3 Browser-Erweiterungen zum Sprachenlernen

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Sprachen lernen, während man nichts anderes tut, als im Internet zu surfen – geht das? Weberweiterungen wie Fluent, Toucan oder Lexios machen es möglich : Beim Surfen werden zufällige Wörter in die gewollte Zielsprache übersetzt. So ist man ständig von der Sprache umgeben und lernt effektiv ganz nebenbei!

Wie funktionieren Browser-Erweiterungen zum Sprachenlernen?

Im Grunde genommen funktionieren alle drei hier vorgestellten Browser-Erweiterungen zum Sprachenlernen sehr ähnlich: Egal auf welcher Internetseite man sich befindet, es werden zufällig ausgewählt Wörter in die gewünschte Zielsprache übersetzt. Fährt man mit der Maus drüber, erscheint das Wort in der Ausgangssprache.

Dies ist zweifellos eine Möglichkeit für innovatives Sprachenlernen: Zum einen beschäftigt man sich im Alltag ständig mit der Fremdsprache, zum anderen muss man nicht aktiv Vokabeln lernen, sondern schnappt diese beiläufig auf. Wer keine Lust auf lästiges Pauken hat wird übrigens auch mit unserer wissenschaftlich fundierten transREAL-Methode glücklich: auch hier wird anders gelernt als klassische, monotone Systeme.

Leider sind diese Möglichkeiten des innovativen Sprachenlernens bis dato nur auf Laptops und Computern verfügbar, nicht auf Mobilgeräten wie Smartphones oder Tablets.

Die Anfänge von Browser-Erweiterungen zum Sprachenlernen

Früher gab es bereits Ansätze für innovatives Sprachenlernen, die zwar ein ähnliches Ziel hatten, allerdings etwas anders funktioniert haben. Paradebeispiel dafür war das Langenscheidt Add-On „Subliminal Learning“, auf Deutsch „unterbewusstes Lernen“. Anstatt Wörter permanent auf der entsprechenden Website zu übersetzen, nutzt man hier die Ladezeiten der Seite: Während der Inhalt noch geladen wird, flackert für sehr kurze Zeit, etwa 0,5 Sekunden, eine Vokabel mit passender Übersetzung auf. So soll man diese unterbewusst lernen, ohne sie richtig gelesen zu haben.

Grundsätzlich eine tolle Idee, leider hat Langenscheidt die Umsetzung aber total vergeigt. Neben der teils doch sehr fragwürdigen Vokabelwahl und extrem vielen falschen oder sinnfreien Übersetzungen gibt es auch sonst nur wenig Gutes zu berichten. Das ist nicht das Einzige, was bei Langenscheidt gegen Ende verkehrt lief, und anschließend wurden die kläglichen Überreste der einst so schillernden Marke im Sprachbereich aufgekauft. Machen es Lexios, FLuent und Toucan besser?

Lexios

Die Browser-Erweiterung Lexios bietet für deutschsprachige Nutzer die Zielsprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Für die ebenfalls wählbaren Ausgangssprachen Englisch und Französisch, gibt es zudem noch die Möglichkeit, mit Lexios Deutsch zu lernen. Zudem kann man mehrere Basissprachen angeben: Wer also zum Beispiel auch öfter mal im englisch- oder französischsprachigen Teil des Internets unterwegs ist, kann Lexios dabei ebenfalls problemlos nutzen.

Die Browser-Erweiterung zum Sprachenlernen Lexios für innovatives Sprachenlernen
So sieht Lexios im Browser aus

Installiert man die Erweiterung, kann man neben Ausgangs- und Zielsprache auch einstellen, welches Sprachniveau man bereits beherrscht (A1-C1). Lexios passt die übersetzten Vokabeln entsprechend an, sodass man weder über- noch unterfordert wird. Man kann die Anzahl der Vokabeln wählen, die auf einer Seite ersetzt werden soll. Zusätzlich zur schriftlichen Übersetzung eines Wortes kann man sich bei dieser Browser-Erweiterung zum Sprachenlernen die Worte auch vorlesen lassen.

Verfügbar ist diese Browser-Erweiterung zum Sprachenlernen momentan für die Browser Chrome, Firefox, Edge und Opera, es sollen aber zukünftig noch weitere folgen.

