Wer uns länger verfolgt, der weiß, dass unsere transREAL Übersetzung auf der Birkenbihl-Methode aufbaut. Beide haben den großen Vorteil, dass sie aufgrund ihrer Vorgehensweise, das Vokabel- und Grammatiklernen überflüssig machen. Allerdings bringt diese Vorgehensweise auch „Schwierigkeiten“ mit. Schauen wir uns also die Probleme der Birkenbihl-Methode an und wie wir sie lösen!

Überblick – So funktioniert die Birkenbihl-Methode

Die Birkenbihl-Methode ist eine von Vera F. Birkenbihl entwickelte Vorgehensweise zum Sprachenlernen. Sie basiert auf drei Schritten:

1. Dekodieren:

Eine wortwörtliche 1:1 Übersetzung. Man nimmt einen fremdsprachigen Text und schreibt die entsprechenden deutschen Wörter darunter.

2. Aktives Lesen:

Sie hören die Fremdsprache und lesen gleichzeitig die deutsche Übersetzung mit.

3. Passives Hören:

Sie lassen den fremdsprachigen Text im Hintergrund laufen, während Ihre Haupttätigkeit eine andere ist.

Durch diese Vorgehensweise lernt Ihr Gehirn auf sehr natürliche Art und Weise eine neue Sprache. Wohl gemerkt, ohne auch nur eine Vokabel auswendig zu lernen oder Grammatikregeln zu büffeln. Sie simulieren vielmehr, wie Sie Ihre Muttersprache lernten. Gleichzeitig nutzen Sie aber Ihre bisherigen Sprachkenntnisse, sozusagen als Lernturbo.

Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Einführungsartikel „transREAL – Und das Grammatikpauken hat ein Ende!“. Eine detaillierte Beschreibung, inklusive aller Regeln zur richtigen Anwendung und vieler Beispiele, finden Sie in dem Kurs „Erfolgreich Sprachenlernen“. Dabei haben wir diese Vorgehensweise weiterentwickelt und sie firmiert bei uns unter dem Namen transREAL.

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(Die transREAL – Methode ist Bestandteil des kostenpflichtigen Angebots des talkREAL Institutes. Sie können die Qualität des entsprechenden Kurses aber vorher unverbindlich testen.)

Kommen wir nun zu den Problemen der Birkenbihl-Methode. Denn die Vorgehensweise bringt auch einige Herausforderungen mit.

Problem 01: Keine Kenntnis der Regeln – Wer es braucht…

Das erste Problem ist offensichtlich, wer keine Grammatik lernt, der kennt auch nicht die entsprechenden grammatikalischen Begriffe. Wenn es Ihr Ziel ist, Ihre Wunschsprache einfach zu verstehen, sie sprechen und lesen zu können, dann ist dies kein Problem für Sie. Wenden Sie die transREAL-Methode an und Sie werden eine neue Sprache meistern!

Wer allerdings für einen Lehrer oder eine bestimmte Art der Prüfung lernt, wo diese Begriffe wichtig sind, der wird diese schlichtweg mit der Birkenbihl-Methode nicht lernen. Warum? Die Grammatikbegriffe sind fast gar nicht nachzuschlagen, weil man den Namen der Zeit, der Satzstruktur oder eben der Grammatikregel nicht kennt. Nach genau diesen Begrifflichkeiten sind aber alle Grammatiken aufgebaut. Ein Beispiel: Sie können nicht einfach das Gerundium nachschlagen, da Sie nicht wissen, dass die grammatikalische Struktur, die Ihnen Schwierigkeiten bereitet, Gerundium heißt.

Ich kann Ihnen aber versichern, dass mich in einem Gespräch noch niemand gefragt hat, ob ich gerade einmal das Gerundium definieren könnte. Auch hat mich noch kein Mitarbeiter oder Chef gefragt, ob ich gerade in Futur I oder Futur II mit ihm spreche. Es muss also die Frage erlaubt sein, ob diese grammatikalischen Begriffe überhaupt wichtig sind, solange Sie grammatikalisch richtig schreiben und sprechen können?!

Problem 02: Kein direktes Erfolgserlebnis – Vertrauen benötigt.

