryimaging – Fotolia.com

Christian Roth

About Christian Roth

Christian ist Gründer von talkREAL.org und YouDuApp.com. Er liebt es, mittels Technologie das Lernen zu vereinfachen. Auf talkREAL gibt Christian darüber hinaus Tipps, wie man seinen eigenen Lerntyp beim Lernen optimal berücksichtigt.

45 Comments

  • […] ist allerdings meine Vergesslichkeit, wenn es um Regeln geht. (Nicht umsonst geht es bei der transREAL – Methode darum, ohne Grammatikpauken eine Sprache zu lernen). Und hier wirkt sich der reine Onlinebezug […]

    • Matthias Schroeter sagt:

      Guten Tag,

      Ich interessiere mich für die TransReal Methode und würde gerne wissen, ob es ein Tool gibt, womit man Texte selber dekodieren kann die einen interessieren. Es gibt zwar unterschiedliche Angebote dekodierter Texte, allerdings finde ich die Angebote inhaltlich nicht sehr attraktiv.

      Gruss Matthias

      • Hallo Matthias,

        das ist in der Tat gar nicht so einfach. Ein wirklich tolles Tool kenne ich nicht. Mit http://vicoding.vilango.com gibt es ein Angebot, das vom Hersteller aber auch nicht aktiv promoted wird. Vielleicht kannst du dich da aber anmelden und es nutzen. Ich muss gestehen, dass für mich das einfachste immer noch ist, die einzelnen transREALs per Hand auf Papier anzufertigen. Das ist nicht besonders zufriendenstellend, da auch nicht sehr portabel, hat aber den Vorteil, dass man durch das handschriftliche die Sprache doch auch noch mal auf eine andere Art verinnerlicht.

        Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

        Viele Grüße
        cR

  • […] eine ausführliche Beschreibung mit vielen Beispielen empfiehlt es sich an dieser Stelle, den ursprünglichen Beitrag kurz nachzulesen. Dort findest du ebenfalls die sieben wichtigsten Tipps zur einfachen Anwendung […]

  • […] mit uns teilst!Das könnte dich ebenfalls interessieren:Vokabeln lernen leicht gemacht (Teil 01)Die transREAL – MethodeDie Wahrheit über das SprachenlernenDie kostenlose talkREAL LerndokumentationAnzeige: Image […]

  • […] störend?Das könnte dich ebenfalls interessieren:Vokabeln lernen leicht gemacht (Teil 01)Die transREAL – MethodeDie Wahrheit über das SprachenlernenDie kostenlose talkREAL LerndokumentationAnzeige: Image […]

  • […] diesem Zusammenhang, immer auch Lernziele, die den eigenen Interessen entsprechen, zu definieren. Dekodiere deinen Lieblingssong einer spanischen Band oder lies die neusten Videospiele-Highlights auf […]

  • Caspar Molto sagt:

    Gibt es eine Software wo man das Dekodieren am PC erledigen kann?

    • Hallo Caspar,
      es gibt die Lösungen von Birkenbihl (Hier ein Link zur englischen Version auf Amazon). Diese sind aber bereits dekodiert und bieten leider nicht die Möglichkeit, mit eigenen Inhalten zu lernen. Ansonsten machen diesen aber einen sehr guten Eindruck und man kann direkt mit dem eigentlichen Lernen anfangen. Ist das ungefähr, was du suchst?
      BG _tR
       

  • […] Inhalte haben das elektronische Licht der Welt erblickt. Eines der wichtigsten Konzepte ist dabei die transREAL-Methode, die es dir ermöglicht hirngerecht und mit deinen eigenen Lieblingsinhalten zu lernen. Und so […]

  • […] Kinderbücher gerade zu Beginn des Lernprozesses auch hervorragend für die Anwendung der transREAL-Methode.Ein Beispiel gefällig? „Wo die wilden Kerle wohnen“, oder vielen vielleicht auch […]

  • […] seid klasse!Das könnte dich ebenfalls interessieren:Vokabeln lernen leicht gemacht (Teil 01)Die transREAL – MethodeDie Wahrheit über das SprachenlernenDie kostenlose talkREAL LerndokumentationAnzeige: […]

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  • […] zu achten hast, klären die jeweiligen Artikel, die du unter den nachstehenden Links findest:transREAL Wort-für-Wort Übersetzung und das Grammatiklernen hat ein Ende -> transREAL und dann? So zündest du den Sprachenlern-Turbo! ->tR-Tipp! Übrigens eignet […]

