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Mosalingua im Test – Erfahrungen mit der Sprachlernapp

Mosalingua Test

Benutzerfreundlichkeit: Wie einfach ist Mosalingua zu nutzen?

Ein freundliches Design und vor allem eine übersichtliche Benutzeroberfläche sind für viele Nutzer ein ausschlaggebender Punkt bei der Wahl des Sprachkurses. Kann auch Mosalingua damit punkten?

Mosalingua ist nichts fürs Auge

Das Design von Mosalingua ist sehr schlicht gehalten. Außer Weiß, Schwarz und ein wenig Orange lassen sich nicht viele Farben im Programm finden. Der eine bevorzugt es vielleicht, ohne viel drum und dran zu lernen, besonders visuelle Lerntypen werden nach meiner Erfahrung mit Mosalingua allerdings nicht glücklich. Auch mir persönlich fehlt einfach der Charme an Mosalinguas Design, es wirkt nicht besonders zeitgemäß,  sondern eher übertrieben simpel.

Navigieren in der App ist nur schwer möglich

Ein weiteres Manko ist die  unübersichtliche Menüführung. Im Menü „Entdecken“ (was schon mal ein ziemlich nichtssagender Titel ist) befindet sich ein ganzes Sammelsurium an Funktionen: Von Beispieldialogen über Vokabelkarten, nach unterschiedlichen Kategorien sortiert, bis hin zu Hilfstexten.

Mosalingua Karteikarten im Test
Lernmenü/Übersicht der aktuellen Karteikarten
Funktionen der Mosalingua App im  Test
Alle restlichen Funktionen der App in einem einzigen Menü

Nicht immer ist es einleuchtend, wo man sich gerade befindet und was man hinter einem Menüpunkt zu erwarten hat. Irgendwo in den Tiefen dieses Menüs gibt es sogar ein paar Artikel zur Grammatik, die aber sehr gut versteckt sind.

Interessant sind auch die vielen Hilfetexte, die einem nicht nur das Programm erklären, sondern auch die Funktionsweise des Gedächtnisses beschreiben oder Lerntipps bieten. Diese Texte müssen allerdings erst durch Lernfortschritt freigeschaltet werden und werden dann nach dem Beenden bestimmter Lektionen automatisch angezeigt.

Zwischenfazit – Mosalinguas Benutzerfreundlichkeit im Test

Die Lerneinheiten an sich sind klar und strukturiert aufgebaut und einfach zu bedienen. Die Grundfunktionen lassen sich größtenteils frustfrei benutzen, mehr kann Mosalingua meiner Erfahrung nach in Sachen Benutzerfreundlichkeit allerdings nicht bieten. Die App ist also durchaus nutzbar, hängt verglichen mit anderen Programmen auf dem Markt aber Jahre hinterher.

Didaktisches Konzept: Wie erfolgreich lerne ich mit Mosalingua?

Das veraltetes, recht liebloses Design und eine unübersichtliche Benutzeroberfläche sprechen nicht gerade für Mosalingua. Kann der Vokabeltrainer diese Mängel in seinem didaktischen Konzept ausgleichen?

Wissenschaftlich fundiertes Konzept

Das didaktische Konzept von Mosalingua liefert gleichzeitig den Namen für die Anwendung. Die MOSALearning® (Motivating Optimized System for Adaptive Learning) Methode beinhaltet Prinzipien wie das Lernen ausschließlich der wichtigsten Vokabeln (also die ca. 3000 – 6000 am häufigsten verwendeten) und einem Spaced Repetition Algorithmus.

Mosalingua erklärt im Video die MOSALearning-Methode
Einführungsvideo der Lernmethode(n)

Letzterer  besagt nichts anderes, als dass die Vokabeln genau dann wiederholt werden, wenn man kurz davor ist, sie zu vergessen. Mit zunehmendem Lernfortschritt werden die Abstände zwischen den Wiederholungen dabei immer größer. Dies wird dem Nutzer beim ersten Starten und Einrichten der App in einem kurzen Video erklärt, was ich persönlich sehr interessant und vor allem relevant fand.

Was wird gelernt?

Welche Vokabeln gelernt werden, wird in der kostenlosen Version vom System vorgeben. In der Premiumapp kann man sich selbst eine Liste zusammenstellen. Dazu kann man den gesamten Fundus von ca. 3000 Karten durch verschiedene Filter suchen. So kann man sich alle Vokabeln zum Thema „Transport“ anzeigen lassen, oder aber nach Niveau sortierte Listen nutzen.

Ein weiteres Feature ist die Möglichkeit, eigene Vokabeln hinzuzufügen, die anschließend sogar von einer synthetischen Stimme gesprochen werden. Dies ist allersings auch nur in der kostenpflichtigen Version möglich.

