Erfahrungen mit Babbel im Test (2021)

Babbel auf dem Laptop testen

Inhaltsübersicht:

Seite 01: Kurzfazit – Was wurde getestet – Umfang & Features
>> Seite 02: Benutzerfreundlichkeit – Didaktisches Konzept
Seite 03: Zielgruppe – Preis/Leistung – Alternativen – Fazit


Benutzerfreundlichkeit: Wie einfach ist Babbel zu nutzen?

Benutzerfreundlichkeit ist ohne Frage ein Teil des Lernerlebnisses und kann bei mangelnder Umsetzung schnell zu Frustration führen. Wie gut ist Babbels Konzept und wie unterscheiden sich App und Web? Was sind unsere Erfahrungen mit Babbel als Nutzer?

Babbel ist übersichtlich und recht unkompliziert

Das Programm ist überaus benutzerfreundlich und selbst Lerner, die nicht sehr technikaffin sind, kommen damit gut zurecht. Die Seiten sind sehr übersichtlich aufgebaut, außerdem sind die Lektionsinhalte abwechslungsreich und aktuell. Vor allem nimmt das Programm die komplette Organisation des Lernens ab, wobei trotzdem noch eine gewisse Individualität gewahrt wird: Jede Woche kann man sich ein Lernziel setzen, wonach Babbel entsprechend die Aktivitäten plant.

Besonders erfreut uns die verbesserte Struktur und vor allem die übersichtliche Darstellung der Preise und des Abonnements, zudem gibt es nun eine kostenfreie 7-tägige Probewoche (dazu später mehr!). Dies war in einem früheren Test ein großer Kritikpunkt. Schön, dass dies verbessert wurde! Allerdings muss an dieser Stelle einmal bemängelt werden, dass es anders als früher keine 1-Monats-Abonnements mehr gibt, genauso wenig wie Pakete für mehrere Sprachen. Schade, dass dies entfernt wurde, da es für viele Lerner garantiert von Nutzen wäre.

Die Englische Babbel Startseite
Die Englische Babbel Startseite

Sehr einfach geht auch die Nutzung des Vokabeltrainers von der Hand, da die neuen Vokabeln aus den bearbeiteten Lektionen ganz automatisch in den Wiederhol-Manager übergehen. Darum muss man sich als Lerner also nicht kümmern. Auch die Wiedervorlage zur Wiederholung geschieht vollautomatisch.

App versus Web: Meine Babbel-Erfahrungen

Babbel ist auf so gut wie allen Endgeräten nutzbar, egal ob Computer, Tablet oder Smartphone. Dabei wird der Lernstand immer aktuell gehalten. Man kann also problemlos zwischen den Geräten hin und her wechseln, ohne Lektionen zu verpassen oder mehrmals lernen zu müssen. Sogar offline kann man das Programm auf dem Smartphone oder Tablet nutzen, wenn man die Lerninhalte vorher heruntergeladen hat. Das ist vor allem bei Urlaubsreisen ins Ausland, wo man vielleicht nicht immer WLAN hat, sehr praktisch und kostensparend.

Desktop und mobile Version unterscheiden sich in ihren Funktionen nicht, alle Aspekte von Babbel sind auf allen Geräten nutzbar. Das ist ein großes Plus und bei vielen anderen Anbietern nicht der Fall. Der Aufbau der Benutzeroberfläche unterscheidet sich allerdings ein wenig und ist im Internet übersichtlicher gestaltet als in der mobilen App. So findet man im Browser beispielsweise direkt den Tab „Preise“, um zu seinem Abonnement zu gelangen. Währenddessen muss man sich in der App durch „Profil“ und „Einstellungen“ klicken, um schließlich zum nicht ganz eindeutig benannten „Freischalten“-Tab zu gelangen, wo man dann endlich die Preise sehen kann.

Babbel ist also auf allen Geräten ohne größere Probleme nutzbar, alle Funktionen sind vorhanden, aber die Browserversion ist teilweise deutlich übersichtlicher. Wer sich in der App jedoch einmal zurechtgefunden hat, sollte auch damit schnell klar kommen.

Didaktisches Konzept: Wie erfolgreich lerne ich mit Babbel?

Das didaktische Konzept ist wohl der zentralste und wichtigste Teil für den Lernerfolg. Verschiedene Anbieter haben verschiedenste Konzepte. Wie sieht es bei Babbel aus, und wie gut funktioniert das Ganze?

Kleine Häppchen für großen Erfolg

Je nachdem welchen Anmeldeweg man wählt, beginnt nach der Registrierung sofort die Lernphase. Das eigentliche Lernen funktioniert immer in etwa auf die gleiche Art und Weise: Man hört und liest neue Wörter, Ausdrücke und Sätze, spricht sie nach und ordnet sie Bildern zu. Je nach Sprache und Lektion tippt man Wörter und Phrasen manchmal noch zusätzlich, in anderen Lektionen gibt es wiederum einen kleinen Dialog am Ende. Grundsätzlich ist Babbel nach meiner Erfahrung also sehr abwechslungsreich gestaltet.

