Vokabeltrainer Phase-6 im Test

Lernen mit Schulbuch und Phase-6

Inhaltsübersicht:

Seite 01: Kurzfazit – Was wurde getestet – Umfang & Features
>> Seite 02: Benutzerfreundlichkeit – Didaktisches Konzept
Seite 03: Zielgruppe – Preis/Leistung – Alternativen – Fazit


Benutzerfreundlichkeit: Wie einfach ist Phase-6 zu nutzen?

Einfache Handhabung und schnelles Navigieren sind nicht nur zentrale Punkte einer angenehmen Nutzererfahrung, sie erleichten auch den Lernprozess. Kann der Vokabeltrainer Phase-6 im Test damit glänzen?

Übersichtlich, aber etwas trist

Der Vokabeltrainer Phase-6 hält seine Benutzeroberfläche schlicht. Das ist aber gar kein Problem, denn das Navigieren geht einfach und schnell. So wird der Lernprozess nicht durch unnötiges Durchklicken verzögert und man findet meist sofort, was man sucht. Gerade zu Anfang ist das angenehm, da man keine Zeit zur Eingwöhnung braucht und die Funktionen der App bereits zu Anfang voll ausnutzen kann.

Startet man die App, landet man im Lerncenter. Von dort aus kann man direkt auf seine Vokabelsammlung(en) sowie das Wörterbuch zugreifen. Oben links befindet sich ein Menü, in dem man beispielsweise Ranglisten findet oder zur eigenen Vokabeleingabe gelangt. Alle Buttons sind unmissverständlich beschriftet, sodass man immer da landet, wo man hin möchte.

Die Startseite von Phase-6 im Test

Das Standard-Design ist etwas trist, aber auch dafür schafft Phase-6 im Test Abhilfe: Durch Lernerfolge und kleine Aufgaben lassen sich verschiedene Designs freischalten, sodass die Nutzeroberfläche zumindest ein Stück weit personalisierbar ist. Das sieht man nicht oft, obwohl es eine coole Idee ist.

So richtig farbenfroh wird es bei der App aber leider trotzdem nie, denn diese Designs ändern lediglich die Farben im Menü. Besonders für Kinder und Jugendliche, die ja einen großen Teil der Zielgruppe ausmachen, kann das die Motivation zum Lernen beeinträchtigen. Hier könnte man zum Beispiel mit Bildern oder kleinen Illustrationen abhelfen, die den Lernprozess etwas verschönern.


‒ DER BESTE SPRACHKURS? ‒

Wir testen dutzende Sprachkurse.
Doch nur einer ist die Nummer 1!


Insgesamt ist die Benutzeroberfläche ganz gut gestaltet. Einzig das Design könnte ansprechender sein, besonders wenn Schüler die App nutzen. Der Lernprozess an sich wird dadurch aber letztendlich nicht beeinträchtigt. Das Navigieren ist einfach und schnell, daher gibt es hier nicht viel auszusetzen!

Didaktisches Konzept: Wie erfolgreich lerne ich mit Phase-6?

Obwohl eine übersichtliche Benutzeroberfläche und ein ansprechendes Design natürlich nette Vorteile eines Vokabeltrainers sind, ist es dennoch das didaktische Konzept, das wirklich für den Lernerfolg zählt. Wie vermittelt Phase-6 Nutzern den Lernstoff?

Vokabeln auf dem Silbertablett serviert

Phase-6 ist ein Vokabeltrainer im klassischen Sinne: Gelernt wird hier ausschließlich mit Karteikarten. Das bedeutet aber bei weitem nicht, dass die App keinen Vorteil gegenüber herkömmlichen Karteikarten aus Papier bietet, im Gegenteil.

Der erste große Vorteil ist, dass man hier nicht mit willkürlichen Vokabeln lernt oder diese sogar selbst eingeben muss. Phase-6 arbeitet mit zahlreichen Verlagen für Lehrbücher zusammen und bietet Vokabelsammlungen von hunderten von Büchern in verschiedensten Fremdsprachen. Auch eine Vielzahl an Lernniveaus und Altersgruppen wird hier abgedeckt.

Im Vokabeltrainer Phase-6 finden sich Bücher dieser Verlage - und noch mehr!
In Phase-6 finden sich Bücher dieser Verlage – und noch mehr!

Da es sich meist um sehr viele Vokabeln pro Buch handelt, werden diese zudem in Themenfelder eingeteilt, die in der Regel zu den Kapiteln des Lehrbuches passen. So kann man die App ohne großen Aufwand parallel zum Unterricht verwenden.

