So nutzt man aktives und passives Sprachenlernen

Frau lernt passiv Sprachen beim Kochen

„30 Minuten aktiv, 1 Stunde passiv lernen pro Tag“ – Für die ersten Wochen des Sprachenlernens ist dies ein toller Vorsatz. Man startet langsam, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo man welche Art des Spanischlernens im Alltag integrieren kann. Ist es möglich, beispielsweise die Zeit beim Kochen sinnvoll zu nutzen? Und wenn ja, wie genau funktioniert das überhaupt? Was gilt es dabei zu beachten? Antworten und Praxis-Beispiele finden Sie in diesem Artikel.

In unserem Beitrag „Methodenmix – 10 Wege, eine Sprache zu lernen“ haben wir bereits gesehen, dass es verschiedene Lernmethoden und -Angebote gibt. Der richtige Mix ist dabei entscheidend, die verschiedenen Fertigkeiten…

  • Sprechen
  • Lesen
  • Schreiben
  • Hören …

richtig einzuüben. Die verschiedenen Angebote (Sprachunterricht, Online-Kurs, Audiokurs, etc) kann man gleichzeitig nutzen, um aktiv und auch passiv zu lernen.

Was ist aktives Sprachenlernen?

Lese ich ein ASSiMiL-Lehrbuch oder klicke ich mich durch die Übungen in der Mondly-App, so ist dies eine aktive Tätigkeit. Auch der Sprachunterricht im digitalen Klassenraum fällt darunter.

Unter aktivem Sprachenlernen versteht man also die aktive Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt. Einfach gesagt, Sie konzentrieren sich voll auf das Sprachenlernen und machen nebenbei nichts anderes.

Und bevor wie zum reinen passiven Lernen kommen, natürlich gibt es auch hier „Ausnahmen“. Die Audiokurse von Jicki sind hier ein gutes Beispiel. Theoretisch lässt man sich nur passive berieseln, praktisch ist dies aber auch hier die Haupttätigkeit.

Was versteht man unter passivem Sprachenlernen?

Ist meine Haupttätigkeit, diesen Blog-Artikel zu schreiben, dann kann ich im Hintergrund trotzdem einen spanischen Film laufen lassen. Dies ist passives Lernen. Was für viele vielleicht komisch klingen mag, das passive Sprachenlernen ist für mich zu Beginn einer neuen Sprache auch wesentlich wichtiger als das aktive Lernen.

Warum schlägt „passiv“ zu Beginn des Lernens „aktiv“? Unser Gehirn muss sich zuerst an die neue Sprache gewöhnen. Es baut dabei neue Nervenbahnen auf, die in Zukunft die neugelernte Sprache abspeichern und das Sprechen koordinieren. (Mehr dazu in unserem sogenannten SpeicherHACK.)

Auf diesem Wege bereite ich mein Gehirn auf die neue Sprache vor und gleichzeitig werde ich dadurch weniger Grammatik lernen müssen! *YAY* (Mein Gehirn kann die Struktur einer Sprache vollautomatisch erkennen, wenn ich die Sprache nur genug höre.)

Vorteile des passiven Lernens

Das bringt mich auch schon zu den Vorteilen des passiven Lernens. Denn ich kann dadurch die Power meines Gehirns voll ausnutzen. Es ist ein ähnlicher Vorgang wie beim Erlernen unserer Muttersprache. Allerdings muss man dabei auch einige Dinge beachten. Die untenstehenden Praxisbeispiele geben dabei einen ersten Hinweis. Vertiefend betrachten wir dies auch in verschiedenen Sprachlerntipps.

Sprachenlernen im Auto“ war ein interessanter Artikel, der bereits ein Anwendungsbeispiel für das passive Sprachenlernen aufzeigte. Die Hauptaktivität besteht natürlich im Fahren, trotzdem kann man nebenbei einen Audiokurs hören oder ähnliches. Andere Beispiele wären das Kochen oder Sport treiben. All dies ist Zeit, die wir zum Sprachenlernen nutzen können. Man kann es auch als ansonsten tote Zeit bezeichnen, die man dann sinnvoll nutzt. Verstehen Sie mich nicht falsch, Kochen ist toll und Sie sollen sich dafür alle Zeit der Welt nehmen, doch lassen Sie Ihr Gehirn im Hintergrund einfach noch ein wenig Spanisch lernen, oder Englisch, Italienisch oder was auch immer Ihre Lernsprache ist.

