120 Millionen Nutzer können nicht irren, würde man meinen. Duolingo nennt sich das „beliebteste Sprachlernangebot im Netz“ und es ist auch nicht schwer, sich vorzustellen, dass das so stimmt. Nicht nur, dass Duolingo kostenlos ist und eine Vielzahl von Sprachen im Lehrangebot hat, auch das liebevoll ausgearbeitete Design trägt sicher zum Erfolg der Software bei. Ob Duolingo aber auch didaktisch etwas taugt, wollte ich in einem ausführlichen Test herausfinden.

Was wird getestet

Um das Prinzip von Duolingo bewerten zu können, wollte ich eine Sprache unter die Lupe nehmen, die ich gut spreche – Französisch – und eine, in der ich keinerlei Vorkenntnisse habe – Irisch. Da es in der deutschsprachigen Version allerdings bisher nur drei Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Spanisch) zu lernen gibt, habe ich für Irisch die Version für englische Muttersprachler benutzt.

Umfang & Features: Für Englischsprachige unschlagbar

Duolingo lässt sich online im Browser oder auf allen Smartphone-Systemen ’spielen‘ – sogar auf dem Windows Phone, welches üblicherweise von Softwareentwicklern ignoriert wird. Die Features sind mobil und im Browser größtenteils die gleichen, mit der Ausnahme, dass man im Browser die Möglichkeit hat, seine gelernten Vokabeln anzuschauen und sich am Diskussionsforum zu beteiligen. Auf allen Plattformen ist aber das Herzstück – der Sprachkurs – das gleiche. Die Daten werden zudem synchronisiert, sodass man mobil fortsetzen kann, was man im Browser begonnen hat – und  andersrum.

Wie schon erwähnt, gibt es bei Duolingo für deutsche Muttersprachler zwar erst 3 Sprachen zu lernen, das Angebot für Englischsprachige ist aber schon jetzt sehr groß. Hier gibt es 20 Sprachen zur Auswahl, darunter exotische wie Walisisch, Hebräisch und Esperanto. Außerdem sind schon viele weitere Sprachen in der Pipeline und werden zur Zeit entwickelt. Wer genaueres hierzu erfahren möchte, kann sich im Inkubator (https://incubator.duolingo.com/) informieren (Darunter fällt zum Beispiel auch Klingonisch für Englischsprachige).

Didaktisches Konzept: Ziemlich durchwachsen

Die Lektionen orientieren sich an verschiedenen Themen und sind alle nach dem selben Schema aufgebaut. Jede Lektion enthält mehrere kurze Einheiten, die neue Vokabeln z.B. zum Thema Tiere, Transport, Plural oder Präpositionen beinhalten. Eine Einheit besteht aus verschiedenen Übungsformen wie Lückentexten, Übersetzungen, Aussprachetraining und Hörverstehen. Meist kann man die einzelnen Wörter eines vorgegebenen Satzes nachschlagen, was auch nötig ist, da es keine Lernphase vor der Testphase gibt. Man wird quasi ins kalte Wasser geworfen und lernt somit auch durch Fehler sowie durch Raten. Während man vor einiger Zeit bei Duolingo noch 3 „Leben“ pro Einheit hatte, die mit jedem Fehler weniger wurden und schließlich dazu führten, dass man die Lektion komplett wiederholen musste, gibt es jetzt ein anderes System. Mittlerweile muss man pro Einheit einfach eine bestimmte Anzahl von Übungen (etwa 20) meistern, um die Einheit abzuschließen, wobei die Anzahl an Fehlern keine Rolle spielt. Im Sinne des Spielspaßes und der didaktischen Idee sicherlich der richtige Ansatz. Trotzdem ist der Challenge-Gedanke  in den sogenannten „Lingots“ erhalten geblieben, die man für abgeschlossene Einheiten erhält. Lingots sind „Diamanten“, die als Ansporn dienen sollen und im Shop gegen Goodies wie neue Kleidung für das Spielmaskottchen getauscht werden können.

beispiele für übungen bei duolingo

Abwechslungsreiche Übungen, aber wenige Erklärungen

Die Übungen sind recht abwechslungsreich und nicht zu schwer gestaltet. Teilweise sind die Übungen eher etwas zu einfach und damit langweilig, wenn es um typische romanische Worte geht, die in fast jeder Sprache gleich sind, wie „hotel“. Negativ aufgefallen ist mir jedoch, dass es in der mobilen Version kaum Erklärungen zu grammatikalischen Eigenheiten gibt. Es ist schwer, sich vorzustellen, wie der Nutzer verstehen soll, in welchen Fällen etwa im Französischen der Subjonctif verwendet wird, zumal die Beispiele dafür nicht ausreichen. In der Browser-Version gibt es hingegen vor solchen Grammatik-Einheiten detaillierte Erklärungen (leider bisher nur in der englischen Version) und auch innerhalb der Einheiten kann man sich Verbkonjugationen und Erläuterungen anzeigen lassen. In der mobilen Version ist diese Funktion nur extrem eingeschränkt vorhanden, was ein großes Manko ist. Die Frage, ob man durch „Erraten“ der sprachlichen Regeln oder durch Instruktion besser bzw. schneller lernt, wird in der Forschung nach wie vor kontrovers diskutiert. Mich persönlich stört es jedoch extrem, wenn ich keine Hilfestellung bekomme – gerade bei einer Sprache wie Irisch, die eine sehr ungewöhnliche Satzstellung hat, wie ich mittlerweile  durch die Übungen erfahren habe.