So sieht eine typische Karteikarte aus bei Phase-6 im Test
So sieht eine typische Karteikarte aus

Auch die Karteikarten sind sinnvoll gestaltet. Auf der einen Seite findet sich das Wort in der Ausgangssprache, auf der anderen in der Fremdsprache. Auf der Fremdsprachen-Seite findet man zudem immer noch einen Beispielsatz, der die entsprechende Vokabel enthält. Zusätzlich wird das Wort auch noch in der Fremdsprache vertont. Das ist ein super Konzept! Besonders das Lernen im Kontext, in diesem Fall mit Beispielsätzen, erweist sich immer wieder als sehr effektiv.

Simples Konzept, das sich im Test bewährt

Nach der Wahl von Lernsprache und Kursbuch geht es auch schon an den Lernprozess selbst! Dafür wählt man eine oder mehrere der nach Thema geordneten Vokabelsammlungen aus. Man kann entscheiden, ob man alle Vokabeln der Sammlung(en) üben möchte, alternativ kann man auch nur einzelne Vokabeln lernen. Die Auswahl ist sehr übersichtlich gestaltet.


‒ Upload a language to your brain! ‒

Lernen war gestern. Heute lädt man eine Sprache
einfach ins Gehirn. Wir zeigen, wie das geht.

+++ Kein Grammatiklernen +++ Kein Vokabelpauken +++


Toll wäre hier allerdings noch eine Suchfunktion: Übersetzungen kann man zwar im Wörterbuch finden (allerdings auch nur bei einer handvoll Sprachen), aber um Vokabeln zum Lernzyklus hinzuzufügen, muss man sich teilweise ganz schön durchklicken. Der Grund dafür ist, dass Vokabeln und Lernthemen entsprechend der Reihenfolge im Buch nach geordnet sind und nicht alphabetisch. Grundsätzlich sinnvoll, dann sollte man definitiv eine Suchmöglichkeit haben.

Themenübersicht innerhalb einer Vokabelsammlung bei Phase-6 im Test
Themenübersicht innerhalb einer Vokabelsammlung

Mit den Vokabeln kann man in drei verschiedenen Modi arbeiten: „Wörter einstufen“, „Für einen Test lernen“ und „Reguläre Übung“. Die Einstufungsfunktion ist super praktisch: hierbei geht man zunächst alle Wörter und Phrasen einer Sammlung durch und bestimmt, ob man diese schon sicher weiß oder in den Lernzyklus hinzufügen und trainieren möchte. So kann man sich wirklich auf das konzentrieren, was noch nicht ganz sitzt.

Auswahl der einzelnen Vokabeln
Auswahl der einzelnen Vokabeln

Den Lernzyklus findet man unter „Reguläre Übung“: Hier befinden sich alle Vokabeln, die man als unbekannt eingestuft hat. Diese werden in regelmäßigen Abständen wiederholt, je nachdem, wie oft man sie richtig benennen kann. Dabei gibt es insgesamt 6 Lernphasen (daher auch der Name der App). Dazu später noch genaueres!

„Für einen Test lernen“ funktioniert im Prinzip genauso wie die regulären Übungen. Der Unterschied besteht darin, dass man am Ende eine Statistik darüber bekommt, wie viele Vokabeln man beim ersten Versuch richtig übersetzt hat. Das entspricht dem Prozentsatz, den man in einem Test bestanden hätte. Das ist nützlich, um seinen Lernstand konkret zu überprüfen, besonders im Hinblick auf kommende Testszenarien.

6 Phasen für den ultimativen Lerneffekt

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich beim didaktischen Konzept des Vokabeltrainers um einen Lernprozess in sechs Lernphasen. Diese beziehen sich darauf, wie sicher man eine Vokabel übersetzen und anwenden kann. In Phase 1-3 sind Wörter noch wenig eingeprägt, in Phase 4-6 kann man sie schon deutlich sicherer abrufen. Jede Vokabel durchläuft jede Phase und wird damit insgesamt sechs mal abgefragt, bevor sie im Langzeitgedächtnis landet.

Die Abstände zwischen den Abfragezeiträumen vergrößern sich, je nachdem in welcher Lernphase sich ein Wort befindet. Dieser Lernstand wird für jede einzelne Vokabel berechnet, sodass am Ende auch wirklich nur das als „Gelernt“ eingestuft wird, was langfristig im Gedächtnis abrufbar ist.