Zuordnungsübung bei Babbel im Test
Eine typische Übung zum zuordnen

Pro Lerndurchgang werden zwar nicht viele neue Wörter eingeführt (teils nur drei Stück), aber man lernt sie in abwechslungsreichen Übungsformen und schenkt so den Ausdrücken die notwendige Aufmerksamkeit. Die einzelnen Lektionen sind dabei wunderbar kurz, was insbesondere für das mobile Lernen und allgemein für den kinästhetischen Lerner optimal ist. Wer mehr machen möchte, erledigt eben einfach zwei oder drei Lektionen hintereinander.

Die Bild-Wort-Verknüpfung setzt Babbel im Test gut um. Die meisten Wörter sind bebildert, allerdings gibt es teils keine eindeutige Zuordnung, da man einfach Stock-Images verwendet. Das macht Rosetta Stone (zum Testbericht) beispielsweise wesentlich besser.

Babbels eingebauter Vokabeltrainer: Der Wiederhol-Manager

Im Tab „Wortschatz“ werden täglich die zu wiederholenden Wörter und Ausdrücke angezeigt. Diese Elemente sollte man regelmäßig abarbeiten, denn sonst häufen sie sich schnell an. Wenn Du allerdings täglich ein paar Minuten mit Babbel an deiner Sprache arbeitest, dann hast Du diesen Bereich in der Regel sehr gut im Griff.

Das Programm nutzt zum Wiederholen das allgemein anerkannte SRS (Spaced Repetition System). Das bedeutet, dass Wörter in regelmäßigen Abständen wieder vorgelegt werden: Je besser man ein Wort beherrscht, desto länger sind diese Abstände. Sollte man ein Wort nicht wissen, verkürzt sich der zeitliche Abstand wieder.

Auswahl im Vokabeltrainer von Babbel im Test
Übungsauswahl des Vokabeltrainers

Man kann sich zudem aussuchen, ob man die Vokabeln als Karteikarten lernen, hören oder schreiben möchte. Alle Möglichkeiten funktionieren grundsätzlich gut. Eine Kleinigkeit gibt es dennoch zu bemängeln: Beim Schreiben muss man (z.B. im Spanischen) nicht auf die Akzente achten, um die Übung zu schaffen. So kann man sich unbewusst davor drücken, die korrekte Schreibweise zu lernen, was ja nicht Sinn der Sache sein sollte.

Öffnet man den Tab Wortschatz, erhält man eine Übersicht in Tabellenform über alle bereits gelernten Vokabeln. Man sieht die Übersetzung in Deutsch und der gewählten Fremdsprache und hat sogar die Möglichkeit, sich das Wort anzuhören. Zudem sieht man die Anzahl der Wiederholungen, den Tag der letzten Wiederholung und die Lernstufe. Letzteres gibt an, wie sicher man das Wort beherrscht. Wenn man es häufig korrekt wiederholt, wird es höher eingestuft, macht man Fehler, kann es jedoch auch wieder zurückgestuft werden. Es gibt insgesamt sechs Lernstufen.

Vokabelübersicht von Babbel
Übersicht der gelernten Vokabeln

Kleine Anmerkung: Die Anzahl der Wiederholungen scheint fehlerhaft zu sein. Egal, wie oft ich im Test eine Vokabel wiederholt habe, die Zahl blieb immer bei „1“, obwohl sich zum Beispiel die Lernstufe verändert hat (siehe Bild). Das ist zwar nicht unbedingt wichtig fürs Lernen, sollte aber dennoch von Babbel behoben werden.

Klassische Didaktik – altbewährt oder längst nicht mehr aktuell?

Die Überschrift verrät es bereits, Babbel erinnert uns häufig an das klassische Schullernen, natürlich verbessert um die Vorteile des Internets. Aus der Sicht einer optimalen Lernmethode werden unseres Erachtens aber teilweise nicht ganz optimale Konzepte übernommen. Generell verfolgt Babbel einen sehr klassischen Ansatz.

Grammatik und Vokabellernen stehen im Vordergrund. Besser machen das beispielsweise Sprachkurse wie Rosetta Stone (Testbericht), die mit der Dynamic Immersion Methode einen Ansatz entwickelt haben, der ganz ohne Vokabelpauken auskommt. Lästiges Pauken ist auch in unserer transREAL-Methode nicht nötig: weit entfernt von der herkömmlichen Schulmethode kannst du dir die Fremdsprache nahezu ins Gehirn laden!