nachschlagefunktion bei duolingo

„Echte“ Inhalte – leider sinnbefreit

In einem TED-Talk mit Luis von Ahn, dem Kopf hinter Duolingo, hörte ich ihn sagen, dass Duolingo auch deshalb so interessant sei, da man dort mit „echten“ Inhalten arbeitet, nämlich Sätzen, die im Internet vorkommen und durch die Community übersetzt werden. In Wirklichkeit sind die Inhalte von Duolingo allerdings eher ein Schwachpunkt der Software, denn die Sätze sind völlig unzusammenhängend, bilden keine kohärente Geschichte innerhalb einer Einheit und sind teilweise so abstrus, dass man sich mit dem Übersetzen wirklich schwer tut. Beispiele wie „Der Fakt des Erschaffens macht verantwortlich“ oder „I eat before the crab“ sind keine Seltenheit.

beispiele für sinnlose sätze in duolingoErwähnenswert ist bei Duolingo noch die Wiederholfunktion, mit der man bereits bearbeitete Lektionen per Zufallsverfahren wiederholen kann. Leider ist die Funktion bitter nötig, da die während einer Lektion gelernten Vokabeln nur selten in späteren Lektionen wieder vorkommen. So hat es wenig Sinn, während einer 5 Minuten dauernden Einheit 10 neue Vokabeln zum Thema Farben zu lernen – denn der Nutzer hat diese spätestens zwei Tage später wieder vergessen, da sie kaum (nicht nie, zugegebenermaßen) wiederholt werden.

Benutzerfreundlichkeit: Durchdacht und mit Herz gestaltet

Das herausstechende Merkmal von Duolingo ist das wunderschöne Design. Manchen Nutzern mag es zu verspielt und kindlich daherkommen (mir gefällt es gut), unbestreitbar aber ist, dass es sehr detailliert und liebevoll gestaltet ist, im Gegensatz zu manch anderer Software. Bei einigen Sprachen gibt es mittlerweile statt Stock-Fotos nette Illustrationen, die allerdings nicht immer sinnvoll sind. Zum Beispiel gibt es viele verschiedene Avatare, denen die zu lernenden Sätze in den Mund gelegt werden, aber seltener Illustrationen von den Objekten, um die es sich im Satz handelt. Bei anderen Sprachen, wie Irisch, gibt es zudem mal mehr, mal weniger sinnvolle Stock-Fotos: In einem Fall sollte ich das richtige Bild zum Wort „Tier“ wählen und sah mich mit vier verschiedenen Tierbildern konfrontiert.

Vertonung: Vor- und Nachteile von Computerstimmen

Erwähnenswert ist, dass fast alle Wörter und Sätze auch vertont sind, zumindest im Französischen. Zwar spricht hier eine Computerstimme, aber immerhin hat diese ganze Wörter auf dem Kasten und nicht nur einzelne Silben, sodass die Stimme relativ natürlich klingt. Anders ist es bei Irisch. Hier scheinen alle Sätze komplett eingesprochen zu sein, was aber zum Nachteil hat, dass einzelne Wörter gar nicht vertont sind, was gerade bei einer Sprache mit solch undurchsichtiger Rechtschreibung sehr nachteilhaft ist. Hierfür gibt es leider Punktabzug.

beispiele für illustrationen in duolingo

Weite Teile der Software lassen sich bei Duolingo auch offline spielen. Lediglich die Sprachausgabe wird manchmal aus dem Netz nachgeladen und auch zur Synchronisation des Spielstandes braucht es natürlich eine Internetverbindung. Diese Synchronisation wird üblicherweise nach einer abgeschlossenen Einheit automatisch initiiert, was allerdings zum Nachteil hat, dass die Software mit ziemlicher Sicherheit abstürzt, wenn man z.B. gerade im Zug sitzt und eine sehr unzuverlässige Internetverbindung hat.

Von diesen Schwächen abgesehen gibt es viel Positives über Duolingo zu berichten. Die Bedienung ist einfach, die Lektionen sind super für zwischendurch geeignet, da sie sehr kurz und interessant sind. Das Sammeln von Punkten und Lingots sorgt für Motivation (Ich kenne sogar Menschen, die lieber Duolingo statt andere, mitunter bessere, Programme spielen, nur weil es hier Lingots gibt, mit denen man noch nicht mal viel anstellen kann) und man kann seinen Lernfortschritt mit denen von Freunden vergleichen.

duolingo punkte, lingots und shop
Bildnachweis: Titelbild © Valérie-Françoise Vogt / Screenshots © duolingo.com

Eines der besten Features von duolingo finde ich aber, dass die Software sehr großzügig bei der Bewertung ist. So werden einem kleine Rechtschreibfehler verziehen, und wenn man der Meinung ist, dass die eigene Lösung gültig sein sollte, obwohl sie vom Programm nicht akzeptiert wird, kann man den eigenen Lösungsvorschlag im Forum diskutieren lassen, sodass dieser möglicherweise in die Liste der gültigen Antworten aufgenommen wird. So entsteht kein Frust, wenn man den Eindruck hat, schlauer als der Computer zu sein.

Preis / Leistung: Duolingo ist unbesiegbar

Das Preis-/Leistungsverhältnis ist natürlich unschlagbar. Da Duolingo kostenlos ist, keine In-Apps-Käufe oder Pro-Versionen enthält und (zumindest für Englisch als Muttersprache) schon eine sehr große Zahl an Sprachen implementiert hat, gibt es kaum eine Software, die in diesem Punkt mithalten kann. Das Finanzierungsmodell von Duolingo basiert offenbar auf Spenden (z.B. von Google) und dem Konzept, dass fortgeschrittene Lerner nach und nach Teile des Internets übersetzen. Diese Übersetzungen kann duolingo daraufhin verkaufen. Der Nutzer zahlt mit seiner Zeit.