Haben Sie schon einmal 8 Stunden an einem Tag gelernt? Das ist möglich und das passive Sprachenlernen lässt es sogar recht einfach Realität werden. Und lassen Sie es mich klar sagen, dass schafft man mit keiner anderen Methode! Da sich keine andere Methode so gut in den Alltag integrieren lässt.

Probleme des passiven Lernens

Allerdings bringt auch das passive Lernen ein paar Schwierigkeiten mit sich. So schön es wäre, rein durch passives Hören, werden Sie keine Sprache lernen. Kennen Sie unseren SchlafHACK? Dort haben wir bereits gesehen, dass es immer auch aktiver Vorarbeit benötigt, damit wir das Beste aus dem passiven Sprachenlernen rausholen können.

Die zweite Hürde liegt in unserem Kopf und in unserem Denken. Denn häufig bemerkt man die Lernfortschritte durch passives Sprachenlernen kaum. Es ist ein unbewusster Prozess. Irgendwann fällt auf, dass die neuen Wörter besser sitzen und man die richtigen Sätze wie von alleine ausspricht. Auch hier gilt, vertrauen Sie dieser Lernmethode!

Passives Lernen in der Praxis

Das aktive Lernen sollte klar sein und bedarf wohl keiner weiteren Beispiele. Etwas anders sieht es bei dem passiven Lernen aus, da es eine Lernmethode ist, die im klassischen Sprachunterricht häufig nicht gelehrt wird.

Nehmen wir die obige Regel, 30 Minuten aktiv und 1 Stunde passiv pro Tag lernen. Dies hält man wunderbar durch, indem man nach jeder Mahlzeit 15 Minuten mit Rosetta Stone Übungen macht und bei anderen Tätigkeiten nebenbei einen Film laufen lässt.

Bei mir persönlich würde die Wahl beispielsweise auf den Film „Walk the line“ fallen. Ich bin selbst nicht nur sehr großer Johnny Cash Fan, es ist einfach wunderbar, wenn man zwischendrin auch noch einiges an Musik genießen kann. Das macht das passive Hören wesentlich angenehmer, wie ich finde.

Wichtig! Gerade zu Beginn höre ich immer ein Kapitel in einer Sprache, die ich bereits spreche und dann das Kapitel in der Sprache, die ich gerade lerne. Dazu habe ich mir die Audiodateien von der DVD gezogen.


talkREAL-Frage! Interessieren Sie sich dafür, mit Filmen und Serien eine Sprache zu lernen? Möchten Sie wissen, wie man dies im Detail macht? Wir überlegen, dafür einen eigenen Kurs zu designen, der Ihnen Schritt für Schritt zeigt, wie Sie am besten vorgehen! Lassen Sie uns in den Kommentaren wissen, wenn Sie das interessiert! Danke!


Wer sich bereits mit unserer transREAL-Methode vertraut machte, der weiß, dass auch hier das passive Hören sehr wichtig ist. Man kann dies mit den ASSiMiL-Sprachkursen machen, wenn man mit vorgefertigten Kursen lernen möchte. Mehr dazu finden Sie auch in unserem transREAL-Kurs. Sie erfahren dort wie man diese Lernmethode nutzt, um eine Sprache ganz ohne Vokabel- und Grammatikpauken zu lernen!

Praxisbeispiel! Den ASSiMiL Spanischkurs mit der transREAL-Methode ist sehr gut für die zweite Phase des Lernens. Zu Beginn kann man auf einfachere Lösungen wie Mondly setzen, die aufgrund zeitlich begrenzter Kapazitäten häufig einen schnelleren Einstieg bieten. Genauso wie man zwischen aktivem und passivem Lernen wechseln kann, so kann man auch seine Lernmittel anpassen.

Fazit: Aktives vs. Passives Sprachenlernen

Ob Methoden-Mix oder das Wechseln zwischen aktivem und passivem Lernen. All dies sorgt dafür, dass Sie Ihre Zeit optimal nutzen und vor allem hirnkonform lernen. Ich kann es nur jedem ans Herz legen, das passive Lernen einmal auszuprobieren. Sie werden erstaunt sein, wie viele Stunden Sie pro Tag lernen können! Passives Sprachenlernen macht es möglich!