Mosalingua Dialogmenü
Lernetappen, die bei jeder Karte durchlaufen werden

Im Falle der mitgelieferten Vokabeln sind alle durch Muttersprachler vertont, was ein deutliches Plus ist. Ganz selten gibt es auch Bilder zu den Karten, allerdings bei weitem nicht für alles, sodass man meist nur das geschriebene Wort vor sich hat.

Aufbau der Lektionen

Eine Lerneinheit besteht aus 4 Etappen. Schon die erste regt einen dabei zum Sprechen an. Die Vokabel wird in der Zielsprache vorgelesen und der Lernende ist dazu angehalten, das Wort zu wiederholen und sich dabei aufzunehmen. Anschließend können die beiden Aufnahmen verglichen werden und die deutsche Übersetzung angesehen werden, tatsächlich überprüft wird die Aussprache vom Programm aber nicht.

Als nächstes geht es ums Auswendiglernen. Dabei geht es um klassisches Karteikartenlernen: man erhält ein Wort in der Fremdsprache und kann dann die Karte durch tippen drehen, um die deutsche Übersetzung zu sehen.

Beispiel für das Lernen mit Mosalingua im Test
Etappe 1/Hören und Sprechen
Erfahrungen mit dem Lernen 
 mit Mosalingua im Test
Etappe 2/Klassisches Karteikartenlernen

Die dritte Etappe nennt sich „Schreiben“. Wirklich schreiben muss man dabei allerdings nicht, sondern die Lösung mit den vorgegebenen Buchstaben finden. Wenn man keinen Anfang findet, kann man sich vom System sogar einen Tipp geben lassen, der einen den Anfangsbuchstaben verrät. Diese Mosalingua-Übung ist meiner Erfahrung nach kein bisschen anspruchsvoll und damit eigentlich auch nur ein weiteres Auswendiglernen.

Zuguterletzt folgt die Etappe „Selbsteinschätzung“. Hierbei handelt es sich wieder um eine klassische Abfrage, allerdings muss man nun nicht nur angeben, ob man die Antwort gewusst hat oder nicht, sondern auch einschätzen, wie schwer man sich mit der Wortfindung getan hat. Diese Angabe wird dazu verwendet, die Zeit bis zur nächsten Wiederholung zu bestimmen.

Mosalingua Test
Etappe 3/Schreiben
Mosalingua Test
Etappe 4/Selbsteinschätzung

Versteckte Zusatzfeatures

Neben dem Hauptinhalt, den Vokabeln, bietet Mosalingua noch einige sinnvolle, leider aber weniger umfangreiche Features an. Diese verstecken sich in verschiedenen Rubriken des „Entdecken“-Menüs. Dort kann man sich beispielsweise ein wenig in die fremde Grammatik einlesen oder Muttersprachlern in Dialogen über ihren Alltag zuhören. Kombiniert mit Untertiteln (wahlweise in der Fremd- oder Ausgangssprache) ein sehr guter Ansatz.

Ein ähnliches Konzept hat übrigens unsere transREAL-Methode, die mitunter ebenfalls auf Hörverstehen aufbaut. So kannst du eine Sprache ganz ohne lästiges Pauken von endlosen Vokabel- und Grammatikeinheiten lernen!

Hörverständnistraining in der Mosalingua App
Dialoge zum Hörverständnis

Zwischenfazit – Erfahrungen mit Mosalinguas Didaktik im Test

Reproduktion statt Produktion – das sollte wohl eher Mosalinguas Motto sein. Natürlich handelt es sich wie bereits erwähnt nur um einen Vokabeltrainer und keinen vollständigen Sprachkurs, aber auch für diesen Zweck ist Mosalingua laut meiner Erfahrung nicht besonders anspruchsvoll.

Selbst die Überprüfung der Aufgaben beruht fast allein auf Selbsteinschätzung, man bekommt keinerlei Feedback zur eigenen Aussprache oder seinem tatsächlichen Können, abgesehen von den doch eher stupiden „Schreibaufgaben“.

Obwohl Mosalingua einen wissenschaftlich fundierten Ansatz wählt, scheitert das Programm an der effektiven Umsetzung dessen, indem es sich wenig traut, was fordernde Aufgaben oder herausragende Features angeht.