Zielgruppe: Nichts für soziale Lerner

Ich würde Duolingo für Sprachanfänger von A1 bis maximal B1 empfehlen. Darüber hinaus sind die Inhalte eigentlich zu einfach. Für komplette Neulinge eignet sich die (englische) Browser-Version eher, da es hier Erklärungen zur Grammatik gibt, die in der App fehlen. Wen das nicht frustriert, der kann sich auch hier an die App-Version wagen.

Sprachen lernen. Lass dich jetzt coachen.

Zwar versucht Duolingo, alle Sprachfertigkeiten wie Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen zu trainieren, es muss allerdings erwähnt werden, dass Sprachübungen sich auf reines Wiederholen beschränken und Sprachproduktionsübungen insgesamt eher selten auftauchen. Duolingo ist somit eher für den literarischen Lerner gemacht, aber auch für den auditiven. Vor allem soziale und kommunikative Lerner kommen hier nicht so sehr auf ihre Kosten.

Fazit: Testen lohnt sich in jedem Fall

Da Duolingo kostenlos ist, kann es in keinem Fall schaden, sich das Programm zum Test zuzulegen, wenn man eine der drei Sprachen lernt, die für deutschsprachige Nutzer zur Verfügung stehen oder wenn man Englisch gut genug beherrscht, um eine andere Sprache lernen zu können. Duolingo macht Spaß, ist wie gemacht für eine schnelle Lektion zwischendurch und ist ziemlich abwechslungsreich. Für fortgeschrittene Lerner taugt die App allerdings maximal dazu, nicht völlig ‚rauszukommen‘, aber große Fortschritte wird man mit ihr nicht mehr machen. Dazu braucht es andere Methoden, die mehr Input liefern und vor allem mehr Output fordern.

Zwar ist Duolingo sehr schön gestaltet und es macht einfach Spaß, das Programm zu bedienen, aber aufgrund der didaktischen Mängel empfehlen wir für Anfänger eher Babbel (Testbericht), denn dort wird man mit System an die Sprache herangeführt. Wer allerdings nach exotischen Sprachen sucht, der wird bei Duolingo eher fündig.

Duolingo

8

Didaktik:

5.0/10

Benutzerfreundlichkeit:

9.0/10

Preis-Leistung

10.0/10

Vorteile

  • Gratis Sprachenlernen
  • Top Benutzeroberfläche
  • Diskussion eigener Lösungen

Nachteile

  • Wenig eigenes Sprechen
  • Unterschiedlicher Ausbau der Sprachen
  • Teilweise sinnfreie Illustrationen
  • Mitunter absurde Inhalte
Valérie-Françoise Vogt

About Valérie-Françoise Vogt

Als Interaction-Designerin, Kognitionswissenschaftlerin und selbst begeisterte Sprachen-Lernerin ist Valérie immer auf der Suche nach der perfekten Sprachlern-Software.

20 Comments

  • […] hat nicht ganz so viele Zielsprachen zu bieten wie zum Beispiel Duolingo, doch da die Firma ihren Sitz in Hong Kong hat, hat sie einige Sprachen im Programm, die bei vielen […]

  • […] (zum Testbericht) hat in den letzten Wochen gleich zwei neue Features implementiert, die es wert sind, unter die […]

  • […] Duolingo Duolingo ist genau das Gegenteil zu Rosetta Stone und Babbel, wenn es um die Didaktik und die verwendete Lernmethode geht, die bei uns nicht so gut abgeschnitten hat. Dafür ist Duolingo in Sachen Preis (komplett kostenfrei) unschlagbar. Allerdings ist aus unserer Sicht sinnvoller die 5 – 10 Euro im Monat in Babbel zu investieren und einen didaktisch besseren Sprachkurs zu erhalten. (Mehr Informationen | Testbericht) […]

  • […] Duolingo Duolingo ist genau das Gegenteil zu Rosetta Stone und Babbel, wenn es um die Didaktik und die verwendete Lernmethode geht, die bei uns nicht so gut abgeschnitten hat. Dafür ist Duolingo in Sachen Preis (komplett kostenfrei) unschlagbar. Allerdings ist aus unserer Sicht sinnvoller die 5 – 10 Euro im Monat in Babbel zu investieren und einen didaktisch besseren Sprachkurs zu erhalten. (Mehr Informationen | Testbericht) […]

  • […] Duolingo Duolingo ist genau das Gegenteil zu Rosetta Stone und Babbel, wenn es um die Didaktik und die verwendete Lernmethode geht, die bei uns nicht so gut abgeschnitten hat. Dafür ist Duolingo in Sachen Preis (komplett kostenfrei) unschlagbar. Allerdings ist aus unserer Sicht sinnvoller die 5 – 10 Euro im Monat in Babbel zu investieren und einen didaktisch besseren Sprachkurs zu erhalten. (Mehr Informationen | Testbericht) […]

  • […] und innovative Sprachkurse „Made in Germany“ sind rar. Global Player wie Rosetta Stone oder Duolingo beherrschen den Markt. Einzig Babbel kann sich als deutsches Angebot sehr gut behaupten. Doch mit […]

  • […] du mehr über Duolingo wissen möchtest, dann schaue dir doch den Artikel auf unserem Blog an. Valérie hat Duolingo getestet und auf unserem Blog das ausführliche Testergebnis […]

  • Evelyne sagt:

    Ich versuche Duo seit 6 Monaten mit den Sprachen Spanisch, Italienisch, Französisch und vor allem Englisch. Leider sind, kann man in Deutsch nur die Sprachen Englisch, Spanisch und Französisch lernen. Alle anderen Sprachen gehen nur auf Umweg über Englisch. Ich lerne Italienisch, indem ich mir die englische Vorgabe anhöre, was etwas mühevoll ist.
    Mir ist das ganze Konzept etwas undurchsichtig. Zum Beispiel hatte ich in Englisch 71 % der Sprachkenntnisse (ich weiß nicht wovon das rechnet wird, sind es die Kenntnisse die Duo hat?) 71% der Sprache kann nicht einmal ein Muttersprachler haben, da es sicher Wörter gibt, die neu oder unbekannt sind.
    Ich bleibe bei Englisch: Leider ist die Stimme der Dame oft unverständlich, dazu kommt, dass Sie einen deutlichen amerikanischen Dialekt hat. Die Sätze sind, wie auch schon erwähnt, oft unsinnig. „Ich esse einen Affen“, Das Krokodil isst einen Apfel“ oder so ähnliches. Ein Satz hieß: She had eaten an apple. Man hörte aber: She had IN an apple. Unsinnig, ja aber was sollte ich schreiben. Es gibt eine langsame Spracheinstellung, aber auch dort könnte man das Wort nicht verstehen. Die männliche Stimme ist OK und auch für Englisch/Englische sehr gut verständlich.
    Vor 5 Wochen hatte ich 71 % von irgendetwas, da ich 4 Wochen auf Urlaub war, fand ich erstaunlicherweise nur mehr 69 %. Sollte mir in dieser Zeit die Vokabeln aus dem Hirn verloren gegangen sein? Jetzt habe ich wieder 71 % …. nach harter Arbeit.
    Anscheinend werden auch Tippfehler als echte Fehler verzeichnet, wahrscheinlich weil das System nicht anders kann. Ich war schon 3 x mit dem Lebensbaum fertig, plötzlich musste ich Fragen, aus dem „Anfängertopf“ beantworten. Ich denke mir, dass ich dort einen Tippfehler hatte, den sonst hätte ich nicht die Mitglieder einer Familie herunterbeten müssen (Vater, Mutter, Tante, Onkel, Geschwister etc). Ich verstehe nicht, wenn man bereits die Gruppe Konjunktiv II richtig, das heißt fehlerfrei beantwortet hat, einem dann die Anfängergruppen vorsetzt werden.
    Ich habe einige Follower, kenne die Leute aber nicht und ich weiß nicht, ob man mit denen kommunizieren kann. Leider ist ein ordentlicher Leitfaden für diese Sprachkurse nicht vorhanden oder ich habe sie noch nicht entdeckt.
    Vielleicht ist „Babbel“ besser, ich habe es nur kurz ausprobiert, lustig finde ich die Werbung im TV. In Spanisch und italienisch. Momentan arbeite ich mit „Busuu“, das teilweise kostenpflichtig ist, aber wenn man eine Sprache auf diese Art lehren möchte, ist dieser Sprachkurs ideal und die Kosten sind gering. Weiteres finde ich, dass man sich mit den muttersprachlichen Leute, die die Korrekturen machen, schriftlich verständigen kann, warum man den Fehler gemacht hat. Der Aufbau des Sprachkurses ist sehr witzig. Inzwischen verkehre ich mit vielen meiner Sprach-Brieffreunde privat per E-Mail. Damit intensiviert man die Sprache.
    Ich habe schon viele Sprachkurse versucht, „Busuu“ ist für mich der beste, man wird auch nicht unangenehm erinnert, dass man lernen soll. Ich glaube, das ist bei vernünftigen Leuten nicht notwendig.

    • Liebe Evelyne,

      vielen Dank für Ihr ausführliches Feedback.
      Es freut mich sehr, dass Sie nun einen Kurs
      gefunden haben, der für Sie optimal ist!

      Und weiterhin viel Erfolg!

      Beste Grüße
      cR

    • Wolfgang sagt:

      Ich kann nur bestätigen, dass die Bewertung selten nachvollziehbar ist. Ärgerlich ist auch die Wiederholung simpelster Aufgaben. Nun gibt es seit einer Woche das überarbeitete Duolingo. Das ist so schlimm, dass ich eventuell zu Babbel wechseln will. Banalität ist bei Duolingo jetzt Trumpf. Ich gebe auf.

  • egal744 sagt:

    Seit der Umstellung auf das neue Kronen System fehlt die Möglichkeit neue Wörter ganz gezielt zu lernen. Auch fehlt nun das einfache anwählen der einzelnen Untergruppen inklusive der darin enthaltenen Übungen.

    Es ist nun nicht mehr möglich, ganz gezielt meinen gerade gelernten Satz zu wiederholen, um ihn mir einzuprägen.

    Was bei dem alten System ganz einfach möglich war wurde nun abgeschafft – was für ein Schwachsinn.

  • Walter Sänger sagt:

    Das einzig Gute an Duolingo ist, dass der Sprachkurs kostenlos ist. Den Rest kann man eigentlich vergessen. Die Texte sind recht weltfremd und für die tägliche Umgangssprache kaum zu gebrauchen. Ganz schlimm ist es mit der Groß- und Kleinschreibung, das scheint denen sowohl im Deutschen als auch im Englischen scheißegal zu sein. Da kann man horrende Fehler machen ohne dass es moniert wird und das finde ich für ein Lernprogramm katastrophal. Na ja und ganz schlimm ist es bei der Interpunktion. Von Punkt, Komma oder gar Fragezeichen haben die noch nie etwas gehört. Wie gesagt, es ist halt kostenlos und da soll man dann auch nicht meckern. Wenn man seine lange zurück liegenden Kenntnisse aus Schulzeiten auffrischen will ganz lustig, aber eben mit Vorsicht zu genießen….und sicherheitshalber immer mal wieder nachschlagen, wie das eine oder andere Wort richtig geschrieben wird..