Kosten und Datenschutz

Installation und Verwendung von Lexios sind zurzeit komplett kostenlos. Allerdings sollen in Zukunft noch weitere Sprachen und Features hinzukommen, die sich über ein Abonnement freischalten ließen.

Nutzerdaten sind bei Lexios sicher: Einige Daten werden zwar bei Lexios gesammelt, allerdings nur soweit, wie sie für die Benutzung des Programms relevant sind. Es werden also beispielsweise keine persönlichen Daten oder Passwörter gesammelt. Zudem sind alle Daten anonym und werden nicht an Dritte weitergegeben. Wer sich dennoch auf manchen Seiten damit unwohl fühlt, hat die Möglichkeit, bestimmte Websiten einfach über das Extension-Menü zu blockieren.

Fluent

Fluent ist ähnlich wie Lexios eine weitere Möglichkeit für innovatives Sprachenlernen. Hier gibt es bisher nur die Ausgangssprache Englisch. Lernen kann man bei Fluent Französisch und Spanisch, an weiteren Sprachen wird bereits gearbeitet. In der Zukunft sollen neben häufig gelernten Sprachen wie Deutsch und Italienisch auch exotischere Sprachen wie Russisch, Japanisch und Mandarin hinzukommen. Wir sind gespannt, wie sich diese Browser-Erweiterung zum Sprachenlernen entwickelt!

Versprechen der Browser-Erweiterung zum Sprachenlernen Fluent
Versprechen des Add-Ons

Fluent ist nur für Google Chrome verfügbar. Man bekommt nach dem Hinzufügen zunächst eine kleine Einweisung, die einem das Grundprinzip erklärt, und kann dann direkt loslegen. Sein Sprachniveau kann man hier nicht wählen, in den Einstellungen lässt sich aber wie bei Lexios die Wortanzahl grob festlegen. Zudem erhält man hier einen Überblick über alle bereits gelernten Wörter und deren Lernstand. Auch hier kann man sich die Vokabeln in der Zielsprache vorlesen lassen.

Bei dieser Browser- Erweiterung zum Sprachenlernen gibt es teils auch kleine Übungen, bei der man statt der Übersetzung des Wortes eine kleine Aufgabe gestellt bekommt. Man muss dann entweder die richtige Übersetzung auswählen oder das Wort eintippen. Das ist eine gute Möglichkeit, sich selbst zu testen!

Kosten und Datenschutz

Die Nutzung von Fluent ist derzeit kostenlos. Eine Pro-Version mit einigen Bonus-Features wird laut den Entwicklern bald ergänzt, die grundsätzliche Nutzung soll aber dennoch kostenlos bleiben.

Fluent sammelt nur Daten, die für das Lernen relevant sind. Darunter fällt zum Beispiel die Info darüber, welche Wörter wie oft gelernt wurden. Das ist notwendig, damit die Erweiterung optimal funktionieren kann. Persönliche Daten werden nicht an Dritte verkauft oder weitergegeben. Die einzige Ausnahme hierbei sind Forschungszwecke, doch auch dabei handelt es sich lediglich um Lernstandsrelevante, anonymisierte Datensammlungen. Ein Beispiel dafür wäre die Frage, wie viele Wörter ein durchschnittlicher Fluent-Nutzer in einem bestimmten Zeitraum lernt.

Toucan

Toucan hat das größte Sprachangebot der drei Browser-Erweiterung zum Sprachenlernen. Hier kann man als Zielsprache zwischen Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Deutsch, Koreanisch und Japanisch wählen. Allerdings gibt es hier auch einen kleinen Haken: ähnlich wie Fluent ist auch Toucan momentan noch nicht mit deutscher Basissprache verfügbar. Stattdessen kann man sich hier zwischen Englisch und Spanisch entscheiden. Toucan ist bisher nur für Chrome verfügbar.

Ein besonderes Feature, was Toucan von den an deren Anbietern abhebt, ist die eingebaute Gamification: es gibt regelmäßig kleine Spiele und Quizzes, mit denen man sein Wissen testen kann.