Die Lernphasen des Vokabeltrainers Phase-6 auf einen Blick
Die Lernphasen auf einen Blick

Lernt man ein Wort oder eine Phrase zum ersten mal, wird sie am selben Tag noch abgefragt. Man befindet sich in Phase 1. Kann die Vokabel übersetzt werden, wird sie in Phase 2 verschoben und am nächsten Tag erneut abgefragt. Zwischen Phase 2 und 3 liegen drei Tage, bis zur nächsten Phase sind es neun, dann 29 und letztlich 90 Tage in der sechsten Phase. Kann das Wort auch nach diesen 90 Tagen noch fehlerfrei übersetzt werden, wird es ins Langzeitgedächtnis verschoben und gilt damit als gelernt.


‒ Upload a language to your brain! ‒

Lernen war gestern. Heute lädt man eine Sprache
einfach ins Gehirn. Wir zeigen, wie das geht.

+++ Kein Grammatiklernen +++ Kein Vokabelpauken +++


Falls man die Vokabel nicht übersetzen kann, bleibt sie in dieser Phase und wird nach kurzer Zeit wiederholt, um in die nächste verschoben zu werden. So wird sicher gestellt, dass jedes einzelne Wort nachhaltig und langfristig erlernt wird. Im Test hat dieser Algorithmus super funktioniert! Das ganze ist übrigens nicht nur irgendeine Idee: Studien zeigen, dass unser Gehirn auf diese Art am besten lernt.

talkREAL-Tipp: Weitere Tricks und Methoden, mit denen du dir Lernstoff am besten behältst, findest du in unserer HACKlist! Kleiner Spoiler: Unser GedächtnisHACK funktioniert ganz ähnlich wie die 6-Phasen Methode und lässt sich deshalb hervorragend damit kombinieren.

Zahlreiche Möglichkeiten trotz einfachem Aufbau

Trotz dem einfachen Karteikarten-Konzept kann man sich den Lernprozess des Vokabeltrainers mit einigen Einstellungen weitestgehend personalisieren. Das fängt bereits bei kleinen Einstellungen an, etwa der Abfragerichtung. Als Nutzer kann man entscheiden, ob man die Vokabeln von der Ausgangssprache in die Fremdsprache übersetzen möchte oder andersherum.

Abfragerichtung für den Lernzyklus auswählen
Hier kann man die Abfragerichtung für den Lernzyklus auswählen

Als dritte Alternative gibt es die Mischform, bei der in beide Richtungen trainiert wird. Besonders letzteres ist sehr effektiv für nachhaltiges Lernen, aber die Auswahlmöglichkeit ist eine toller Aspekt, um das Lernen bei Bedarf individueller zu gestalten.

Zudem kann man im vorab Testmodus entscheiden, ob die überprüften Vokabeln mit in den Lernzyklus aufgenommen werden sollen. Auch das gibt eine gewisse Kontrolle über die App und sorgt dafür, das relevante Themen und Vokabeln auch wirklich verinnerlicht werden.

Praktischer Button bei kleinen Fehlern
Praktisch: der “Gelten lassen“-Button

Auch die Lernphasen kann man nach der persönlichen Vorliebe gestalten. Hier kann man wählen, ob man die Übersetzung der Karteikarte eintippen möchte oder nicht. Entscheidet man sich dagegen, kann man nach umdrehen der Karte auswählen, ob man die Übersetzung wusste oder nicht. Tippt man sie ein, wird sie automatisch mit der Vokabel abgeglichen. Falls man sich dabei zum Beispiel vertippt gibt es den praktischen „Gelten lassen“-Button, damit das Wort trotzdem in die nächste Phase kann. Das ist super geregelt!

Eigene Vokabeleingabe bei Phase-6 im Test – Mehr als praktisch

Neben den kostenpflichtigen Vokabelsammlungen besteht bei jedem Abonnement (auch dem kostenlosen) die Möglichkeit, eigene Vokabeln einzugeben. Diese lassen sich zudem auch genauso wie die Vokabeln in den Sammlungen ordnen: Man kann mehrere Sammlungen mit verschiedenen Unterthemen erstellen. Bei der Vokabeleingabe sind die Karteikarten genauso aufgebaut wie die vorgefertigten.

Es gibt die Möglichkeit, die Wörter und Phrasen selbst zu vertonen, ab dem Silber-Abonnement werden diese sogar automatisch vom Vokabeltrainer vertont. Ein Feature, das den vorgefertigten Karten sogar voraus ist: Hier kann man zusätzlich noch Bilder einzufügen. Und man kann nicht nur eigene Sammlungen anlegen! Alle erworbenen Vokabelsammlungen lassen sich mit eigenen Karteikarten erweitern.