    • Hallo Walter,

      Danke für das Feedback. Das wird vielen Lesern bestimmt auch weiterhelfen.
      Und da zeigt sich für mich wieder, dass Qualität Ihren Preis hat.
      Nehmen wir z.B. Rosetta Stone, deren Lernsuite ist einfach um Welten besser.
      Wenn man es also mit dem Sprachenlernen wirklich ernst meint, sollte man
      lieber ein paar Euro in die Hand nehmen, denn dann wird das auch was mit
      der neuen Sprache.
      Viele Grüße
      cR

  • Martina Schneider sagt:

    Ich kann die kritischen Kommentare der anderen User über Duolingo nur bestätigen. Außerdem gibt es zunehmend Zensurprobleme und Abmahnungen kritischer Nutzer, die bis zum „Shadow ban“ und sogar bis zur Account-Schließung gehen. Anbei ein Erfahrungsbericht:

    Duolingo – die niedliche Eule hat ein Qualitäts- und Zensurproblem
    Bericht eines Users
    Wenn man vorhat, Sprachen auf einer Internetplattform zu lernen, landet man auch in Deutschland irgendwann bei Duolingo, dem angeblich weltbesten Lernprogramm für alle Sprachen der Welt. Man kann sogar ausgefallene Dinge wie Hochvalyrisch und Klingonisch lernen, obwohl dann wohl eher die Gesprächspartner fehlen werden. Dieses Angebot ist in der Basisversion kostenfrei. Es ist didaktisch und emotional recht ansprechend gemacht. Es bietet außerdem den angenehmen Vorteil, mit anderen Usern diskutieren zu können und schafft zusätzliche Anreize durch Wettbewerbe von der Kupfer- über die Platin- bis zur Saphirliga und den Erhalt von „Lingots“, die man zwar in keinerlei reale Währung umtauschen kann, aber die doch irgendwie die Illusion geben, etwas erreicht und verdient zu haben. Die Sprachausgabe ist mittelmäßig, im Deutsch-Spanisch Kurs zuweilen ausgesprochen schlecht, die Mikrofoneingabe schaltet man nach ein paar vergeblichen Versuchen ab, da das Programm ganz andere Dinge erkennt als man eigentlich gesprochen hat. Aber irgendwie bleibt man am Ball und lernt durch diese Anreize täglich, falls man ein ehrgeiziger Typ ist.
    Alle Programme für die verschiedenen Sprachen basieren auf einem sogenannten gemeinsamen „Baum“, der anscheinend ursprünglich in Pittsburgh entwickelt wurde. Auf diese Weise wird systematisch Schritt für Schritt eine Vokabel nach der anderen eingeführt. Der Nachteil dabei ist, dass die Übersetzung von Englisch in die Fremdsprache oft schlecht ist. Am schlimmsten ist es, wenn die Kurse zwar auf dem englischen Baum basieren, aber so etwas wie ein Sprachkurs in Deutsch-Spanisch oder Deutsch-Englisch, also mit zwei zusätzlichen Sprachen, entstehen soll. Dann ist der Nachteil, dass die Übersetzer nicht allzu viel Ahnung von der deutschen Sprache haben und die verwunderlichsten Übersetzungen entstehen, die einem deutschen Muttersprachler richtig wehtun, manchmal so schlimm, dass sich ihm die Nackenhaare sträuben. Die Qualität des Deutsch-Spanisch- und des Deutsch-Englisch-Kurses ist schlecht und wurde über Jahre nicht ausreichend gepflegt und nur in sehr seltenen Ausnahmefällen trotz vieler Meldungen verbessert. Außerdem haben sie im Unterschied zu allen anderen Sprachkursen keine Grammatik-Sektion
    Der nächste Nachteil besteht darin, dass Duolingo auf Basis von freiwilligen Moderatoren und Kursbetreuern funktionieren soll. Die laut Wikipedia 47 fest angestellten Mitarbeiter von Duolingo in Pittsburgh, vor allem Programmiere, werden bezahlt. Aber dort hat man entschieden, dass die Moderatoren freiwillig ohne Bezahlung für 2-3 Stunden pro Tag ihren Dienst an der sprachlernwilligen Menschheit zu verrichten haben. Falls man wirklich einen Moderator findet, der so viel Zeit hat, opfert er sich quasi sehr verdienstvoll und selbstausbeutend auf. Normale Arbeitnehmer haben gar nicht die Möglichkeit neben ihrem Beruf, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen müssen und anderen sozialen Pflichten wie Familie, so viel zusätzliche Zeit als Moderator für solche Sprachkurse zu investieren. Hoch qualifizierte Sprachkundige stehen deshalb nicht zur Verfügung. Das führt dazu, dass ein Moderatorenmangel entsteht, den nach einiger Zeit jeder freudig aktive User, der nicht ganz blind durch das Leben geht, merken muss. Die Fehler werden gemeldet und es wird versichert, dass der Meldebutton funktioniert, nur die Reaktion, die dringend erforderliche Verbesserung der Fehler bleibt über Jahre aus – im Schnitt drei bis fünf Jahre. Einige unbeirrbare Fans sagen frustrierten Usern, dass sie ja woanders lernen können, wenn ihnen Duolingo nicht zusagt. Kritik an den Sätzen wird mit Downvotes quittiert, selbst wenn sie berechtigt ist und sachlich vorgetragen wird. Es gehört sich offensichtlich einfach nicht, Duolingo zu kritisieren, da es ja so uneigennützig und freiwillig allen Nutzern eine neue Sprache beibringen möchte. So entsteht langsam eine Art Sektenmentalität. Diese Fans finden Duolingo und die süße kleine grüne Eule als Maskottchen einfach toll und unangreifbar, der kritische Verstand wird ausgeschaltet. Am lästigsten ist es, wenn Duo-gläubige User versuchen, bestehende Fehler schön zu reden. Ab einem gewissen Grad von Sprachkenntnis wird man da nur noch sauer und das zu Recht.
    Ich habe an sechs Duolingo-Sprachkursen bis zum Ende des Baums teilgenommen. Davon waren zwei Kurse gut (Englisch-Schwedisch, Deutsch-Französisch), zwei Kurse erträglich (Englisch-Russisch, Englisch-Italienisch) und zwei Kurse richtig schlecht (Deutsch-Englisch und Deutsch-Spanisch).