Ein weiteres Problem der Birkenbihl-Methode ist, dass man zu Beginn des Lernens kein direktes Erfolgserlebnis hat. Würde man auf dem klassischen Weg eine Vokabel lernen, sagen wir Apple=Apfel, dann hat man das Gefühl, dass man dieses Wort gelernt hat. Es würde den Umfang dieses Beitrags sprengen, zu erklären, wieso dies ein trügerisches Gefühl ist. Wer sich dafür interessiert, dem sei der Beitrag „Ist Vokabeln lernen sinnlos? Unser Gehirn sagt „Ja!““ empfohlen.

Nutzt man die transREAL-Methode, dann findet das Lernen unterbewusst statt. In dem Artikel „Vertrauen Sie neuen Lernmethoden“ steht dazu: „Unser Gehirn ist im Hintergrund am Lernen, am Verknüpfungen anlegen, am Sprache aufsaugen. Und dann merkt man immer häufiger, dass auf einmal die richtigen Wörter, die richtigen Sätze ganz automatisch herauskommen.“

Im Umkehrschluss werden Sie, wenn Sie mit transREAL oder der Birkenbihl-Methode lernen, viele Aha-Momente erleben. Sie werden die neue Sprache für sich entdecken und das ist eine spannende Reise.

Dieses Vertauen braucht es übrigens nicht nur bei der Birkenbihl-Methode. Nehmen wir beispielsweise Jicki (zum Anbieter). Sie bieten sogenannte Sprachduschen an. Auch hier hat man kein direktes Erfolgserlebnis zu Beginn. Der Lerneffekt stellt sich allerdings ein, da auch Jickis Lernsystem auf die Funktionsweise unseres Gehirns abgestimmt ist. Hier gibt es dazu einen ausführlichen Test.

Problem 03: Unsicherheit der ersten Anwendung – Ist das richtig…

Kommen wir nun zu der aus meiner Sicht größten Schwierigkeit – Die Unsicherheit bei der ersten Anwendung. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Ein Beispiel erklärt es…

Wann immer ich mit meinen Tandempartnern spreche, merke ich, wie das richtige Spanisch aus mir raus will. Ich habe einfach ein Wort oder einen ganzen Satz parat. Genauso, wie Sie einen deutschen Satz parat haben, ohne darüber nachzudenken. Das ist der große Vorteil des Lernens mit der transREAL-Methode. Sie denken von Anfang an in der Fremdsprache.

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Jetzt ist es häufig so, dass genau in dem Moment, in dem ich es sagen möchte, mein Gehirn anfängt, es zu hinterfragen.

  • Ist das richtig?
  • Warum soll das richtig sein?

Da es keine Erklärung gibt, außer, „es war halt da“, spreche ich den Satz oder das Wort sehr vorsichtig aus und beobachte dabei mein Gegenüber. Das Gesicht verrät meist sehr gut, ob mein Gesprächspartner mich verstanden hat. In der Regel spricht er einfach weiter, ohne mit der Wimper zu zucken. Das ist das Zeichen, das alles richtig war und man mich einfach verstanden hat.

Praxis-Tipp! Meine Spanisch-Tandempartner und -Tutoren habe ich gebeten, die Richtigkeit zu bestätigen, wenn ich einen Satz sehr langsam sage. Sie wissen, dies deutet darauf hin, dass ich gerade unsicher bin und bestätigen die Richtigkeit dann durch ein kurzes „genial“ oder „perfecto“.

Man lernt mit der transREAL-Methode unterbewusst sehr viel, ohne zu Beginn das oben genannte Erfolgserlebnis direkt zu spüren. Nach einiger Zeit sind die richtigen Wörter einfach da. Sie werden es merken, wenn Sie in einem deutschen Gespräch auf einmal in einem fremdsprachigen Wort antworten wollen. Das ist der Zeitpunkt, in dem die neu gelernte Sprache aus Ihnen raus will. Tun Sie ihr den Gefallen. Sprechen Sie soviel wie möglich.

Und ja, die Unsicherheit der ersten Anwendung ist normal. Wir lernen mit Techniken wie Birkenbihl oder transREAL sehr viel unterbewusst und passiv. Vertrauen Sie sich, in den meisten Fällen ist, was Sie sagen werden, richtig. In den anderen Fällen wird ihr Gegenüber sie verbessern oder nachfragen. Das ist ok, das würde ich bei jemandem, der Deutsch lernt, auch machen, ohne dass es irgendwie ein Problem ist.

Fazit – Die Probleme der Birkenbihl-Methode ….