Meine eigene Karteikarte für eine Redewendung
Meine eigene Karteikarte für eine Redewendung

Aber wieso ist das überhaupt sinnvoll? Abgesehen davon, dass alle vorgefertigten Vokabelsammlungen kostenpflichtig sind, kann man dieses Feature auch in anderen Situationen gut gebrauchen. Ein Beispiel wäre es, unbekannte Vokabeln aus dem Lehrbuch hinzuzufügen, die nicht in der Vokabelliste vorgesehen sind.

Ergänzend dazu kann man sich natürlich auch eigene Sammlungen für Wörter und Phrasen anlegen, die man im Alltag hört oder liest. Darunter fallen auch Slang, Umgangssprache oder Redewendungen, denn gerade diese Dinge werden in klassischen Lehrbüchern oft nicht ausreichend thematisiert. Und zuletzt kann man sich natürlich zu Nutze machen, dass man hier eigene Beispielsätze und Fotos einfügen kann: so lassen sich individuelle Eselsbrücken einbringen. So kann man auch die 1:1 Übersetzung der transREAL-Methode anwenden.

Gamification – Wie sorgt der Vokabeltrainer Phase-6 für Motivation?

Klingt soweit nach einem guten Ansatz, oder? Aber wie sorgt Phase-6 dafür, dass dieser auch ausreichend genutzt wird? Ein Aspekt, der Nutzer zum Lernen anregen soll, ist ein eingebautes Mini-Spiel. Man hat zu Anfang drei Sterne, die als Versuche funktionieren. Verliert man eine Runde, verliert man einen Stern. Sind alle drei Sterne weg, kann man nicht mehr spielen, bis man maximal drei neue erhält. Diese kann man sich durch erfolgreiches Lernen verdienen und wird so zum üben motiviert.

Dieses Spiel hat Inhaltlich allerdings keinerlei Bezug zum Lerninhalt. Eine Runde kann zudem eine ganze Weile dauern und man hat stets das Verlangen, seinen eigenen Rekord zu brechen. So habe ich das ganze eher als Ablenkung empfunden. Netter Ansatz, aber die Umsetzung hat noch etwas Luft nach oben: Man könnte zum Beispiel entweder einen Bezug zur Lernsprache (oder im Idealfall sogar den eigens ausgewählten Lerninhalten) herstellen oder nur jeweils einen Versuch ohne Lernerfolg zwischendrin gewähren.

Ein einfaches Spiel, das aber schnell „süchtig“ macht

Eines weiteres Feature ist die Optik der App. Als Nutzer startet man mit einer eher tristen Standard-Oberfläche in grau und orange. Wer die App regelmäßig nutzt, sammelt dabei kleine Erfolge, und kann dadurch neue, farbenfrohere Designs freischalten. Diese Erfolge sind beispielsweise „3 Tage in Folge lernen“ oder 50 Vokabeln im Langzeitgedächtnis abgelegt zu haben. Auch wenn diese Aufgaben relativ einfach zu erfüllen sind, motivieren sie doch zum Lernen und helfen dabei, eine stabile Lernroutine aufzubauen.

Der letzte motivierende Punkt sind die wöchentlichen Ranglisten, welche freigeschaltet werden, sobald man 50 Vokabeln gelernt hat. Hier kann man seinen eigenen Lernstand verfolgen und mit anderen Nutzern vergleichen. Das spornt natürlich an, sich einen der oberen Plätze zu sichern und die App so aktiv zu nutzen.

Fazit: Didaktisches Konzept von Phase-6 im Test

Phase-6 ist ein zuverlässiger Vokabeltrainer – nicht mehr und nicht weniger. Wo es an der Optik noch hapert, kann mit dem gut durchdachten didaktischen Konzept problemlos ausgeglichen werden. Die Lernmethode in sechs Phasen sorgt dafür, dass Vokabeln nachhaltig gelernt werden und schließlich dauerhaft im Langzeitgedächtnis landen

Zahlreiche Features wie die eigene Vokabeleingabe unterstützen dabei, die App weitgehend personalisieren zu können. Bei der Gamification ist noch Luft nach oben: Doch wer sich selbst zum Lernen motivieren kann, ist hier wirklich gut aufgehoben.

Phase-6

7.5

Preis-Leistungsverhältnis

7.5/10

Didaktik

8.5/10

Benutzeroberfläche

6.5/10

Vorteile

  • Inhalte passend zum Lehrbuch
  • Übersichtliche Benutzeroberfläche
  • Möglichkeit zur eigenen Vokabeleingabe
  • Gutes didaktisches Konzept
  • Auch für Kinder und Jugendliche geeignet

Nachteile

  • Gamification kann ablenken
  • Wörterbuch nur für wenige Sprachen verfügbar
  • Visuell sehr schlicht
Seiten: 1 2 3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.