    Ob ein Sprachkurs bei Duolingo gut oder schlecht ist, hängt von der Arbeit der Moderatoren ab. Wenn sie nicht energisch und aufopferungsvoll sind (und das ohne Bezahlung) bleiben die Kurse auf dem Einführungsstand ohne Grammatiksektionen und ohne jede Verbesserung stehen. Bei den Usern entsteht verständlicherweise Frust und sie ärgern sich, weil sie in das Niemandsland hinein diskutieren, keiner antwortet. Ab und zu, aber wirklich extrem selten, wird mal eine Meldung bearbeitet. Alles macht den Eindruck der totalen Überforderung. Nach vielen Monaten der Duolingo-Nutzung habe ich mich dazu entschlossen, an zentraler Stelle diese Probleme zur Sprache zu bringen. Eine solche zentrale Stelle waren die „Tipps zu den Satzdiskussionen“ für die Deutsch-basierten Kurse. Dort wurde versucht, den Usern zu erklären, dass Fehlermeldungen nicht in den Satzdiskussionen erfolgen sollten und dass Deutschfehler unerheblich sind, da ja nur Deutsche solche Kurse belegen. Das war der Versuch, Diskussionen über Fehler als „unangemessen“ zu deklarieren. Nur, über was sonst soll man bei Satzdiskussionen diskutieren, wenn nicht über die Probleme mit den Sätzen und eventuelle Fehler, die darin enthalten sind. So lange wie das in einer angemessenen, höflichen Form geschieht, ist doch eigentlich auch nichts dagegen einzuwenden.
    Ich hatte einen recht guten und sachlichen Kommentar verfasst, der auf diese Probleme in der Sprachkursen einging und der von vielen anderen Usern sehr positiv aufgenommen wurde, weil sie genau die gleichen Probleme hatten. Dann gab es noch ein paar Diskussionen über die Sinnhaftigkeit des Freiwilligkeitsprinzips für Moderatoren, bei denen offen gesagt wurde, dass es ethisch nicht korrekt ist, wenn der bezahlte Teil von Duolingo in Pittsburgh von dem anderen Teil verlangt, dass er kostenlos zu arbeiten hat. Vor allem dann nicht, wenn Werbeeinnahmen sprudeln, Google und andere Großkonzerne das Programm offenbar mit Millionenbeträgen sponsern, zahlungspflichtige Duolingo-Plus Abos eingeführt werden, buzzfeed und CNN für Übersetzungen an Duolingo zahlen. Wo bleiben diese Gelder? Warum können die Moderatoren nicht wenigstens eine kleine materielle Anerkennung erhalten. Auf den Hinweis hin, dass die Anzahl der Millionäre mit besonders guten Sprachkenntnissen in drei Sprachen und grenzenlosem Aufopferungswillen für die Allgemeinheit in Deutschland eher gering ist und deshalb der Moderatorenmangel auf absehbare Zeit nicht gelöst werden kann, verebbte die Diskussion.
    Nach ca. zwei Wochen fragte ein anderer User nach, wo denn meine Kommentare in der Diskussion geblieben wären, er glaube nicht, dass ich sie selber gelöscht hätte. Daraufhin wurde ich stutzig – ich selber fand meine Kommentare noch, aber eine Freundin bestätigte mir, dass andere sie nicht mehr sehen können. Das ist eine sehr üble Art der Zensur, die ich Duolingo eigentlich nicht zugetraut hätte. Man hatte einen „shadow ban“ über mich verhängt, ohne mich darüber zu informieren oder mir eine Begründung für diese Maßnahme zu geben.
    Ich versuchte, eine neue Diskussion mit dem Titel „Zensur bei Duolingo“ zu eröffnen, aber auch diese Diskussion blieb für die anderen User unsichtbar, denn jemand mit „shadow ban“ ist in allen Foren und allen Diskussionen zu einem Zombie geworden – er existiert nicht mehr.
    Eine Sache habe ich mit dieser Kritik aber doch erreicht – die noch verbliebenen Moderatoren wurden aktiv, aber leider in die falsche Richtung. Es erfolgte eine groß angelegte Lösch-Aktion der kritischen Kommentare, und Abmahnungen ohne spezifische Begründung (über diese Abmahnpraxis gibt es ausführliche Kommentare bei „Sprachheld“ zu einem Artikel über Duolingo). Weitere User wurden ohne Angabe von Gründen ebenfalls gebannt.
    Beschwerden über diese unspezifische Abmahnpraxis und Bestrafung durch „shadow banning“ werden von der Beschwerdestelle in Pittsburgh nur pauschal und unspezifisch beantwortet – man habe die Satzdiskussionen gestört. Man kann als langjähriger Teilnehmer auch feststellen, dass einige User voll Elan ihre sachlichen kritischen Beiträge in eine Satzdiskussion, an der man selber teilgenommen hat, einstellen (man bekommt dann eine E-Mail von Duolingo). Diese Kommentare erscheinen aber nie in der betreffenden Satzdiskussion. Man hat anscheinend noch einen neuen Mechanismus der Zensur etabliert. Es wurden im Deutsch-Spanisch-Kurs an besonderen Hotspots wie „Eso la inicio“ auch die Satzdiskussionen geschlossen, d. h. niemand neues kann dort noch einen Kommentar hinterlassen, es sei denn er ist positiv (was ziemlich unwahrscheinlich ist).
    In der Tipps-Diskussion erschien dann nach weiteren Lösch-Aktionen ein Beitrag eines Moderators, dass man hier zwei Kommentare gelöscht habe, weil sie nicht in diese Diskussion gehören. In Wirklichkeit waren es viele mehr, und es waren ja auch noch durch den „shadow ban“ viele Diskussionsbeiträge verschwunden. Ein weiterer Einspruch meinerseits, den ich mittels eines Freundes platziert hatte, dass diese Vorgehensweise Zensur und durch nichts zu rechtfertigen sei, wurde jetzt dadurch quittiert, dass ich keinen Zugang mehr zu meinem Account habe. Ein anderer User bestätigte mir, dass mein Account bei Duolingo verschwunden ist.
    Was soll diese unwürdige Behandlung der Duolingo-Nutzer? Warum lassen sich so viele Erwachsene eine solche Behandlung gefallen, die eher an die Einschwörung auf eine Sekte als an die Moderierung eines Sprachkurses erinnern? Es wird Zeit, dass diese unerfreuliche dunkle Seite von Duolingo in der Öffentlichkeit zur Sprache gebracht wird.