Innovatives Sprachenlernen mit Toucan
So funktioniert Toucan

Daneben bietet die Browser-Erweiterung zum Sprachenlernen nahezu identische Features wie auch Fluent und Lexios: zufällige Wörter werden beim browsen in die gewünschte Zielsprache übersetzt. Fährt man mit der Maus darüber, gibt es neben der Übersetzung in die Basissprache noch eine kleine Erkärung oder Definition des Wortes.

Zudem bietet diese Methode für innovatives Sprachenlernen die Möglichkeit, sich Wörter zu speichern und jederzeit auf diese zugreifen zu können. Ein weiteres Feature besteht darin, beliebige Phrasen der Basissprache durch Markieren in die Zielsprache übersetzen zu lassen. So kann man auch nicht vom Algorithmus übersetzte Wörter lernen, was ein toller Zusatz zum klassischen Ansatz von Browser-Erweiterungen zum Sprachenlernen ist.

Kosten und Datenschutz

Diese Möglichkeit des innovativen Sprachenlernens bietet eine kostenlose Basisversion sowie eine kostenpflichtige Premiumversion an. Für 59.88$ im Jahr ( = 4.99$ pro Monat) oder 7.99$ monatlich lassen sich Werbeanzeigen entfernen. Die jährliche Abrechnung bietet zusätzlich eine kostenlose Probezeit von 30 Tagen, bei der monatlichen Abrechnung ist diese auf 7 Tage verkürzt.

Während die Basisversion zwar alle Features grundsätzlich enthält, erweitert die Premiumversion diese teilweise noch. So kann man hier beispielsweise beliebig viele Wörter durch eine eigene Markierung in die Zielsprache übersetzen lassen anstatt eine begrenzte Anzahl.

Wie sieht es bei Toucan mit dem Datenschutz aus? Die Weberweiterung hat zwar theoretisch Zugriff darauf, welche Seiten aufgerufen werden, kann jedoch nicht sehen, von welchem Nutzer dies getan wurde. Es sind also alle Daten anonymisiert, mit Ausnahme von solchen, die direkten Bezug zur Anwendung haben. Beispiele dafür sind etwa der persönliche Abonnement-Status oder die Anzahl der gelernten Worte. Wie auch bei den anderen beiden Browser-Erweiterungen zum Sprachenlernen kann man hier über das Erweiterungs-Menü die Nutzung von Toucan auf gewünschten Websites blockieren.

Fazit – 3 Gute Lösungsansätze mit kleinen Differenzen

Besonders im Blick auf die kläglichen Anfänge von Browser-Erweiterungen zum Sprachenlernen (ja Langenscheidt, ihr seid gemeint) sind diese neuen Varianten den innovativen Sprachenlernens sinnvoll. Neben dem Lernen aus dem Kontext heraus, dass ähnlich wie unsere transREAL-Methode kein lästiges Vokabelpauken braucht, ist auch das Beschäftigen mit der Zielsprache im Alltag sehr effektiv.

Trotz den sehr ähnlichen Grundfunktionen gibt es dennoch einige Unterschiede. Welchen Anbieter können wir besonders empfehlen?


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Lexios punktet als einziger Anbieter mit Deutsch als Basissprache, wodurch das Add-On rund um die Uhr zum Einsatz kommen kann. Zudem ist die Erweiterung auch noch kostenlos und für mehr Browser als nur Chrome verfügbar. Die meisten Features hingegen hat zweifellos Toucan. Wer also gut Englisch spricht und auch oft in dieser Sprache im Internet surft, wird bei Toucan fündig. Ein großes Plus ist auch die Gamification der Erweiterung, die für stetige Motivation sorgt.

Während Fluent zwar ebenfalls eine gute Erweiterung ist, sind die Features doch nichts Besonderes. Englisch als einzige Ausgangssprache und die Möglichkeit, nur 2 Zielsprachen zu lernen, sind eben einfach noch etwas unausgereift. In Zukunft soll sich aber bei Fluent noch einiges tun. Wer sich vorerst also für Toucan oder Lexios entscheidet, wird garantiert zufrieden sein.


Hinweis: Wir haben bezüglich den Datenschutzhinweisen der vorgestellten Browser-Erweiterungen unser Bestes getan. Allerdings sind wir Sprachlernexperten und keine IT-Sicherheitsprofis. Deswegen prüfe auch immer selbst, ob du mit den Angaben der Anbieter einverstanden bist.

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