… sind keine wirklichen Probleme. Diese Art der Lernmethode bringt eher ein paar Besonderheiten mit. Wenn man sie kennt, kann man sich darauf einstellen. Das ist auch das Ziel dieses Artikels. Ich möchte Ihnen die Angst vor der Anwendung der Birkenbihl-Methode nehmen.

Probieren Sie es aus. Sie werden begeistert sein, wenn die ersten Worte einfach da sind und sie beginnen, in der Fremdsprache zu sprechen. Sie brauchen zu Beginn ein wenig Geduld, doch dann ist das Aha- und Erfolgserlebnis umso größer und Sie werden schnell Fortschritte machen.

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Danke für die Inspiration

Diesen Artikel verdanken Sie übrigens unserem treuen Leser und Kunden Jörg W.. Während eines Coaching-Telefonats machte er mich auf die hier beschriebenen Probleme der Birkenbihl-Methode aufmerksam. Unbewusst kannte ich sie, allerdings wurde mir erst in dem Gespräch klar, dass dies etwas ist, das uns alle, die wir mit transREAL und nach Birkenbihl lernen, betrifft. Vielen Dank dafür.

Wenn Ihnen auch ein Thema, eine Fragestellung oder ein Problem unter den Nägeln brennt, dann lassen Sie es mich gerne im Kommentar-Bereich wissen. Ich kann nicht versprechen, dass ich immer eine Lösung präsentieren kann. Ich kann allerdings zusagen, dass ich alles versuchen werde, die richtigen Antworten zu finden!

 

Bildnachweis: © unsplash.com/@craftedbygc

Christian Roth

About Christian Roth

Christian ist Gründer von talkREAL.org und YouDuApp.com. Er liebt es, mittels Technologie das Lernen zu vereinfachen. Auf talkREAL gibt Christian darüber hinaus Tipps, wie man seinen eigenen Lerntyp beim Lernen optimal berücksichtigt.

2 Comments

  • Tina sagt:

    Vielen Dank! Ich bereite gerade meine erste Unterrichtslektion als Deutschlehrerin im Ausland nach der Birkenbihl-Methode vor und ja, obwohl ich selbst erfolgreich zwei Sprachen damit gelernt habe, habe ich Zweifel, ob es meinen Schülern damit genauso gelingen wird. Ganz einfach, Weil es ganz neu für sie ist und ich befürchte, sie könnten sich nicht richtig darauf einlassen. Der Zuspruch, auf die neue Methode zu Vertrauen tut sehr gut und genau das werde ich auch den Schülern immer wieder ans Herz legen, bis sie erste Erfolge selbst bemerken. Für einen „Erfolgscheck“ für die Schüler dachte ich daran, den zu behandelnden Text jeweils vor und nach dem Durchlaufen der Methode kurz vorlesen zu lassen und dies per Aufnahme zu dokumentieren. Ich kann mir vorstellen, dass die Schüler sehr überrascht sein werden, wie gut sie nachher den Text lesen, verstehen und auch sprechen können. Für weitere „Ball-im-Tor-Ideen“ wäre ich sehr dankbahr! Alles Gute!

    • Hallo Tina,
      wow, das klingt spannend und wunderbar, dass du deinen Unterricht so aufbaust! Deine Schüler werden es dir danken, da bin ich mir sicher.

      Zu deiner Frage nach “Ball-im-Tor-Ideen”: Ich denke, dass wir die Birkenbihl-Methode, so gut sie auch ist, nicht komplett isoliert betrachten sollten. Hast du schon mal in unsere anderen SprachHACKS reingeschaut? Da findest du viele Ideen, die das Lernen nach Birkenbihl noch unterstützen und sei es etwas wie der SpeicherHACK, der hilft, das Sprachzentrum aufzubauen. Der PhrasenHACK kann auch gut mit der Birkenbihl-Methode angewendet werden und hilft den Schülern, schnell die Struktur der Lernsprache zu verstehen. Das erzeugt auf jeden Fall Aha-Momente, die so wichtig sind und aus meiner Erfahrung gesprochen, immer sehr motivieren, weiter zu machen.

      Damit das Lernen aber auch immer Spaß macht und wirklich im Alltag ankommt, kannst du Ihnen ja auch noch den 1-MeterHack erklären und natürlich solltest du selbst als Lehrkraft immer den KorrekturHACK beachten, damit du die Schüler auch richtig korrigierst. Und erzähle gerne so vielen Lehrern davon, wie du kannst. Umso mehr davon wissen, desto besser 🙂

      Viele Grüße
      cR

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