    • Hallo Martina,
      vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Das ist wunderbar, weil es bestimmt vielen Lesern hilft, sich eine Meinung zu bilden. Ganz und gar nicht wunderbar sind allerdings die Dinge, die du beschreibst. Das ist wirklich unschön und da fragt man sich doch, wieso Duolingo immer so positiv bewertet wird. Mich motiviert es, Duolingo mal wieder genauer unter die Lupe zu nehmen und unsere Review zu überarbeiten. Das wird allerdings noch etwas dauern, da wir gerade noch viele andere Programme testen.
      Aber diese Erfahrungen müssen so auch in einem Testbericht erscheinen. Das geht so nicht und bestätigt meine Meinung über manche Unternehmen, die eine Art der Unternehmensführung entwickelt haben, die so gar nicht mit meinen und den talkREAL’schen Werten übereinstimmt.
      Wir bleiben da dran. Darf ich dich dann auch persönlich per E-Mail kontaktieren, damit wir deine Erfahrungen mit einbauen können?
      Viele Grüße
      cR

      • Martina Schneider sagt:

        Hallo Christian,
        vielen Dank für deine nette Antwort an eine Duolingo-Geschädigte. Du kannst sehr gern auf meine Erfahrungen bei Duolingo zurückgreifen und mich per e-Mail bei Bedarf kontaktieren. Alles was ich hier geschrieben habe, kann ich durch Original-e-Mails belegen. Inzwischen spielt Duolingo sein unerhrliches Spiel mit mir weiter. Anstatt mir mitzuteilen, dass mein Account geschlossen wurde, erhalte ich nur Fehlermeldungen bzw. „Too many requests“, wenn ich versuche in meinen Account zu gehen. Noch unehrlicher ist es, dass man mir besorgt mitteilt, dass meine „Streaks“ verfallen würden, und mein „Streak on Ice“ schon aufgebraucht ist, falls ich nicht weiter lernen würde, wobei sie doch selber verhindern, dass ich weiter lernen kann. Das macht man anscheinend, um sich später auf technische Probleme herausreden zu können, falls ich mein Geld für Duolingo-Plus zurückfordere. Sie wissen nicht, dass ich mit anderen Nutzern so gut verbunden bin, dass ich schon weiß, dass mein Account bei Duolingo verschwunden ist.

        Das beste Mittel gegen diese intransparenten Strafmaßnahmen ist es, sich mit anderen Usern auf irgendeine Art und Weise persönlich bekannt zu machen. Sonst weiß man nicht, ob man schon ein Zombie durch einen „shadow ban“ ist und erfährt auch nicht, dass der eigene Account geschlossen wurde und keineswegs ein technisches Problem vorliegt.

        • Ja, das klingt alles sehr unschön. Und Danke, dass wir da auf dich zurückkommen können. Denn solche Dinge sind für uns fast nicht testbar. Wir legen schon, wie ich finde hohe Maßstäbe an uns selbst und lernen wirklich über Wochen mit jedem Kurs, um ihn auch richtig beurteilen zu können. Aber gerade das Verhalten rund um den Ban bedarf einer derart tiefgehenden Nutzung, wie wir es eigentlich (aus wirtschaftlichen) Gründen nicht darstellen können. Umso wichtiger sind solche Kommentare hier. Danke. cR