  • […] und Tricks rund um die Anki-Nutzung jederzeit willkommen. Nutzt jemand beispielsweise Anki mit der transREAL Methode? Das müsste analog des obigen Beispiels zum Grammatik lernen ja wunderbar […]

  • […] im Vordergrund und wird durch die teils wörtliche Übersetzung unterstützt, die der transREAL-Methode zuweilen ähnelt. Ebenfalls trainiert man mit Hilfe der Audio-Dateien die eigene Aussprache. […]

  • Annie sagt:

    Für Erwachsene ist das bestimmt toll, wenn sie selbst bestimmen, was, wie wann gelernt wird. Was ist aber mit Sprachenlernen TROTZ Schulunterricht? Da suche ich was für eine 12Jährige in Englisch. Und muss sagen, dass ich ihr da fachlich gar nicht helfen kann, da ich Englisch nie gelernt habe.

    Ich glaube Sprachenlernen trotz unproduktiven Vokabeln paukenden, mit Grammatikregeln und Fachbegriffen um sich schmeißenden minderwertigen Schulunterricht, das ist ne echte Herausforderung. Ich kann ja schlecht meinem Kind sagen, dass er keine Vokabellisten lernen soll. Immerhin wird exakt das in Vokabeltests abgefragt.

    • Hallo Annie,

      sehr interessante Formulierung deinerseits „Sprachenlernen TROTZ Schulunterricht“. Traurig aber wahr, ich habe und erlebe leider immer noch ganz schlimme Beispiele in Sachen schulischem Sprachenunterricht.

      Ich persönlich würde da zweigleisig fahren. Auf der einen Seite richtiges Englisch lernen – abseits und losgelöst von der Schule. Wichtig sind da eben Inhalte, die eine 12-Jährige auch interessieren. Bzgl. der Vokabeltests ist das so eine Sache. Schlimm genug, dass noch immer so stupide und falsch Wissen abgeprüft wird, aber was solls, Lösungen sind gesucht… Zu den meisten Schulbüchern gibt es auch Lehrerversionen, die mehr Audio-Inhalte enthalten. Ich würde vorschlagen, den Text des Schulbuchs per transREAL zu übersetzen und dann mit passivem Hören und aktivem Lesen zu arbeiten (in der Hoffung die Lehrkraft gibt die Audio-Inhalte raus. Wenn sie keine Angst hat, dass ihre Schülerin was lernt, sollte das klappen ;-)). Im Allgemeinen werden die zu prüfenden Vokabeln ja in dem Text bereits erwähnt. So kann man sich also schon auf den Vokabeltests vorbereiten. (Wichtig ist dabei, auf mögliche unterschiedliche Verbformen zu achten – mehr Infos dazu erhälst du in der zweiten Phase der Coaching Tour)

      Zusätzlich sollte man entsprechend gezielt neue Wörter lernen, die man für den Test benötigt. Schau doch mal in die Blog-Serie zum Vokabeln lernen, dort solltest du wichtige Tipps erhalten, wie unser Gehirn richtig lernt.

      Ich hoffe ich konnte weiterhelfen?!

      Beste Grüße

      cR

  • […] intensive Lesen hat meines Erachtens gerade zu Beginn des Lernens seine Berechtigung und so ist die transREAL-Methode als Anwendung dieses Lesestils zu interpretieren. Das langsame Lesen und die wortwörtliche […]

  • karl maass sagt:

    ich kann ganz leidlich englisch und spanisch ,
    hätte zu textübersetzungen aber gerne ein programm ,
    das mir auf tasten-druck
    das wort-für-wort ausspuckt . —
    ? habt ihr sowas ?

    • Hallo Karl,
      ein Programm, das dir eigene Texte in der hier dargestellten Form übersetzt kenne ich leider auch nicht. Wie in den Kommentaren weiter oben erwähnt gibt es Software, die mit vorgefertigten Texten arbeitet.
      Die meisten Übersetzungsprogramme falllen leider auch raus, da sie meist „richtige deutsche“ Sätze anbieten (oder es zumindest versuchen :-)) Sollte mir allerdings ein gutes Stück Software bekannt werden, dann lass ich es dich wissen.
      Beste Grüße
      cR

  • Amir sagt:

    Hallo Christian,
    wie sind deine Erfahrungen bzgl.der arabischen Sprache. Du hast kurz erwähnt, wie du im Arabischen vorgehst, daher würde mich interessieren wie du mit dieser Sprache umgehst oder ob du noch spezielle Tipps hast?