Bildnachweis: © stocksnap.io/author/jeshoots

6 Gedanken zu „So nutzt man aktives und passives Sprachenlernen“

  1. Kleine Anmerkung: Schauen Sie doch nochmal über Ihren Text.
    * „Bei dem Film viel meine Wahl auf „Walk the line“
    * „auch hier das passive Hören sehr wichtig ist.“
    * „Mehr dazu finden Sie auch in unserem Coaching-Kurs, wo wir genau erklären, wie man transREAL nutzt, um eine Sprache ganz ohne Vokabel- und Grammatikpauken zu lernen.“

  2. Mich würde es sehr interessieren, was ihr zu „Sprachenlernen mit Filmen/Serien“ zu sagen hättet. Ich selbst mache es so, dass ich beim Zeichnen (mein Beruf) nebenbei französische Serien laufen lasse, von denen ich inzwischen auch den Inhalt schon mitbekomme 😉
    Das ist schon ein großer Erfolg für mich. Es fühlt sich an, als würden die Leute langsamer sprechen. Anfangs habe ich gar nichts verstanden, es war nur ein melodiöses Rauschen, inzwischen erkenne ich die einzelnen Worte, auch wenn ich sie nicht immer übersetzen kann. Ähnlich wie beim Lesen, bei dem ich ja auch die Worte lesen kann, die ich noch nicht verstehe.

    1. Hallo Jenny, da geht mir das Herz auf, wenn ich das lese. Du beschreibst ganz wundervoll, wie passives Lernen funktioniert. Du kannst das passive Lernen übrigens auch noch unterstützen, wenn du vorher die Serie auf Deutsch laufen lässt. Dann weißt du schon, was passiert und dein Gehirn kann noch besser Verknüpfungen anlegen. Also was halten wir vom Sprachenlernen mit Filmen und Serien? Sehr viel! 🙂 cR

  3. Ich möchte italienisch lernen. Zuerst habe ich einen Anfänger Kurs in der Volkshochschule gemacht. Das Lehrmaterial war grauenhaft. Das ständige der Reihe nach etwas sagen zu müssen ist für mich ungeeignet da ich anstatt gelassen den 15 anderen zuzuhören war ich nur auf mich fixiert um nichts falsches zu sagen als ich an der Reihe war.
    Dann bin ich bei LinguaJet mit der Birkenbihl-Methode gelandet. Die Methode finde ich gut, das Textmaterial vollkommen langweilig.
    Momentan lerne ich mit MosaLingua. Die App ist sehr gut, die Textübersetzung leider nicht 1:1 dekodiert und zum Teil sogar falsch übersetzt.
    Wie sieht es mit Ihrer Methode aus? Gibt es eine App mit der man mal reinschnuppern kann wie die transReal Methode aufgebaut ist und wie interessant das Textmaterial ist?

    1. Hallo BurgEddy,

      die Erfahrungen aus der Sprachschule kenne ich nur zu gut, da ging es mir immer ähnlich. Und das ist wirklich kein Umfeld, in dem unser Gehirn auf Lernen eingestellt ist.

      In Sachen vorgefertigten Birkenbihlkursen hast du mit Linguajet ja schon den richtigen Anbieter gefunden. Hast du auch die Jetmovies ausprobiert? Vielleicht sind sie ja für dich interessanter. Leider kann ich sie allerdings nicht 100%ig empfehlen, da die Videos bei meinem Test in der App nicht liefen. Vielleicht hat sich da aber was getan.

      Mit NLS gibt es noch einen Anbieter, der auch auf eine 1:1 Übersetzung setzt. Du kannst hier einen kostenlosen Test starten.

      Soviel zu den vorgefertigten Kursen. Bei unser transREAL-Methode handelt es sich in der Tat um die reine Methode. Wir erklären dir in unserem LernmethodenHACK, wie wir es auch nennen, wie du die transREAL-Methode richtig anwendest. Eine App oder gar vorgefertigte Kurse gibt es nicht. Das Ziel ist hier, dass du mit Inhalten lernen kannst, die dich wirklich interessieren. Und das ist nun mal sehr unterschiedlich. Du kannst hier einmal in unseren transREAL-Kurs reinschnuppern und schauen, ob das was für dich ist. Am Ende des Kurses wirst du auf jeden Fall in der Lage sein, die transREAL-Methode auf alle erdenklichen Inhalte anzuwenden.

      Für weitere Fragen stehe ich jederzeit zur Verfügung.

      Beste Grüße
      cR

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