Ein entscheidender Nachteil Babbels ist, dass es kaum Sprachkurslektionen auf höherem Sprachniveau gibt. Wenn Du Englisch lernst, gibt es damit kein großes Problem, immerhin gehen die Lektionen bis zum Niveau C1, aber bei Russisch oder Schwedisch sieht es schon anders aus. Ein weiterer Kritikpunkt wiegt allerdings noch ein wenig schwerer: Die Audioinhalte sind ein bisschen dürftig, längere Dialoge und Texte gibt es kaum. Daher eignet sich das Programm aus unserer Babbel-Erfahrung heraus eher als Ergänzung zu anderen Lernmethoden und sollte nicht die einzige Lernform sein. Jicki wäre hier eine gute Empfehlung.

Gut gefällt uns allerdings, dass gerade für Anfänger und Lerner auf der Mittelstufe die Kurse nicht zu detailverliebt sind. Sie geben einen groben Überblick – für die meisten Lerner genügt das. Der Einstieg in das eigene Sprachabenteuer wird so erleichtert oder gut ergänzt.

Gamification – mittlerweile ganz gestrichen

Früher bot Babbel neben der tollen Community ein Punkte- und Ranglistensystem an, um Nutzer zum Lernen zu motivieren. Man konnte nicht nur den eigenen Fortschritt deutlich verfolgen, sondern auch den Stand von anderen Lernenden sehen und mit dem eigenen vergleichen. Dieses Feature ist mittlerweile leider komplett weggefallen.

Einen Ersatz haben wir nicht bekommen: Babbel hat nun keine Möglichkeit mehr, Nutzer zum Lernen zu motivieren. Es gibt nicht einmal regelmäßige Benachrichtigungen (sei es am Smartphone per App oder per E-Mail), die an die täglichen Lektionen erinnern.

Das ist extrem schade: Babbels didaktisches Konzept ist wirklich gut und altbewährt. Ein Lernkonzept kann aber noch so gut sein, wenn man nicht motiviert wird, es zu nutzen, bringt es leider wenig.

Fazit: Erfahrungen mit Babbels didaktischem Konzept

Babbel macht nach unserer Erfahrung viele Aspekte wirklich gut. Jeder Lerntyp wird angesprochen, die zu lernenden „Portionen“ sind von angemessener Größe und das Vokabeltraining wird auch übernommen. Leider wurden wie oben bereits erwähnt jedoch viele sehr gute Features entfernt, was die Bewertung nach unten zieht. Obwohl es dafür nun auch einige Neuerungen gibt, musste das didaktische Konzept und damit letztendlich der Lernende definitiv darunter leiden. Babbel eignet sich also gut als Einstieg in eine Fremdsprache oder Ergänzung (zum Beispiel zum Vokabeln üben), geht aber auf Dauer nicht genug in die Tiefe.

Babbel

8

Didaktik

7.5/10

Benutzerfreundlichkeit

8.5/10

Preis-Leistung

8.0/10

Vorteile

  • Übersichtliche Benutzeroberfläche
  • Guter Vokabeltrainer
  • Mobiles Lernen
  • Abwechslungsreiche Übungen
  • Kostenfreie Probewoche

Nachteile

  • Abo zwingend nötig
  • Klassischer Lernansatz
  • Zu wenig Audiomaterial
  • Wenig Material auf höherem Niveau
  • Wichtige Features wurden gestrichen
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5 Gedanken zu „Erfahrungen mit Babbel im Test (2021)“

  1. Eine weiterer Motivationskiller ist, dass wenn man von Babbel in einen anderen Tab oder Browser wechselt (z.B. eigener Vokabeltrainer, Wörterbuch etc.) das Programm plötzlich fehlerhaft wird. Dann hat man zwei oder mehr „Weiter“-Buttons, die das Fortsetzen bestimmter Lernelemente in der Lektion verhindern und man die Lektion neu starten muss. Auch die Aufnahme beim Sprechen ist immer wieder blockiert, was sich nur durch einen Neustart der Lektion oder des Vokabeltrainers beheben lässt. Mit der Zeit nervt das natürlich. Support? Das dauert Wochen, bis eine Antwort kommt und ist in der Regel nicht hilfreich. Ich werde das Abo definitiv nicht verlängern.

    1. Hallo Regula,

      das ist ein interessanter Punkt. Wahrscheinlich kann das System mehrere Punkte im Lernpfad nicht verarbeiten, deswegen setzt es eine Übung immer zurück.

      Aus reiner Lernsicht ist es auch nicht sinnvoll, mehrere Übungen gleichzeitig zumachen. Bei so unterschiedlichen Aufgaben wie dem Vokabeltrainer und den normalen Kursübungen macht es aber durchaus Sinn, diese in verschiedenen Tabs aufzuhaben.

      Ein guter Punkt, Danke für dein Feedback Regula.

      Grüße
      cR

  2. Hallo ich spreche italienisch Niveau A2.Könnte ich mal ein paar Übungen probieren damit ich schauen kann ob mir Babbel gefällt?Vielen Dank

  3. Babbel produziert selber Sprachfehler, indem es in der Fernsehwerbung die unsägliche *-Rechtschreibung verwendet. Expert*innen. Fürchterlich: Es heisst Expertinnen und Experten.

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