    • Hallo Amir,
      ich habe das nur als Beispiel genommen. Umso fremder die Sprache, umso mehr Hilfsmittel nutze ich, bzw. umso mehr Infos füge ich bei der Wort-für-Wort Übersetzung hinzu. Am besten aber einfach ausprobieren, was dir am besten liegt. Manchmal ist es auch sinnvoll, am Anfang mehr Infos in die Übersetzung aufzunehmen und später langsam immer weniger Ergänzungen zu machen. BG cR

  • […] englischen oder spanischen Tageszeitung. Du kannst auch täglich drei Sätze nach der transREAL-Methode übersetzen. Ein Sprachkalender ist ebenfalls eine gute Idee – für jeden Tag ein Blatt hast […]

  • […] Lerntipp vom talkREAL-Institute: Für alle diese Shadowing-Durchgänge sind deine mit der transREAL-Methode bearbeiteten Texte sehr gut geeignet. Setze die Shadowing-Technik dann ein, wenn du die […]

  • Layana-Luan sagt:

    Assimil benutzt diese Methode auch seit Jahrzehnten.
    Meine Frage ist: ich arbeite mit dem Langenscheidt komplett-Paket Englisch und kann ich das Decodieren auch darauf anwenden? Was muss ich dann alles decodieren? Nur die Dialoge oder auch die ganzen Übungen?

    Kann man später auch normale Deutsche Texte übersetzen oder muss man die erst umschreiben?

    Lg

    • Hey,
      ja, ASSiMiL benutzt eine ähnliche Methode. Leider ziehen sie das nicht komplett durch ihre Kurse durch. Sie bieten meist „richtige“ Übersetzungen. Zu deiner Frage, was du alles Dekodieren sollst. Grundsätzlich gilt, umso mehr, desto besser 🙂 Am besten, du fängst mit den Inhalten an, zu denen du auch Audio-Material hast. So kannst du mit passivem Hören und aktivem Lesen weitermachen. VG cR

  • […] Für eine ausführliche Beschreibung mit vielen Beispielen empfiehlt es sich an dieser Stelle, den ursprünglichen Beitrag kurz nachzulesen. Dort findest du ebenfalls die sieben wichtigsten Tipps zur einfachen Anwendung […]

  • […] diesem Zusammenhang, immer auch Lernziele, die den eigenen Interessen entsprechen, zu definieren. Dekodieren Sie Ihren Lieblingssong einer spanischen Band oder lesen Sie die neusten Videospiele-Highlights auf […]

  • […] Übersetzung, die wir hier auf talkREAL weiterentwickelt haben und der Einfachheit halber transREAL nenne. In Kombination mit aktivem Lesen und passivem Hören lernen wir dabei Vokabeln wie von […]

  • […] auch. Für die 1:1 Übersetzung finden Sie mit Hilfe unseres Coaching-Kurses und unserer transREAL genannten Lerntechnik Abhilfe. Nutzen Sie Erklärungen plus Beispiele, wie dieser Lernturbo anzuwenden ist. Ziel ist es, […]

  • […] nutze zum Beispiel Liedtexte für meine 1 zu 1 Übersetzungen, die wir ja transREAL nennen. Und so lasse ich mich jeden Morgen von dem zuletzt übersetzten Lied wecken. Toller Nebeneffekt, […]

  • […] Ihr Lieblingsbuch und ein zugehöriges Hörbuch oder einen Film nutzen, um sich, mit vorher gelernten Lerntechniken, die Sprache selbst […]

  • […] lernen, dann kann es sinnvoll sein, täglich Ihre Vokabeleinheit einzuplanen. Wer sich unserer transREAL-Methode verschrieben hat, der sollte auf jeden Fall mehr Zeit für die entsprechenden 1:1 Übersetzungen […]

  • Bernd Richter sagt:

    Guten Abend,
    ich stelle immer wieder fest, dass Ihre Seite ein großartiges Potential an Tipps, Methoden, Programmhinweisen, Empfehlungen, Test und und und … bietet! Es ist ein echter Schatz für Freunde des Sprachenlernens! Sie nennen auch lobenswerter Weise die Wurzeln Ihrer Methode bei V. F. Birkenbihl. Eine kleine Rückfrage drängst sich mir noch auf. Zitat: „Dekodieren ist dabei ein Begriff, den Vera F. Birkenbihl (kurz VfB) maßgeblich geprägt hat. Dabei hat sie die Wort-für-Wort Übersetzung nicht erfunden, aber für das Sprachenlernen systematisiert.“ Das scheint mir doch ein bisschen sparsam zu sein mit der Angabe der Quelle. Wer hat die Wort-für-Wort-Übersetzung erfunden, wenn nicht VFB? V.F. BIRKENBIHL hat doch im Großen und Ganzen komplett den Ansatz entwickelt wie er bei transREAL verwendet wird (inklusive Vokabular und der Kritik am schulischen Lernen 😉
    Zugegeben, Sie haben diesen Ansatz großartig weiter entwickelt, aber der „Erfinder“ ist doch wohl VFB.
    Bitte dies nicht als böse Kritik verstehen. Ich bin ein großer Fan Ihrer Seite.

    Herzliche Grüße
    Bernd

    • Hallo Herr Richter,
      in der Tat hat Frau Birkenbihl einen wundervollen Job gemacht und die Dekodierung ist ein tolles Werkzeug. Ich meine mich allerdings zu erinnern, dss Sie selbst einmal sagte, dass Sie die Wort-für-Wort Übersetzung nicht erfunden hat. Sie hat Sie, genau wie Sie sagen, standardisiert.

      Und ja, wir bauen darauf auf. Aktuell arbeiten wir auch an etwas Neuem, dass dann auch klar die Unterschiede zur klassischen Birkenbihl-Methode aufzeigt. Oder anders gesagt, die entsprechende Abänderung der 1:1 Übersetzung. Im Grunde gilt aber auch hier, jeder lernt verschieden und jeder sollte für sich seinen Weg finden, das Dekodieren zu nutzen.

      Ich danke Ihnen auf jeden Fall für diesen wertvollen Kommentar und dass Sie nochmals eindeutig darauf hinweisen, welch wichtige Arbeit Vera F. Birkenbihl leistete!

      Beste Grüße
      cR

  • […] Punkt 5 und 6 der obigen Aufzählung schiebe ich meist noch die transREAL-Erstellung des Lektionstextes ein. Ich will und brauche einfach überall die wortwörtliche Übersetzung. […]

  • […] Informationen finden Sie auch in unserem Einführungsartikel „transREAL – Und das Grammatikpauken hat ein Ende!“. Eine detaillierte Beschreibung, inklusive aller Regeln zur richtigen Anwendung und vieler […]

  • Ich kann mit dem Konzept „Wort für Wort übersetzen“ nichts anfangen, das negiert erstens völlig die unterschiedlichen Denksysteme der Sprachen, die ünterschiedlichen kulturellen Erfahrungen und führt zu einem schlechten Stil.
    Ich denke in den Sprachen, die ich spreche, wie gut oder schlecht ich sie auch beherrsche. Ich gebe zu, das hat manchmal den Nachteil, dass ich in ein verbalen Loch stolpere, weil der auslösende Reiz (z.B. der Begriff in der Muttersprache) erst einmal fehlt. Andererseits ist damit eine fließende Kommunikation möglich und kein internes Übersetzen. .
    Dies entspricht auch eher den Ansätzen ger generativen Transformationsgrammatik, d.h. ich habe auf der Tiefenenbene eine nicht in einer bestimmten Sprache definierte „Aussage“, und versuche diesen Sinn in der jeweiligen Sprache auszudrücken. Außer bei Vorbereitungen zu Reden etc. sagen wir uns auch nicht das, was wir ausdrücken wollen, im Stillen vor, sondern aus dem Gedachten fließt dann direkt die Rede!

    • Hallo Wolfgang,

      du hast absolut Recht. So wie du es machst, in der Fremdsprache zu denken, ist genau richtig. Und genau dies unterstützt auch unsere Art der 1:1 Übersetzung. Du hast da am Ende ja einen völlig verdrehten Deutschen Satz, der genau die Struktur und das „Denksystem“ der zu lernenden Sprache widerspiegelt.

      Zugegeben ist dies aber sogar nicht 100% notwendig. Durch die Erstellung der 1:1 Übersetzung hat man aber so viele Aha Momente, das ist wunderbar. Und auch das spätere aktive Lesen unterstützt den Lernprozess. Man lernt schlichtweg schneller.

      Ich hoffe, ich konnte da etwas Licht ins Dunkel bringen. Dein Ansatz ist also absolut richtig, so wie ich es verstanden habe, und unsere Methode unterstützt diesen noch.

      Beste Grüße
      cR

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