  • ein Erfahrungsbericht.
    Den kritischen Kommentaren zu Duolingo kann ich mich aus eigener Erfahrung anschließen. Ich habe den Deutsch-Spanisch- und den Deutsch-Englisch-Kurs bis zum Ende abgeschlossen. Beide sind stark verbesserungsbedürftig, enthalten zahlreiche Fehler, zum Teil haarsträubend falsche Übersetzungen, vor allem im Spanischkurs. Die Macher sind offensichtlich der deutschen Sprache nicht mächtig.
    Im Spanisch-Kurs fällt auf, dass unter dem Kapitel „Präterit“ ausschließlich das spanische Indefinido gelehrt wird, und nicht das Präteritum (Imperfekt), die sich ja im Spanischen sowohl in der Konjugationsform wie in der Art der Anwendung deutlich voneinander unterscheiden. Darauf hingewiesen wird jedoch an keiner Stelle.
    Tipps und Hinweise zur Grammatik fehlen im Spanisch-Kurs völlig.
    Oft muss geraten werden, welche Übersetzung Duolingo im jeweiligen Satz als richtig bewertet, obwohl auch andere Übersetzungen durchaus richtig und zulässig wären.
    Alltagstaugliches lernt man bei Duolingo kaum. Absurde, sinnfreie Sätze sind eher die Regel, die Auswahl der Vokabeln ist oft ziemlich exotisch. Im Spanischkurs lernt man viel über Waffen, Bomben, militärische Ränge, Revolution, „revolutionäre Personen“ und dass die Welt in Gefahr ist.
    Ein paar Beispiele für zu übersetzende Sätze möchte ich den Lesern hier nicht vorenthalten:

    – Er isst Hähnchen, obwohl er keinen Fisch isst.
    – Mein Vater ist ein Erwachsener.
    – Sie bewirkten, dass sie kleine Katzen essen würden.
    – Die Schildkröte verliert die Schlüssel.
    – Der Oberst hat eine Bombe.
    – Ich bin ein Vogel.
    – Wir signieren sein Hemd.
    – Ich sehe ein Kaninchen auf dem Schreibtisch.
    – Sie sind revolutionäre Personen.
    – Sie ist eine positive Person.
    – Die Welt ist in Gefahr.
    Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.
    Diese und ähnliche brauchbare Sätze werden zudem unendlich wiederholt, bis sie einem wirklich auf die Nerven gehen.
    In meinem diesjährigen Spanienurlaub konnte ich mich mit derlei „Gelerntem“ jedenfalls nicht verständigen.
    Hinweise an Duolingo auf Fehler und falsche Übersetzungen werden praktisch nicht mehr bearbeitet, obwohl sie zum Teil seit drei und mehr Jahren bestehen. Offensichtlich geht es nur noch darum, immer mehr neue Kurse auch in exotischen Sprachen zu erstellen, um noch mehr Werbeeinnahmen zu generieren.
    Auch die Zensurpraxis kann ich bestätigen. Kommentare, die sich über die albernen Sätze lustig machen oder Kritik an Duolingo äußern, werden seit neuestem relativ konsequent gelöscht. Auf eine Mahnung, man habe in einer Satzdiskussion etwas „Unpassendes“ geäußert, folgt relativ schnell ein sogenannter „shadow ban“. Das bedeutet, man kann seine eigenen Kommentare noch sehen, aber kein anderer User. Ich habe selbst einen solchen „shadow ban“ erhalten, und weiß bis heute nicht, aus welchem Grund, obwohl ich mich in Pittsburgh danach erkundigt habe. Auch habe ich keinerlei Nachricht über die Maßnahme erhalten, sondern nur über Freude erfahren, dass ich „unsichtbar“ geworden bin. Ich habe auch in Pittsburgh die dort über mich gespeicherten Informationen angefordert, und daraufhin einen umfangreiche ZIP-Datei erhalten, die zahlreiche Exeldateien enthält, in der alle meine Aktivitäten minutiös verzeichnet sind, inklusive jeder meiner Kommentare, mit Datum und Uhrzeit bis auf die Sekunde genau. Es wäre also für Duolingo ein Leichtes mir mitzuteilen, wann und mit welcher Äußerung ich angeblich gegen Duolingo-Regeln verstoßen habe. Bis heute habe ich keinerlei Begründung für diese Maßnahme erhalten. Offensichtlich lässt man den freiwillig arbeitenden Moderatoren völlig freie Hand, wie sie mit Usern verfahren, die sich kritisch äußern. Diese Verfahrensweise halte ich nicht nur für unfair, sondern auch für extrem unhöflich.
    Insgesamt lautet mein Fazit:
    Wer erstmals in eine Sprache einsteigen will, sich an fehlenden Grammatikhinweisen, albernen Sätzen und beschränkter, exotischer Vokabelauswahl nicht stört, sich zudem jeglicher Kritik enthält, der möge es mit Duolingo durchaus versuchen.

    • Hallo Greta,
      da hast du ja ähnlich unschöne Erfahrungen wie Martina gemacht. Alles sehr unschön und bestätigt unsere Einschätzung der mangelnden Didaktik. Die Sätze, die du auflistest, sind in der Tat sinnfrei. Wie bereits in anderen Kommentaren erwähnt, werden wir uns dies bei einem erneuten Duolingo Test genau anschauen. Bis dahin danke ich dir sehr für deine Erfahrungen. VG cR

      • Greta Leonhard sagt:

        Hallo Christian,
        Danke, dass Du ein Forum bietest, in dem man Kritik äußern kannst und dass Du diese ernst nimmst. Nachdem ich viele kritische Kommentare in den Satzdiskussionen von Duolingo gelesen habe, die inzwischen fast alle gelöscht wurden, habe ich den Eindruck, dass viel User Duolingo durchaus kritisch sehen. Wie die vielen positiven Bewertungen zustande kommen, kann ich mir nicht wirklich erklären.
        LG Greta

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