Hast du dich je gefragt, wie ein Wort in deinem Gehirn gespeichert wird? Vom ersten Klang hin zum fertigen Eiweißmolekül – In dieser Blog-Reihe gebe ich Einblicke in neuste Forschungsergebnisse und wichtige Hilfestellungen rund ums effektive Vokabellernen. Teil 01 – Das Ultrakurzzeitgedächtnis!

Wenn ich mich an das Vokabellernen aus meiner Schulzeit erinnere, dann bestand dies meist aus Wörterlisten, auf denen das fremdsprachige Wort und das deutsche Wort gegenüber standen. Diese Liste habe ich dann versucht, auswendig zu lernen. Damals merkte ich bereits, dass dies keine gute Vorgehensweise war, heute weiß ich warum.

Selektive Wahrnehmung – Unser Ultrakurzzeitgedächtnis

Jede Sekunde prasseln hunderttausende, gar Millionen von Sinneseindrücken auf uns ein. Damit wir uns in diesem Informationswust nicht verzetteln und überhaupt in der Lage sind zu funktionieren, gibt es das Ultrakurzzeitgedächtnis.

Es funktioniert wie eine Eingangszentrale, deren Aufgabe es ist, wichtige von unwichtigen Informationen zu trennen. Die wichtigen werden an die nächste Stelle weitergemeldet, das Kurzzeitgedächtnis. Die unwichtigen Eindrücke werden hingegen innerhalb von Sekundenbruchteilen gelöscht.

Grundsätzlich ist dies eine Schutzfunktion, da wir ansonsten in den unzähligen Umweltreizen untergehen würden. Allerdings bringt dies eine Schwierigkeit für das Erlernen neuer Wörter mit sich. Diese sind, chemisch gesprochen, ein schwacher Ionenstrom, und wir müssen diesen Vokabeln eine gewisse Energie in Form von Konzentration oder Aufmerksamkeit zukommen lassen, damit sie weitergereicht werden. Andernfalls verhallt diese Information schneller als jedes Echo.

Regel 01:

Konzentriere dich auf das neue Wort und schenke ihm Aufmerksamkeit.

Um dem neuen Wort genau diese Energie zukommen zu lassen, gibt es zwei gute und einfache Wege:

1. Multiple Sinne:

Versuche, die neuen Worte mit mehreren Sinnen zu erfahren. Lese ein Wort und sprich es mit. Nutze dabei immer den Aufnahmekanal, der deinem LernTYP entspricht. Viele aktuelle Vokabeltrainier wie die Apps von Babbel nutzen dieses Prinzip, indem sie ein Bild zum jeweiligen Wort zeigen, dieses darunter schreiben und zusätzlich vorsagen. Dadurch werden direkt drei LernTYPen angesprochen (Visuell, Auditiv & Literarisch).

Zusätzlich sollte man die neuen Vokabeln noch mit eigenen Bildern, Erinnerungen und Gefühlen belegen und so verstärken.

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2. Sofort-Wiederholung:

Lass die zu lernenden Worte mehrmals im inneren Ohr widerhallen. Dies muss sofort nach der ersten Begegnung mit den Vokabeln geschehen. Sprich sie am besten direkt viermal aus. Je nach Umgebung leise im Geiste oder wenn die Möglichkeit besteht laut, so dass du die Worte nochmals selbst hörst. Letzteres trainiert die Aussprache gleich mit, denn je nach zu lernender Sprache kann die richtige Betonung schwierig sein und muss geübt werden.

Fortsetzung folgt…

Am kommenden Freitag erscheint der zweite Teil der dreiteiligen Blog-Reihe und dann heißt es wieder, effektiv Vokabeln lernen. Dabei begleiten wir die neuen Wörter weiter auf ihrem Weg durch die Instanzen unseres Gehirns und schauen uns genau an, welche Hürden es im Kurzzeitgedächtnis zu erklimmen gibt.

Wenn du mehr über dieses Thema wissen willst oder andere Fragen zum Thema Sprachenlernen hast, sprich uns gerne an. Wir freuen uns auf dich.

Bildnachweis: © Pixabay/PDPics

About Christian Roth

Christian ist Gründer von talkREAL.org und YouDuApp.com. Er liebt es, mittels Technologie das Lernen zu vereinfachen. Auf talkREAL gibt Christian darüber hinaus Tipps, wie man seinen eigenen Lerntyp beim Lernen optimal berücksichtigt.

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