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Mosalingua

4.8

Didaktik:

5.0/10

Benutzerfreundlichkeit:

4.0/10

Preis-Leistung:

5.5/10

Vorteile

  • Wissenschaftlich fundiertes Konzept
  • Vertonung durch Muttersprachler
  • Sinnvolle Hilfstexte
  • Relativ kostengünstig

Nachteile

  • Veraltetes, liebloses Design
  • Unübersichtlich
  • Anspruchslose Aufgaben
  • Kaum Feedback zu den eigenen Leistungen
  • Wenige Vorteile gegenüber einfachen Karteikarten
Seiten: 1 2 3

4 Gedanken zu „Mosalingua im Test – Erfahrungen mit der Sprachlernapp“

  1. Pingback: ᐅ Empfehlung: Die Top 10 der besten Vokabeltrainer (2017)

  2. Hallo Talkreal Team,

    ich bin wirklich überrascht, dass man ein Sprachlernsystem wie Mosalingua derart schlecht bewertet und einen wirklich lieblos entwickelten (alle Sprachen durch eine KI gejagt), stark fehlerbehafteten und komplett strukturlosen Vokabletrainer wie Mondly nur wegen der schicken Oberfläche und der Bestenliste (die es übrigens auch bei Mosalingua gibt) in den Himmel hebt.

    Da fehlt mir an der Stelle wirklich die Objektivität bzw. neutrale Bewertung oder einfach der Blick durch die Brille „Gesunder Menschenverstand“.

    Wer schon einmal die Webseite von Mosalingua geöffnet hat, der weiß, was ich meine. Mosalingua geht weit über die Funktion eines simplen Vokabeltrainers hinaus, bietet Ressourcen wie Dialoge, Videos, Ebooks und vor allem konfrontiert das System mit sinnvoll gestalteten Grammatiklektionen nach dem Prinzip: „Lerne die wichtigen 20%, um damit 80% zu erreichen“. Des Weiteren braucht man sich um nichts weiter zu kümmern, als dem SRS-System von Mosalingua zu trauen. Eine weitere Funktion ist das Freihandfeature, bei dem man eine selbstbestimmte Anzahl Worte in Dauerschleife hören kann, um sie zu wiederholen und somit langfristig zu lernen.
    Bezüglich der Motivation bedient sich Mosalingua ebenfalls einer Bestenlistenfunktion schaltet darüber hinaus aber immer wieder neue Features bei Erreichen einer bestimmten Anzahl Worte frei. Auch das motiviert schlussendlich.

    Was Mondly angeht, steht Talkreal meines Erachtens nach alleine auf weiter Flur. Es ist bei Mondly egal, welche Stufe ich am Anfang einstelle, der Schwierigkeitsgrad bleibt nachweislich gleich. Eine wirkliche Struktur von einfach nach schwer, gibt es schlicht nicht und die ganzen Kontext- und Übersetzungsfehler sind auch nicht zu verachten.
    Meins war es nicht aber dennoch ist die App super designed. Auch der neue Hands-Free Modus ist nicht zu verachten. Das war es dann aber auch schon.
    Nicht mehr als ein schöner Vokabeltrainer ohne Struktur und mit zu vielen Fehlern bei dem ich den Lerneffekt wirklich in Frage stelle.

    Meine Wahl steht jedenfalls fest.

    In diesem Sinne…

    1. Hallo Guido,
      danke für dein Feedback. Jeder lernt anders und bei der Frage zu Mondly kommen wir wohl nicht überein. Macht ja auch nix. Bezüglich Mosalingua sollten wir auf jeden Fall einen erneuten Test durchführen. Da gebe ich dir Recht.
      Vieles rührt vom alten Mosalingua her und das war einfach nur unübersichtlich, aber hier hat sich viel getan.
      Wir nehmen es auf die Liste und versuchen, es alsbald neu zu testen. Danke für den Impuls.
      Beste Grüße
      cR

      1. Hallo Christian,
        vielen Dank für dein Feedback.

        Ich kann mich selber noch an Erfahrungen mit Mosalingua vor 3 Jahren erinnern und die waren ähnlich. Sehr unübersichtlich und oft technische Probleme in der App. Zügig war anders.

        Nun ist es aber bei Veröffentlichungen so, dass sie im Netz stehen und man versuchen sollte, sie nach 1-2 Jahren zu reviewen weil möglicherweise vieles besser geworden ist und das liegt in eurer Verantwortung. Ansonsten wird es nach meinem Empfinden unfair gegenüber dem Anbieter, der inzwischen vielleicht deutlich zugelegt hat.
        Dass das nicht so einfach ist kenne ich selber von meiner Arbeit als IT-Berater. Du baust etwas ein, vergisst es und nach 1-2 Jahren trifft dich der Fehler und du weißt nicht mehr warum.

        Egal, halten wir fest, dass euer Test sich auf das alte Mosalingua bezieht. Das Neue ist definitiv besser und einen detaillierten Blick wert.

        In diesem Sinne und nochmal vielen Dank für das freundliche Feedback.

        LG
        Guido

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